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Fahrtbericht Ford C-Max 2.0 : Mehr Großraum-Limousine als Van

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Zwar ist die Sitzanordnung nicht so flexibel und der Motor etwas schlaff. Aber das Fahrgefühl ist vergnüglicher als bei der Konkurrenz und der Federungskomfort sorgt für eine ruhige Fahrt. Gerold Lingnau und der Ford C-Max 2.0 Titanium.

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          In Vans ist Ford gut sortiert. Das fängt an beim Fusion, den man auch Klein-Kombi nennen könnte, und hört am anderen Ende mit dem großen Bruderpaar Galaxy und S-Max auf. Und weil dazwischen noch Platz ist, gibt es schon seit vier Jahren den C-Max, der sich früher Focus C-Max nannte und jetzt selbstbewusst auf den Hinweis zur Limousinen-Verwandtschaft verzichtet.

          Jetzt: Das heißt seit dem vergangenen Mai, als der Van in zweiter Auflage angetreten ist. Viel mehr als Modellpflege war das freilich nicht, und umstürzende Neuerungen wären auch gar nicht nötig gewesen.

          Denn schon der Erstling hatte sich gut in den artenreichen Markt geboxt. Der Neue ist ein paar Zentimeter länger geworden, aufgefrischt wurde er an Bug und Heck (hier mit Dioden-Leuchten) sowie im Innenraum. Aber eigentlich ist er ganz der Alte geblieben.

          Bild: F.A.Z.

          Keine Option auf zwei weitere Sitze

          Das ist nicht nur von Vorteil, denn Ford hat an der Sitzkonfiguration nichts geändert. Sie ist das größte Handikap des C-Max gegenüber vielen seiner Konkurrenten. Denn er bietet keine Option auf zwei weitere Sitze in dritter Reihe – das ist nicht so schlimm, denn für diesen Wunsch gibt es ja S-Max und Galaxy – und vor allem nicht die Möglichkeit, die drei Sessel der zweiten Reihe in den Boden zu versenken.

          Man kann sie nur nach vorn falten und dabei auf einen Teil der möglichen Ladelänge verzichten oder sie ausbauen, was in Anbetracht ihres Gewichts von rund 20 Kilogramm keine leichte Aufgabe ist.

          Flexible Kniefreiheit

          Zugunsten der Mitreisenden gibt es andererseits ein C-Max-spezifisches Angebot: Ist der Fond nur mit zweien besetzt, kann man (außer beim Basismodell Ambiente) den schmalen mittleren Sitz rückwärts in den Kofferraum klappen und die beiden äußeren Sessel diagonal nach hinten verschieben.

          So ergeben sich für die zwei Hintensitzenden eine üppige Kniefreiheit von 30 Zentimeter und mehr Abstand der Schultern von den Türen – eine schätzenswerte Option, solange nicht zu viel Gepäck dabei ist, denn der aus dem Weg geräumte Mittelplatz frisst einiges an Kofferraum. Der ist im Normalzustand mit 460 Liter auskömmlich und wächst, wenn alle Fondsitze ausgebaut sind, auf 1620 Liter.

          First-Class-Sitzanordnung

          So schöpft der C-Max die Möglichkeiten einer weitergehenden Flexibilität leider nicht aus, wie sie der Van-Bauart gegenüber dem Kombi gegeben sind. Wer sie freilich nicht braucht, bekommt mit dem Kauf dieses Ford eine Großraum-Limousine im wahren Wortsinn.

          Das geht über die schon beschriebene First-Class-Sitzanordnung im Fond durchaus hinaus. Auch vorn ist man gut aufgehoben (speziell auf den aufpreispflichtigen Sportsitzen) und profitiert von viel Licht und Luft ringsum – besonders dann, wenn man für rund 800 Euro das (starre) Panorama-Glasdach geordert hat, das dank Wärmeschutztönung und ausziehbaren Blenden auch im Sommer nicht lästig wird.

          Der Einstieg ist vorn wie hinten sehr bequem, und da Ford beim C-Max noch nicht den heutigen Hang zu rudimentären Fensterflächen vorweggenommen hatte, hat man auch auf den hinteren Plätzen eine schöne Aussicht.

          Elektrisch verschiebbare Pedalen

          Nicht so glücklich ist der Fahrer, denn sein Blickfeld wird von den flach stehenden vorderen und den überbreiten mittleren Dachsäulen gefahrenträchtig eingeschränkt. Im Nahbereich wird ihm seine Arbeit leichter gemacht: Instrumente und Bedienungselemente sind vorbildlich gestaltet und angeordnet. Gewöhnung erfordert allenfalls der seltsam Z-förmige Handbremshebel.

          Wechseln sich Menschen sehr unterschiedlicher Statur am Lenkrad ab, nützt die elektrische Verschiebbarkeit der Pedalerie, die man für faire 155 Euro bestellen kann. Und im Winter ist die heizbare Frontscheibe für 210 Euro eine gute Sache, zumal ihre inzwischen sehr dünnen Fäden kaum mehr zu sehen sind.

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