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Fahrtbericht Ford Kuga 4×4 2.0 TDCi Titanium : Das Erbe der Riesen ist keine Sünde

  • -Aktualisiert am

Glänzt mit frischer Form: Der neue Ford Kuga Bild: Hersteller

Ford, die tun was, wenn auch mal mit viel Muße: Autos wie der Kuga sind Lebensgefühl auf Rädern. Dazu gehört eine Portion Vernunft, die Ford als Beschränkung auf einen einzigen Motor definiert. Immerhin gibt es zwei Ausstattungen.

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          Ford, die tun was, wenn auch mal mit viel Muße. Der Kuga, das Ford-Angebot in der SUV-Riege, hat anderen wie dem Nissan Qashqai, dem Opel Antara oder dem VW Tiguan den Vortritt beim Auftritt gelassen. Jetzt glänzt er dafür umso mehr mit einer frischen Form, die trefflich ins Portfolio der Marke passt. Ford beschreitet stilistisch einen konsequenten Weg und hört auf die Kunden. So gibt es vom Start weg eine Kuga-Version mit Frontantrieb. Der Grund ist klar: Viele Käufer liebäugeln mit dem SUV-Format, benötigen aber nicht den Allradantrieb. Zudem ist der Fronttriebler billiger (um 2000 Euro) und verbraucht weniger. Die von uns bewegte 4×4-Ausgabe des 4,43 Meter langen Wagens erfüllt auch Erwartungen abseits aller Wege.

          Die sportliche Kuga-Komponente betonen Hutzen auf der Motorhaube, ein Unterfahrschutz deutet auf die Bereitschaft zum Forsteinsatz bei der Brennholzbeschaffung hin, und zwei mächtige Auspuffrohre unter dem hinteren Stoßfänger versprechen mehr Leistung, als tatsächlich vorhanden ist. Die Leichtmetallräder im 17-Zoll-Format bilden den kräftigen Unterbau des Kuga, für den wirklich derben Geländeeinsatz sind sie freilich viel zu schade.

          Arbeitsgeräusche bleiben angenehm unauffällig

          Einziges Triebwerk, das zurzeit im Kuga Dienst tut, ist ein Vierzylinderdiesel mit zwei Liter Hubraum. Ihm ist ein hoher Vernunftfaktor zu attestieren: 100 kW (136 PS) gibt der Selbstzünder ab, und er tut dies unaufgeregt und mit sanftem Nachdruck beim Beschleunigen. Gestartet wird die Maschine mit Knopfdruck am Armaturenbrett, die Start-Taste ist unauffällig im oberen Feld der Schalttafel zwischen den Luftaustrittsdüsen positioniert. Mit kurzer Verzögerung springt der Motor an, läuft rund und nicht zu laut, der Kaltstart gelingt ohne das typische Dieselnageln während der Aufwärmphase.

          Ford beschreitet mit dem Kuga stilistisch einen konsequenten Weg und hört auf die Kunden

          Um den 1650 Kilogramm schweren Kuga anzuschieben, verlangt das Triebwerk nach mehr Drehzahl als andere Kollegen aus der Selbstzünder-Gilde. Mindestens 1800 Umdrehungen in der Minute sollten es schon sein, damit dem Motor die Muskeln schwellen, dann jedoch entwickelt er ausdauernde Kraft bis knapp an die Marke von 4000/min heran, die Arbeitsgeräusche bleiben dabei angenehm unauffällig. Bisweilen gelingt das harmonische Zusammenspiel von Kupplung und Gaspedal nur halbwegs, gerade beim schnellen Schalten des einfach zu bedienenden, manuellen Sechsganggetriebes neigt der Kuga zu ruckartiger Beschleunigung. 10,7 Sekunden braucht der Zweiliter-Diesel für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h. Das erledigen andere SUV gewiss flinker, jedoch zeigt sich der Selbstzünder von Ford als genügsamer Bursche, der recht verantwortungsvoll mit dem Spritvorrat umgeht, wenn keine Eile geboten ist.

          Federungskomfort und sichere Fahreigenschaften

          Der Minimalverbrauch von 5,8 Liter Diesel für 100 Kilometer gereicht dem opulenten SUV zur Ehre. Dass der Durst bei häufigem Beschleunigen oder dem Bemühen der Höchstgeschwindigkeit von gut 180 km/h kräftig wächst, ist artenspezifisch. 9,1 Liter für 100 Kilometer markierten den Spitzenverbrauch, ermittelt bei einer Expressfahrt in einem seltenen und lange währenden Moment der Einsamkeit auf Autobahnen in Deutschlands Norden. 60 Liter Vorrat sind angemessen, der Tank ist dank des Easyfuel genannten automatischen Verschlusssystems des Einfüllstutzens, das zu loben wir nicht müde werden, sehr einfach und schnell zu befüllen.

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