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Fahrtbericht Fiat 500 : Nimm nur zwei, hab Spaß dabei

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Fiat 500 ist ein Phänomen. Der 2007 gestartete Retro-Kleinwagen verkauft sich nach wie vor blendend, neue Versionen wie das Cabriolet halten das Wägelchen im Gespräch. Jetzt punktet es mit einem Zweizylinder-Motor.

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          Mit diesem kleinen 0,9-Liter-Triebwerk (875 Kubikzentimeter) rückt der Fiat im fünften Jahr seiner Produktion noch näher an sein historisches Vorbild heran: Den Cinquecento, der Italien mobil machte und der von 1957 bis 1977 mehr als 3,7 Millionen Mal gebaut wurde, trieb ebenfalls ein Zweizylinder-Viertakter (aber im Heck, nicht vorn) an, wenn auch 479 Kubik und 13,5 PS genügen mussten. Vor 54 Jahren reichte das für eine Höchstgeschwindigkeit von phänomenalen 85 km/h.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Heute rennt der kleine Fiat - der im Vergleich zum 2,97 Meter langen Vorbild ein Riese ist - mit seinem Twinair-Motor 173 km/h. Die neu aufgelegte Variante ist nämlich kein Basismodell im üblichen Sinne, es geht zwar ums Sparen, aber keineswegs ums Verzichten.

          Preis

          Mit einem Grundpreis von 14.400 Euro ist der Twinair auch 3000 Euro teurer als der Fiat 500 1.2 Pop mit seinem 1,2-Liter-Vierzylinder und 51 kW (70 PS) Höchstleistung. Berücksichtigt man die bessere Ausstattung, ergeben sich immer noch rund 1000 Euro Preisdifferenz. Für den 500 verlangte Fiat schon immer relativ viel Geld - und bekommt es auch.

          Motor

          Im 500 Twinair stehen 63 kW (85 PS) und maximal 145 Newtonmeter Drehmoment bei 1900 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung, begleitet von einem scharfen Klang, den man mögen muss. Um der kleinen Maschine die Leistung zu entlocken, hat Fiat tief in die technische Trickkiste gegriffen, ein Turbolader und eine besondere Ventilsteuerung (Stichwort MultiAir) sollen für eine möglichst effiziente Verbrennung des so teuren Kraftstoffs sorgen. Eine Ausgleichswelle mindert unerwünschte Vibrationen des Zweizylinders. Außerdem ist ein Start-Stopp-System serienmäßig an Bord. Es kostet sonst 350 Euro Aufpreis.

          Fahrprogramme

          Und mittels einer Eco-Taste kann man ein anderes Motor-Steuerprogramm aktivieren. Die Leistung ist dann leicht auf maximal 57 kW (78 PS), das Drehmoment stark auf 100 Nm gekappt. Gleichzeitig schaltet die elektrische Servolenkung auf das City-Programm und arbeitet leichtgängiger.

          Bild: F.A.Z.

          Diese Möglichkeit macht den Twinair zum Auto mit zwei Gesichtern. Fährt man im Eco-Modus, wirkt das Triebwerk wie zugeschnürt, der 500 ist dann alles, nur kein "Auto für den maximalen Spaß auf der Straße" (Prospektwerbung).

          Den gibt es nur, wenn der Knopf ungedrückt bleibt. Dann geht's nicht nur knurrend, sondern auch flott voran, der Motor liebt die hohe Drehzahl und röhrt dazu. Die Schalthinweise, die früh zum Einlegen der nächsten Getriebestufe mahnen, ignoriert man beinahe automatisch.

          Verbrauch

          So gefahren macht der 500 tatsächlich einen Höllenspaß, nur Benzinsparen kann man auf diese Weise nicht. Im Gegenteil: Auf einer Tank-Etappe mit viel Autobahnanteil und hohem Tempo ist es uns gelungen, sage und schreibe 9,3 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer zu verbrauchen, bei eher moderater Fahrweise lagen die Werte zwischen 5,1 und 8,3 Liter.

          Den Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet-Version.
          Den Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet-Version. : Bild: Hersteller

          Doch wir wollen fair sein: Also fahren wir einen ganzen Vormittag nur in der Stadt herum, lassen den Eco-Schalter gedrückt und legen es aufs Sparen an. Start-Stopp funktioniert prima, und als wir die Tankstelle ansteuern und nachfüllen, trauen wir unseren Augen kaum: Sensationelle 3,4 Liter auf 100 Kilometer hat der kleine Fiat nur verbraucht. Das sind sogar 1,5 Liter weniger als offiziell für "innerorts" angegeben.

          Dennoch, mit einem Schnitt von 7,5 Liter kann man nicht zufrieden sein. Beträgt doch der Normwert magere 4,1 Liter. Viel wird bei diesem Auto von der individuellen Fahrweise abhängen, 6,0 Liter auf 100 Kilometer bei zurückhaltender, aber nicht völlig spaßfreier Fortbewegung halten wir für möglich.

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