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Fahrtbericht Ford Focus Turnier 1.6 Ti-VCT Ghia : Die schöne Rückbesinnung auf das einfache Leben

  • -Aktualisiert am

Weniger ist mehr: Ford Focus Turnier 1.6 Ti-VCT Ghia Bild:

Seit kurzer Zeit gibt es den neuen Ford Focus auch als Kombi. Wer den Turnier fährt, ist sicher und komfortabel unterwegs. Leider hat das neue Modell etwas an Laderaum verloren.

          4 Min.

          Einen neuen Focus von Ford gibt es schon seit einem halben Jahr, einen neuen Turnier - den Kombi - seit ganz kurzem. Na und? Deswegen hält die Welt nicht den Atem an. Aber bei der Hektik, die weite Teile der Automobilbranche erfaßt hat, bei all den Versuchen, mit der Modellpolitik wieder Schwung in den auf vielen Märkten flauen Absatz zu bringen, tut es gut, einem ganz unaufgeregten Produkt zu begegnen. Der Focus Turnier in der (zweitobersten) Ausstattung Ghia, den wir jetzt fuhren, hat uns dieses Wohlgefühl verschafft, und wir sind - wem auch immer - dankbar dafür.

          In der Tat gibt er uns die Gelegenheit, den diskreten Charme des Einfachen, des Normalen zu preisen. Thema Design: Den heute immer mehr verquasten Karosserieformen, mit gequälten Gags von Bug bis Heck, setzt er ein sauberes, geschmacksicheres Styling entgegen, das sich weder von der Funktion einengen läßt noch sie seinerseits vergewaltigt. Der neue Turnier sieht angenehm, aber kein bißchen langweilig aus. Auch im Innenraum hat Ford Abschied von den Unaufgeräumtheiten des ersten Focus genommen, dessen Armaturenbrett etwas von einer kubistischen Skulptur hatte. Heute hat es klare, ruhige Linien, dient wieder dem Fahrer und nicht mehr irgendwelchen Stilrichtungen, und das dezente Spielen mit dem Ford-Oval genügt völlig als optischer Überraschungseffekt. Thema Federung: Nichts da von adaptiver Dämpfung oder mit Knopfdruck wählbarem Sport-Gefühl nebst zähneklappernder Härte. Ein ganz normales Stahl-Fahrwerk ohne Beeinflussungsmöglichkeit zeigt hier, daß bei gekonnter Abstimmung keine Wünsche offenbleiben. Der Focus trägt seine Insassen bei jeder Beladung und bei jedem Tempo schonend über jeden Straßenzustand hinweg. Und das nicht etwa auf Kosten der Dynamik: Man bekommt ein Klasse-Fahrwerk, das in Kurven ebenso große Sicherheit bietet wie bei hoher Geschwindigkeit und dessen serienmäßiges ESP nicht den Spaßverderber spielt, aber zuverlässig eingreift, wenn es ernst wird. Thema Bremsen: technisch nichts Besonderes, aber super. Thema Lenkung: auch hier ganz konventionelles Servo, doch in der Funktion erstklassig. Da fragt man sich, ob so mancher Aufwand, der anderwärts getrieben wird, mehr bringt als Befriedigung für Konstrukteure und zusätzliche Komplikationen. Dieser Focus schenkte uns die Rückbesinnung aufs einfache Leben, und wer davon wieder einmal kosten will, dem können wir ihn als Beispiel sehr empfehlen.

          Länger, breiter, aber weniger Ladevolumen

          Aber kein Focus ohne Fakten. Der neue Turnier ist mit 4,47 Meter nicht nur 13 Zentimeter länger als die zwei- und viertürigen Schrägheck-Versionen, sondern mißt auch eine Fingerbreit mehr als sein Vorgänger. Trotzdem ist, was die Lademöglichkeiten betrifft, leider ein Rückschritt zu melden: Stellte jener noch mindestens 520 und höchstens 1580 Liter Stauraum zur Verfügung, muß man sich im Nachfolger mit rund 480 Liter Normalmaß und 1525 Liter bei geklappter Rückbank und dachhoher Beladung begnügen. Das ist immer noch recht ansehnlich, doch ein Modellwechsel sollte nicht so negative Folgen haben. Lob verdienen wiederum die niedrige Bordkante und die großzügige Ladeöffnung - die Klappe schwingt fast zwei Meter hoch -, doch in einem Kombi muß der Boden auch bei erweitertem Volumen topfeben sein, und die Vordersitze sollten sich dann noch ganz zurückschieben lassen. Anders als beim Wettbewerber Opel Astra Caravan verdirbt die Heckschräge die volle Dachhöhe auf fast 50 Zentimeter Ladelänge.

          Bild: F.A.Z.

          Platz auch für fünf Personen

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