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Fahrtbericht : Der wilde Kerl kann auch verwöhnen

  • -Aktualisiert am

Der Porsche Boxster S Bild: Porsche

Der Sportwagen mit Mittelmotor gilt für viele immer noch als Einsteigermodell in die Porsche-Welt. Dabei ist seine dritte Generation dem ewigen 911 mehr als dicht auf den Fersen.

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          Mehr Leistung, geringerer Verbrauch, bessere Fahreigenschaften und weiterhin der ratternde Sägeklang eines Sechszylinder-Boxermotors. Nein, von einem weichgespülten Sportwagen als Einsteigermodell in die Porsche-Welt kann wahrlich nicht die Rede sein. Der Boxster S ist der Kräftigere der Baureihe, die als Cayman auch in Coupé-Form angeboten wird.

          Dass er mit der Neuauflage maskulinere Züge bekommen haben soll, die dem Image eines Frauenautos entgegenwirken sollen, möchten wir nicht bestätigen. Der Boxster hat gerade in der S-Version seine schwellenden Formen bewahrt, er macht auf charmante Art kein Hehl aus Anspruch und Potential und wirkt damit doch eher weiblich. Knapp 60 000 Euro kostet die kräftigere der beiden offenen Mittelmotor-Versionen, die Porsche im Programm hat. Dafür gibt es 232 kW (315 PS) und die Garantie für erheblichen Fahrspaß.

          Design in klassischen Zügen

          Der Boxster trägt klassische Züge eines Spyders, anders als bei einem Roadster wie dem Z4 von BMW ist die vordere Haube nicht länger als nötig und deshalb kurz, aber dennoch unübersichtlich. Der 3,4-Liter-Boxermotor nölt kraftstrotzend direkt hinter der Rückwand des Innenraums, sitzt zum Teil unter dem dreigliedrigen Stoffverdeck, das sich in Windeseile automatisch in neun Sekunden öffnet oder schließt.

          Das gelingt bis zu einem Tempo von 50 km/h und erregt gerade in der Stadt erhebliches Aufsehen. Das winzige Windschott (268 Euro Aufpreis) leistet gute Dienste, es reduziert die stürmischen Winde, die sonst bei schnellerer Fahrt im Innenraum herrschten, auf eine erträgliche Brise. Doch die Seitenscheiben müssen oben sein.

          Ein Innenraum von ehrlicher Schlichtheit

          Der Innenraum ist knapp geschnitten. Die schmale Mittelkonsole kann den gelegentlichen Körperkontakt zum Beifahrer nicht verhindern, hinter die Sitze passt allenfalls ein schmaler Aktenordner. Doch das Sportgestühl mit elektrischer Höhenverstellung und ebensolcher der Lehne empfängt beide Boxster-Piloten mit der Passgenauigkeit eines Maßanzugs, die Verstellwege sind fein gerastet und bieten wohl jedem Chauffeur die Einstellung einer perfekten Sitzposition. Großzügig lässt sich obendrein das kleine Lenkrad in der Höhe und axial verstellen. Noch mehr erfreut jedoch, dass das Volant frei von jeglicher Belastung mit Fernbedienungstasten ist. In ehrlicher Schlichtheit ziert es das Interieur und wirkt deshalb besonders edel.

          Die Instrumententafel erstreckt sich in komplexer Informationsdichte vor dem Fahrer. Das Tempo wird analog auf einer gut ablesbaren Skala angezeigt, zusätzlich liefert ein digitaler Tacho exakte Werte. Die Anzeige der Reichweite findet sich dort, wo man sie am ehesten vermutet: in der Tankuhr. Die übrigen Bedienungselemente bekennen sich mit eindeutigen Beschriftungen zu ihren Funktionen, etwas überfrachtet wirkt die Mittelkonsole dennoch. Ablagen warten in ausreichender Zahl auf Befüllung, ins Handschuhfach passt Bordlektüre oder sogar ein altmodischer Straßenatlas, und die Getränkehalter geben Bechern auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten Halt. Sie sollten jedoch verschlossen sein, denn in Sachen Querbeschleunigung erhebt der Boxster S meisterlichen Anspruch.

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