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Fahrtbericht Ford Focus TDCi Titanium : Die neue Freude am Auto der Vernunft

  • -Aktualisiert am

Eine Rückkehr zu Design: der neue Ford Focus TDCi Titanium Bild: Ford

Jetzt kommt Ford: Von Mitte November an wird der neue Ford Focus bei den Händlern stehen. Die neueste Generation kann durchaus mit der Konkurrenz mithalten, ist in manchen Bereichen sogar besser.

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          Jetzt ist Ford am Zuge. Mit dem neuen Focus, der am 13. November bei den Händlern steht, könnte es zu einer Kölner Eröffnung kommen, die in wenigen Zügen alle Herrscher auf dem Schachbrett des Marktes ins Wanken bringt. Der Focus in der jüngsten Generation ist mit allen Konkurrenten gleichauf, in etlichen Punkten übertrifft er sie sogar. Er hat in den meßbaren Disziplinen unserer Alltagsfahrten keine wirklichen Schwächen gezeigt und muß nur in den Kategorien subjektiven Inhalts Trübungen hinnehmen.

          Vom Start weg gibt es den neuen Focus als Schrägheck-Limousine mit zwei und vier Türen, jeweils mit Heckklappe, oder als viertürigen Kombi, der bei Ford seit je Turnier heißt. Zur Wahl steht eine große Focus-Familie, die erste Preisliste enthält etwa 115 Varianten, man kann mit fünf Ausstattungsstufen und vier Otto- sowie zwei Dieselmotoren, mit Fünf- oder Sechsganggetrieben sowie mit konventioneller Automatik oder mit der stufenlos schaltenden CVT-Box herumspielen. Die Preise reichen von 14 375 Euro bis 24 425 Euro. Wir haben den Focus jetzt in der üppigen Titanium-Version gefahren, angetrieben von dem in Kooperation mit Peugeot entstandenen Zweiliter-Common-Rail-Diesel. Serienmäßig sind hier das Sechsganggetriebe und der Dieselpartikelfilter.

          Der Focus I hatte 1998 mit seinem New-Edge-Design, das sich aus geometrischen Flächen und gewölbten Formen ergab, für Aufregung gesorgt. Auch am Armaturenträger tobten sich die Designer aus. Damit ist beim Focus II Schluß, man kehrt wieder zurück zu einem eher konservativen Auftritt. Das ruft wiederum Kritik hervor: Die viertürige Schrägheck-Limousine sei hausbacken, das Heck pummelig, und irgendwie wirke die Karosse unharmonisch. Der Vorgänger erschien uns zwar wirrer, aber gleichzeitig schärfer und in sich konsequenter. Doch der neue Focus tritt gewichtiger und selbstbewußter auf, besonders die Frontpartie macht sich breit und deutet schon an, was sich beim näheren Kennenlernen offenbart: Ford bietet wieder viel Auto fürs Geld. Außerdem zeigt sich, daß die Kerle in Köln nicht nur ein neues Auto auf die Räder gestellt, sondern sich dabei auch noch Gedanken gemacht haben. Manchmal meint man sogar, sie sorgten sich um die Menschen, die künftig mit ihrem Produkt zu leben haben. Der Focus II ist gefüllt mit einer Aura des erfolgreichen Bemühens um ein angenehmes Leben auf Rädern, das nicht in Luxus abkippt. Der neue Schlüssel trägt sich ohne Gefahr für das Sakkofutter, der Türgriff ist stabiler als anderswo, die Tür öffnet weit, man steigt vorn und hinten gut ein, der Sitz ist bequem und nicht zu weich, er hat einen weiten Verstellbereich, die Gurte liegen prima, alle Schalter und Hebel passen, es gibt genügend Ablagen, das Handschuhfach wird gekühlt: alles einfache Dinge, deren Summe zum Wohlfühl-Ambiente wird. Der Armaturenträger macht sich nicht mehr so wichtig wie im Vorgänger, alles ist schlicht und wirkt hochwertig und ist zudem noch übersichtlich. Die Ausstattung der Titanium-Version läßt kaum noch Wünsche offen, die automatische Klimaanlage kommt hier serienmäßig, mit manueller Bedienung ist sie mit Ausnahme der Einstiegsvariante ebenfalls im Serienumfang aller Focus enthalten. Diese schlichten Gebrauchseigenschaften des Focus II sind kaum noch zu übertreffen. Allerdings wirkt gerade diese Ausgewogenheit des Praktischen ein wenig langweilig. Zudem entdecken wir doch Grund zum Mäkeln: Besonders bei Dunkelheit kommt es zu lästigen Spiegelungen der beiden wuchtigen Dachsäulen vorn in der Windschutzscheibe. Und bei hohem Tempo entstehen starke Windgeräusche, die von den hinteren Tür- und Fensterdichtungen sowie dem oberen Anschlag der Heckklappe initiiert werden.

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