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Fahrtbericht : Die neue Definition der Kultur des Kombis

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Der Kombi beeindruckt mit den Ergebnissen schwäbischer Beharrlichkeit auf der Suche nach Perfektion Bild: Daimler-Chrysler

Der E 200 Kompressor ist ein Beweis für die beständige Suche des Hauses Mercedes nach Perfektion. Diesem Maßstab wird er zwar nicht gerecht, der Erwartung nach Laderaum in Kombi-Größenordnung aber schon.

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          Die Liebe zum Auto in den Zeiten der Kollapse führt immer häufiger zum Kombi. Vorn gibt es den gewohnten Luxus der Limousine und hinten die Lust am Laden. So ein Auto läßt sich vor dem Familienrat leichter rechtfertigen, und wer dann noch bei Mercedes-Benz das billigste T-Modell kauft, ist auf der bescheidenen Seite. Aber nur auf den ersten Blick.

          Nach den Limousinen in der E-Klasse haben die Schwaben jetzt auch ihr Kombi-Konto neu aufgefüllt. Es werden sechs Motoren angeboten, drei Diesel und drei Benziner. Je eine Maschine davon ist ein Vierzylinder, die anderen arbeiten mit fünf (2,7-Liter-Diesel) oder mit sechs Töpfen. In naher Zukunft wird es V8-Offerten geben, wer die dicke Sahne will, muß warten. Wir haben jetzt den einzigen Otto-Vierzylinder im T-Programm gefahren und sind sehr rasch auf einen unerwarteten Superlativ gestoßen. Denn der vermeintlich billigste Wagen in der T-Modell-Liste ist das teuerste Achtzehnhunderter-Auto auf der Welt. Für 1.796 Kubikzentimeter Hubraum legt man mindestens 38.048 Euro auf den Tisch: Wirkliche Bescheidenheit sieht anders aus. Dafür gibt es zwar 120 kW (163 PS) dank der (leise pfeifenden) Kompressor-Technik, aber einen Moment innehalten darf man da durchaus. Zumal sich im Laufe unserer Verabredung ergab, daß großes T-Modell und kleine Kompressor-Maschine nicht die tollste Kombination ist. Damit spart man womöglich am falschen Platz, besser motorisiert ist man im E 270 CDI für 41.296 Euro oder im E 240 für 40.600 Euro.

          In Gedanken an den Kunden

          Man hat die Wahl zwischen den Ausstattungslinien Classic (Basis), Elegance und Avantgarde. Schon Classic bringt alle wirklich wichtigen Details ohne Aufpreis, zum Beispiel die sehr wirksame und mit geringer Luftbewegung arbeitende Klimatisierungsautomatik. Wobei hier sogar die pfiffige Restwärmeausnutzung und die Umluftregelung dabei sind. Dennoch bleibt Raum für Extraausgaben, die das Leben mit dem Kombi noch angenehmer machen sollen. Die Mercedes-Männer haben nämlich für den neuen Kombi intensiver als sonst an den Kunden gedacht. Herausgekommen ist dabei nicht einfach eine Hilfe zum Laden und Stauen, sondern natürlich ein "Laderaummanagement", das den Beinamen "Easy-Pack-System" trägt. Es enthält überaus praktische Details, zum Beispiel den automatisch ein- oder ausfahrenden Laderaumboden (905 Euro) und eine verstellbare Teilung des Ladevolumens (Fixkit für 226 Euro) zum Fixieren des Transportguts. Ebenso praktisch wie einfach ist eine Ablagebox in Form eines großen Käsedreiecks (104 Euro), die den durch die schräge Stellung der Rückbanklehne entstehenden toten Raum charmant zu nutzen weiß. Beeindruckend ist die bis in den entferntesten Winkel reichende Verarbeitungsqualität. Allerdings wird sich erst noch erweisen müssen, ob die eingesetzten hellen Kunststoffe der Belastung im Dauerbetrieb gewachsen sind. Wie die hellen Sitz- und Verkleidungsbezüge verelenden sie beim Einsatz von kleinen Kindern recht schnell.

          Vorn gibt es den gewohnten Luxus der Limousine - hinten die Lust am Laden

          Raum bietet das neue T-Modell reichlich. Auch über die Zuladung (570 Kilogramm) kann nicht geklagt werden, und die serienmäßige Niveauregulierung an der Hinterachse (keine Verkürzung der Federwege unter Last) wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Die Heckklappe schwingt weit über Kopfhöhe nach oben, die Zuziehautomatik funktionierte bei unserem Exemplar nicht immer völlig. Die Klappe ist ein Tor: 77,5 Zentimeter ist die Öffnung hoch, unten 105 und oben 92 Zentimeter breit. Die gut geschützte Ladekante liegt 56 Zentimeter über dem Boden. Innen weitet sich die Ladefläche auf 110 Zentimeter in der Breite (in Nischen sogar auf 132), und sie bietet in der Tiefe 96 Zentimeter. Klappt man die Rücksitzbank (ein zu zwei Drittel geteilt) mit anderthalb Handgriffen um und entfernt die voluminöse, automatisch mit der Heckklappe nach oben wandernde Abdeckung (sie enthält ein zwischen Lade- und Passagierraum einzuhängendes Trennetz), entsteht beinahe ein Tanzboden für Menschen und Mäuse: 188 Zentimeter mißt die Ladetiefe, die Stapelhöhe bis zur Abdeckung beträgt 40 und bis zum Dach 80 Zentimeter. Eine Klappe im Boden mit automatischer Stütze (!) beim Öffnen verbirgt zusätzlichen Stauraum, auf das Reserverad wurde zugunsten eines Reifendichtsystems verzichtet, in den Seiten gibt es kleine Gepäcknetze. Man merkt: Die Freude am Detail gilt der Lust am Laster.

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