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Fahrtbericht : Die Lust auf Luxus wird nicht so recht befriedigt

Der RX330 auf der North American International Auto Show in Detroit, Januar 2003 Bild: AP

Zwar ist der Lexus RX 300 Luxury voller technischer Spielereien und Nettigkeiten, aber Mangel an Luxus und keine Austattung mit Dieselmotor wird auch diesem Toyota den Weg zum Erfolg verstellen.

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          Lexus tut sich schwer auf dem deutschen Markt. Seit mehr als zehn Jahren versucht Toyota mit seiner Edelmarke hierzulande Fuß zu fassen, und es gelingt nicht: Trotz aller guten Kritiken und Bestnoten bei den Kundenzufriedenheitswerten des renommierten J.D. Power-Instituts bleiben die Stückzahlen marginal. Dagegen werden Lexus in Amerika zu Zehntausenden verkauft: knapp 190.000 bisher in diesem Jahr. Zum Vergleich: BMW kommt in den Staaten bisher auf 180.000, Mercedes-Benz auf 160.000 Autos. An der technischen Qualität der Fahrzeuge liegt der mangelnde Erfolg hierzulande gewiß nicht, vielmehr ist es Toyota immer noch nicht gelungen, ein dem Anspruch der Marke entsprechendes Image aufzubauen. Außerdem wird die Hälfte der Kunden von vornherein ausgeschlossen, weil es bei Lexus eben keine Dieselmotoren gibt, basta. Und das wird sich mittelfristig auch nicht ändern.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Und noch etwas unterscheidet Lexus von der Konkurrenz - in diesem Fall etwa vom Mercedes-Benz ML oder vom BMW X5/X3: Der Kunde kann sein Auto kaum persönlich konfigurieren, ein Lexus RX 300 ist ein Komplettangebot in den Versionen Basis, Executive und Luxury. Bei unserem Exemplar konnten nur noch Farbe und Schiebedach (750 und 1.250 Euro) sowie DVD-Navigationssystem (3.480 Euro) und Holzeinlagen im Armaturenbrett/Lenkrad (640 Euro) zusätzlich geordert werden. Selbstredend gibt es nur einen einzigen Motor, nicht deren fünf wie beim ML.

          Hat man sich dennoch für den RX 300 entschieden, kann das vom klaren und erfrischenden Design inspiriert worden sein. Damit ist der RX mit seinen glatten, gedrungenen Linien, dem coupéartig abgeschrägten Heck, dem mächtigen Kühlergrill und den Klarglasscheinwerfern auf der Höhe der Zeit. Mit 4,78 Meter Länge hat er zudem das Format eines ausgewachsenen Geländewagens. Da ihm aber ein Untersetzungsgetriebe fehlt, ist er der neumodischen Kategorie der SUV, den sportlichen Freizeitfahrzeugen, zuzurechnen.

          Lauter Nettigkeiten aber kein Luxus

          Die erste kleine Enttäuschung erfolgt schon beim Einsteigen. Trotz Ledergestühl erwartet man von einem 50.000-Euro-Auto eine wertigere Anmutung des Innenraums, der Lexus bietet haptisch kaum einen Hauch von Luxus. Zwar ist die Verarbeitung gut, aber die verwendeten Materialien wirken nicht edel. Das Plastik im Alu-Look an der Mittelkonsole wirkt aufgesetzt, jedoch ist alles sehr funktional, die Hebel und Schalter sind am rechten Fleck (bis auf den Hebel der Fuß-Feststellbremse, der gern dem linken Fuß ins Gehege kommt), und über Platzmangel können sich Fahrer und Beifahrer nicht beklagen. Zudem ist der Luxury-Lexus mit allen Nettigkeiten ausgestattet, die bei der Konkurrenz mitunter zusätzlich Geld kosten oder nicht zu haben sind: elektrisch verstellbare Vordersitze (mit Memory für den Fahrer), elektrisch schließende und öffnende Heckklappe, adaptives Kurvenlicht, Luftfederung und Rückfahrkamera (im Preis für DVD-System enthalten). Elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, Tempomat, Zentralverriegelung und reichlich Airbags sind in dieser Klasse so selbstverständlich wie ABS, ESP und permanenter Allradantrieb mit Traktionskontrolle.

          Zurück zur Funktion: Das serienmäßige CD-Radio kann wie die Klimaanlage zusätzlich über den Touch-Screen-Monitor bedient werden. Das ist ganz praktisch, nur muß man immer wieder unschöne Fingerabdrücke wegwischen. Positiv: Man kann den Schirm komplett abschalten. Ein Bordcomputer gehört zum Lieferumfang, er informiert über Reichweite und Verbrauch, ein Novum ist die Anzeige "Verbrauch seit dem letzten Tankstopp". Das fanden wir ganz praktisch, der Wagen benötigt aber tatsächlich etwas weniger als angezeigt. Legt man den Rückwärtsgang ein, schaltet der Schirm automatisch auf die Rückfahrkamera um. Mit deren Bild kann man erstens abgebrühte Mitfahrer, die schon viel gesehen haben, wirklich beeindrucken, und zweitens ist es von praktischem Nutzen, denn nach hinten sehen kann man damit auch, sogar ein kleines Kind, das direkt hinter dem Auto steht und sonst nicht auszumachen wäre. Wir finden eine solche Kamera nützlicher als das nervige Gepiepse eines akustischen Warnsystems. Regen und Dunkelheit setzen der Kamera jedoch schnell Grenzen.

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