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Fahrtbericht Ford Galaxy 1.8 TDCi Trend : Die konsequentere Hälfte der neuen Doppelspitze

  • -Aktualisiert am

Familienauto mit Komfort: Ford Galaxy Trend Bild: Hersteller

Der Ford Galaxy Van ist in erster Linie ein Nutzfahrzeug. Er bietet einen guten Fahrkomfort und opulente Raumverhältnisse. Jedoch ist die Tiefe der hinteren Sessel knapp bemessen und auch der kleine Dieselmotor ist nicht die beste Wahl.

          Nicht jeder wird verstanden haben, warum Ford seinen ersten großen Van Galaxy, ein Gemeinschaftsprodukt mit Volkswagen, nach der Scheidung von Wolfsburg durch eine Doppelspitze ersetzt hat. Das geschah im vergangenen Mai, und seither konkurrieren S-Max und neuer Galaxy mit- und gegeneinander um die nach wie vor breite und vielumworbene Kundschaft für Großraum-Limousinen.

          Während aber der S-Max mit seinen äußerlichen Sportabzeichen kokettiert und schon europäische Ehrungen erfahren hat, bleibt dem etwas größeren Galaxy nur die weniger dankbare Rolle des biederen Arbeitstiers. Wer freilich die ziemlich gequälten Assoziationen zwischen Sport und Van für albern und wesensfremd hält, wird dem scheinbar Uninteressanteren der beiden die Gerechtigkeit widerfahren lassen, die er verdient. Ein Van ist in erster Linie ein Nutzfahrzeug und sollte das nicht verleugnen: Das schließt ein flottes und zeitgemäßes Design nicht aus, das man auch dem Galaxy attestieren kann, doch sollte es immer unter dem Primat der Funktion stehen.

          Mehr Radstand als beim Vorgänger

          Das Auslaufen der VW-Koproduktion erforderte eine völlige Neukonstruktion des Van-Gespanns von Ford. Es basiert auf der Plattform des im bevorstehenden Frühjahr erscheinenden Mondeo-Nachfolgers: Das führte nicht nur zu einem Quentchen mehr Radstand als beim Vorgänger, sondern beim Galaxy auch zu stolzen 18 Zentimeter mehr Außenlänge. Er ist mit seinen 4,82 Metern ein richtig großer Van geworden, und diese Differenz ist nicht unwichtig, wenn bei Siebensitzigkeit - die in dieser Größenklasse inzwischen selbstverständlich ist - noch ein nennenswerter Kofferraum übrig bleiben soll.

          Der Galaxy Van ist in erster Linie ein Nutzfahrzeug

          Dieses Minimum beläuft sich beim Großen der Ford-Brüder auf 308 bis 435 Liter Volumen: die beiden Zahlen deshalb, weil man die serienmäßigen zwei Sitze der dritten Reihe, die bei Nichtgebrauch unerkannt im Laderaumboden schlummern, nach dem (etwas umständlichen) Hochklappen um bis zu 15 Zentimeter längsverschieben kann. Ums gleiche Maß sind auch die drei separaten Sessel der Reihe zwei verrückbar, und so kann man sich den Fondraum für bis zu fünf Fahrgäste und ihr Gepäck situationsgerecht einteilen. Auch die Sitze der zweiten Reihe sind flach zu legen, dann ergibt sich eine durchgehend ebene Ladefläche von fast zwei Meter Länge. Ganz herausnehmen lässt sich keine der fünf hinteren Sitzgelegenheiten. Die maximale Kofferraumgröße beträgt 2325 Liter und ermöglicht sogar Transporte der ungewöhnlichen Art. Keinen Platz hat Ford ans Reserverad verschwendet, im Pannenfall findet man Füllmittel und Kompressor unter dem Fußraum der zweiten Sitzreihe.

          Amaturenbrett ist konservativ gestaltet

          Von den durchaus opulenten Raumverhältnissen im Galaxy profitieren auch die Reisenden: durch riesige Kopfhöhe auf allen Plätzen und - nach hinten abnehmende - großzügige Beinfreiheit. Trotzdem ist nicht alles gelungen. So ist die Tiefe der fünf hinteren Sessel mit 47 Zentimetern unnötig knapp bemessen, und ihr Abstand vom Wagenboden ist in der zweiten Reihe allenfalls ausreichend und in der dritten ungenügend - da sitzt man, wie in vielen Vans, mit hochgezogenen Knien, wenn man nicht gerade ein Kind ist. Auch die Lehnenhöhe ist dort für Erwachsene nicht akzeptabel, die Kopfstütze ist aber weit genug ausziehbar. Den Übergang zu hinteren Schiebetüren wie beim Mazda5 hat Ford aus Kostengründen nicht gewagt.

          Doch man steigt durch die herkömmlichen Einlässe bequem ein und wird nur auf dem Weg zur dritten Reihe auf die Probe ausreichender Gelenkigkeit gestellt. Der Fahrer blickt auf ein konservativ gestaltetes, aber funktionell tadelloses Armaturenbrett, an den Styling-Kapriolen etwa der französischen Wettbewerber hat sich Ford nicht orientiert. Die Sicht leidet wie bei fast allen Vans unter den breiten und weit nach vorn gezogenen vorderen Dachsäulen. Nachts lohnt sich die Bi-Xenon-Option mit Abbiegelicht (935 Euro), adaptiv mitlenkende Scheinwerfer sind aber (für 455 Euro) nur mit der üblichen Halogen-Beleuchtung zu haben. Die Klimaautomatik (drei statt zwei Zonen, das heißt die separate Regelung im Fondraum, kosten 700 Euro Aufpreis) erforderte bei unserem Galaxy eine relativ hohe Temperatureinstellung, um ausreichend Wärme zu spenden, tat dann aber zufriedenstellend ihren Dienst.

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