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Fahrtbericht Ford Galaxy 1.8 TDCi Trend : Die konsequentere Hälfte der neuen Doppelspitze

  • -Aktualisiert am

Von der Basismotorisierung wird abgeraten

Große Vans werden hierzulande überwiegend als Diesel gekauft, und da wird der neue Galaxy keine Ausnahme machen. Dringend abraten möchten wir aber hier von der Basismotorisierung mit 1,8 Liter Hubraum und 74 kW (100 PS), es sei denn, der Ford wird nur als „Schulbus“ und Einkaufswagen im Kurzstreckenverkehr genutzt. Unser Galaxy wog leer immerhin schon 1820 Kilogramm, und dank der lobenswert hohen Zuladung von bis zu 685 Kilo kann er zum 2,5-Tonner werden. Damit ist der kleine (und zudem partikelfilterlose) Diesel schlicht überfordert, zumal er unter einer so eklatanten Anfahrschwäche leidet, dass man ihn trotz Zauberei mit Kupplung und Fahrpedal immer wieder einmal abwürgt.

Auch die Fahrleistungen animieren nicht zu großen Reisen oder voller Beladung: 15,6 Sekunden Zeit von 0 auf 100 km/h genehmigen sich heute nicht einmal mehr Kleinwagen, und 172 km/h Höchstgeschwindigkeit sind auf der Autobahn ebenfalls kein Renommierwert. Hinzu kommt, dass alle fünf Gänge des Getriebes, vor allem aber die beiden obersten, viel zu lang übersetzt sind. Das erfordert fast immer engagierte Schaltarbeit, und in der Stadt bleibt man am besten gleich im dritten Gang, wenn der Motor nicht ins Murren oder gar ins Ruckeln verfallen soll. Auf die Habenseite buchten wir dagegen die gute Geräuschdämmung des Diesels und seinen günstigen Verbrauch von 8,1 Liter je 100 Kilometer, der knapp 800 Kilometer je Tankfüllung sichert. Der Bordcomputer gaukelte uns freilich im Schnitt einen um 18 Prozent (!) niedrigeren Konsum vor.

Galaxy bietet Limousinen-Federungskomfort

Ford und nicht zuletzt der Mondeo sind für ihre guten Fahrwerke bekannt, und diese Tradition wurde beim Galaxy fortgesetzt. Er bietet Limousinen-Federungskomfort und -Fahrsicherheit, unvermeidbar eingeschränkt nur durch den höher liegenden Schwerpunkt, der sich vor allem in mehr Kurvenneigung manifestiert. Risiken werden schon früh ausgeschaltet: Das serienmäßige ESP greift konsequent ein, bevor es wirklich kritisch wird, für ein Auto dieser Art gewiss die optimale Auslegung. Einigermaßen Vernunft des Fahrers vorausgesetzt, kann der Galaxy zügig und mit hohen Sicherheitsreserven bewegt werden, in Kurven untersteuert er zuverlässig und folgt brav dem Lenkeinschlag (der beim Rangieren allerdings größer sein dürfte). Die Bremsanlage passt ebenso in dieses Bild, sie leistet sich keine Schwächen. Die Mondeo-Gene zeigen sich auch auf schlechten Fahrbahnen: Der große Van meistert Wellen und Schlaglöcher, ohne seine Insassen damit zu belästigen, Durchschläge der Federung kennt er nicht und Poltern kaum, nur rauhen Untergrund kann er nicht verheimlichen, Kopfsteinpflaster ist seine Sache nicht. Doch insgesamt erfüllt er auch im Fach Komfort seine Aufgabe als Familienauto mit sehr guten Noten.

Den schwächsten Galaxy - das ist der 100-PS-Diesel - gibt es nur in den unteren Versionen Ambiente und Trend, nicht als Luxusvariante Ghia, für die ohnehin nur wenig spricht. Unser Wagen war ein von Haus aus schon durchaus gut ausgestatteter Trend (für 28.186 Euro) und bewies, dass man alles Wichtige, das noch fehlt, auch als Einzel-Extra hinzukaufen kann. Mit beherzter Ausbeutung der Aufpreisliste lief das allerdings auf fast 40.000 Euro hinaus. Statt zweitrangigen Zubehörs sollte man besser einen der stärkeren Diesel mit zwei Liter Hubraum wählen (96 kW/130 PS für 2411 Euro plus oder 103 kW/140 PS für 2924 Euro). Dann ist der Familien-Ford standesgemäß motorisiert und muss sich hinter seinem so sportlich gebenden Bruder nicht verstecken.

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