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Fahrtbericht Fiat Panda Emotion 1.2 8V : Die neue Qualität des feinen Minimalismus

  • -Aktualisiert am

Fiat Panda Bild: Hersteller

Der Kleinwagen als ernsthaftes Auto mit Eigenschaften Das Design ist nicht wirklich belanglos, aber langweilig.

          4 Min.

          Das Beste am alten Panda war sein Name. Und vielleicht noch die pfiffige Werbung in Deutschland, die es verstand, aus seinen Nachteilen (tolle Kiste) noch Tugenden zu stricken. Der Neue ist ein seriöses Auto, das auch so auftritt und so verstanden werden will. Vielleicht sind die Zeiten nicht für Witze geeignet. Und klein sein ist ja eine Aufgabe, der man sich nur ernsthaft widmen sollte. Deshalb schaut der Fiat Panda II auch vorn grimmig und gibt sich hinten lasteneselig. Dazwischen leistet sich sein Design an der Dachlinie und mit einem kecken Fensterchen ein schmales Lächeln. Die einstige Fröhlichkeit, die aus der Unbeschwertheit im Umgang mit dem Minimalismus-Auto entsprungen war, die mag aber nicht aufkommen. Wahrscheinlich liegt das daran, daß wir früher glaubten, ihn zum Dosenpfand wieder loszuwerden. Dagegen ist der neue Fiat Panda der Kleinwagen mit Professorentitel.

          Zur Zeit gibt es vier Ausstattungsversionen und zwei Ottomotoren. Der neue Diesel (im Fiat Punto hat er uns schon überzeugt) kommt Anfang nächsten Jahres mit zwei Varianten. Die Preise beginnen bei günstigen 8.290 Euro mit der 1,1-Liter-Maschine (40 kW/54 PS) und reichen bis zu auf den ersten Blick schwer verdaulichen 11.450 Euro mit 44 kW (60 PS). Das Bauchgrimmen verschwindet beim Blick auf die Ausstattung. Es ist alles und noch ein bißchen mehr von dem da, was der Zeitgeschmack erwartet. Der Panda II Emotion ist vollgestopft mit passiver Sicherheit und mit Komfortzutaten - das kleine Auto als Miniatur des großen Luxus. Und auf wundersame Weise nehmen wir das alles wie selbstverständlich zur Kenntnis und auch: daß alles funktioniert, die fernbediente Zentralverriegelung die Schlösser schnappen läßt, die Klimaautomatik wie der Teufel heizt und kühlt wie der Eisschrank, die Außenspiegel sich in Position schnurren und die Heizung gegen Dunst und Eis gegenhält. Mit kleinen Aufpreisen zieht man sich den Panda noch höher, das HiFi-System hat sechs Lautsprecher und Subwoofer (200 Euro), der CD-Wechsler geht mit fünf Scheiben um (300 Euro), und im Lenkrad gibt es "Multifunktionstasten" für 90 Euro. Auf das ESP muß man noch ein wenig warten, Anfang 2004 kann man es im Panda II für 500 Euro haben: ESP (und ABS ja sowieso) in einem Panda! Früher waren wir froh, wenn die Kiste überhaupt verzögerte und sich dabei nicht ihre eigene Spur suchte.

          Nette Kleinigkeiten

          Auch die Eigenschaften für den Alltag demonstrieren neue Qualitäten. Aber heutzutage hat man das. Auch in der Panda-Klasse. Dazu gehören vier Türen und mehr als ein Hauch von Großzügigkeit. Aber selbst ein neuer Panda kann innen nur größer wirken als außen sein. Wer sich mit 1,90 Meter Körpergröße, einem Gewicht von 94 Kilo und den Schultern eines in Freiheit aufgezogenen Bambusbären dem Panda nähert, darf nicht vergessen: Das Auto mißt in der Länge 3,54 Meter. Der Einstieg gelingt vorn mühelos, dort ist man auch gut aufgehoben. Bequeme Sitze, aber schmale Lehnen, dennoch eine gute Position für den Fahrer. Alle Instrumente sind fein abzulesen, das kleine Display in der Mitte ist keine Notwendigkeit, eher Grund zur Heiterkeit: "Instant Verbrauch" oder "Glatteis" bei 3 Grad plus und "Begrenzte Reichweite" in der Nähe des Reservevorrats sind Nachrichten, die wir gern zur Kenntnis genommen haben. Die Mittelkonsole wölbt sich wichtigtuerisch nach innen, dadurch rücken Tasten und Hebel schön heran, auf den Schaltknauf fällt die Hand wie von selbst.

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