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Fahrtbericht Fiat Punto Evo : Diese Evolution hat ihren Zweck erfüllt

Bild: Hersteller

Fiat ist viel mehr als der knuddelige 500. Nach einer Überarbeitung zeigt sich der Kleinwagen Punto in besserer Form denn je. Mit sparsamen Motor und reichlich Platz für die Passagiere. Nur am Temperament des Motors könnte noch gefeilt werden.

          4 Min.

          Unsere Freundin Eva fuhr früher einen Fiat Uno. Das war in den achtziger Jahren, und der Uno war eine ganz große Nummer bei jungen Leuten. Aus dem Uno wurde 1993 der Punto, der bei der Jugend nicht mehr so punkten konnte, die Form gefiel nicht, und Fiat war auch plötzlich nicht mehr so „angesagt“.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Dauerhaltbarkeit war damals keine Stärke der Turiner, und die pummelige Form schreckte wohl so manchen Twen ab. Nachdem die nächste Generation des Punto mit einem „Grande“ verziert worden war – um die gewachsene Länge bildlich zu machen –, hat man jetzt den Punto nach einem Facelift im Herbst 2009 mit dem Beinamen Evo geschmückt und das „Grande“ einkassiert. Hintergrund ist nicht etwa eine neue Sportlichkeit des Punto, wie man vielleicht vermuten mag, sondern die „Evolution“, die der Kleinwagen durchmachte.

          Und diese ist tatsächlich gut gelungen. Äußerlich bietet der Punto Evo insbesondere als Zweitürer (zwei weitere kosten 800 Euro Aufpreis) endlich wieder einen schwungvollen Auftritt, der die Jüngeren anspricht und die Älteren trotzdem nicht verschreckt. Obwohl nur an den Stoßfängern und den Lichtern/Leuchten modelliert wurde, meint man, ein ganz neues Auto vor sich zu haben. Und auch das Interieur ist jetzt deutlich hochwertiger als zuvor, wobei es darauf ankommt, welche der zahlreichen Farbkombinationen man für „sein“ Auto wählt. Nicht alle sind gelungen.

          Bild: F.A.Z.

          Platzangebot
          Gelungen ist auf jeden Fall das Platzangebot in dem nur 4,07 Meter langen Fiat. Vier Personen kommen gut unter – beim Zweitürer mit den üblichen Abstrichen durch den beschwerlichen Einstieg –, fünf können (und dürfen) zur Not für ein kurzes Stück in den Punto Evo. Besonders überrascht das Raumangebot auf der Rückbank. Selbst als 1,86-Meter-Mann sitzt man hinten gut, selbst wenn der Stuhl vor einem nicht in der vordersten Position ist.

          Kofferraum
          Dass man dann vom Kofferraum keine Wunderdinge erwarten kann, ist selbstverständlich. 275 Liter beträgt das Fassungsvermögen, was für einen Kleinwagen akzeptabel ist. Im Kofferraumboden findet sich noch Platz für etwas Kleinkram, ein Reserverad gibt es nicht, sondern nur Tirefit und einen kleinen Kompressor, mit dem man einem platten Reifen wieder Leben einhauchen kann.

          Wer größere Güter mitnehmen will, kann die asymmetrisch geteilte Rückbanklehne umklappen. Um eine möglichst ebene Ladefläche zu schaffen (freilich mit einer kleinen Stufe), sollte man die gleichfalls geteilte Sitzfläche senkrecht stellen, wobei die labberigen Flächen den guten Qualitätseindruck trüben. Als Zweisitzer bietet der Punto Evo eine 1,30 Meter lange Ladefläche, das Fassungsvermögen in Liter steigt so auf 1030.

          Armaturen
          Für Fahrer und Beifahrer ist hinsichtlich des Raumangebots ebenfalls bestens gesorgt, die Sitze sind sehr bequem, allerdings ist der Drehgriff zum Justieren der Neigung der Lehne schwer zu erreichen. Das Armaturenbrett ist gut aufgeräumt, die Instrumente sitzen etwas zu tief in ihren Höhlen, so dass man sich eigentlich immer wünscht, sie seien beleuchtet. Und warum Fiat beim Tacho eine so verwirrende Skalierung in 30er-Schritten wählt, bleibt ein Geheimnis des Designers.

          Außer mit den üblichen vier analogen Instrumenten informiert der Punto Evo in digitaler Form über Durchschnittsverbrauch, gefahrene Stecke (A und B) und allerlei andere Details. Hierfür gilt es, sich per Knopfdruck durch das Menü zu hangeln. Das ist anfangs verwirrend, aber man gewöhnt sich daran. Sonst fällt die Bedienung leicht.

          Weil heute selbst jeder Kleinwagen ein Navigationsgerät bieten muss, hat Fiat die Zusammenarbeit mit Tomtom gesucht. Für 60 Euro Aufpreis bekommt man einen Anschluss oben ins Armaturenbrett, dort lässt sich dann ein Tomtom-Monitor nebst seinem Fuß installieren. Das sieht etwas handgestrickt aus, funktioniert aber eindrucksvoll. Beim Fiat-Händler kostet das Paket 398 Euro, man fragt sich automatisch, warum fest eingebaute Navis in anderen Autos immer so teuer sein müssen.

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