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Fahrtbericht : Das Vorbild bleibt vorbildlich, doch die Konkurrenz schläft nicht

Am Äußeren sollte es nicht scheitern - der Scénic tritt modern und frisch auf Bild: Renault

Der Stammvater der Kompaktvans kultiviert alte Tugenden und ist mit einem stärkeren Dieseltriebwerk bestens motorisiert. So setzt der Scénic mit unkomplizierter Qualität auf klassische Renault-Werte.

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          "Es gibt Autos, auf die hat der Markt gewartet, und keiner hat es gewußt." Mit diesem Satz begann im Jahr 1997 unser erster Großer Fahrtbericht über den Renault Mégane Scénic. Damals hatte Renault im frisch entdeckten Marktsegment "Kompaktvans" noch eine Alleinstellung. Heute wissen wir, wie sehr der Markt auf so ein Konzept gewartet hat, vor allem seit der VW Touran die Zulassungsstatistiken stürmt. Kompaktvans haben dieses Jahr im fallenden Markt um sage und schreibe 47 Prozent zugelegt (im Vorjahresvergleich), mit knapp 200.000 Fahrzeugen ist es mittlerweile das viertstärkste Segment in Deutschland.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wenn auch der Scénic (den Beinamen Mégane hat er inzwischen abgelegt) hierzulande von Touran und Opel Zafira überrundet wurde, kann er immer noch davon zehren, das Original zu sein, und das gibt es seit Frühsommer in der zweiten Auflage. Schon der erste Eindruck ist positiv. Im Gegensatz zum großen Bruder Espace entfernt sich das Design nicht weit vom Mainstream, die Falte im Heck ist weniger ausgeprägt, die Front wirkt bei weitem nicht so dröge unförmig wie beim Espace. Kurz, der Scénic tritt modern und frisch auf, am Äußeren sollte ein Kauf nicht scheitern.

          Klassische Qualität

          Im Inneren setzt man auf bewährte Werte, also fünf Sitze, von denen die drei im Fond einzeln herausgenommen werden können, einen recht großen Kofferraum (430 Liter bis zur Sichtkante), Staufächer und Schubladen an allen Ecken und Enden (Fassungsvermögen zusammen immerhin 91 Liter) sowie eine eher verspielte Gestaltung der Armaturen und Bedienelemente. Daß der Scénic im Vergleich mit dem alten Modell in der Länge um neun Zentimeter gewachsen ist, spürt man sofort. Auf allen Plätzen herrscht ein vorzügliches Raumgefühl, auch in der zweiten Reihe, selbst auf dem Mittelplatz, der allerdings wiederum etwas schmäler geraten ist. Renault hat bewußt auf eine dritte Reihe verzichtet, überläßt dieses Feld aber bald nicht mehr der Konkurrenz. Im nächsten Jahr kommt der Grand Scénic, der rund 1.000 Euro teurer sein soll und weitere 24 Zentimeter länger.

          Schon der erste Eindruck ist positiv
          Schon der erste Eindruck ist positiv : Bild: Renault

          Nun, nicht jeder will sieben Sitze (jeder dritte Touran-Käufer bestellt sie), und für Fünfe bietet der Scénic nach wie vor Raum auf relativ knapper Grundfläche. Die zweite Reihe ist schnell aus- und eingebaut, je nach Bedarf kann der Renault Fünf-, Vier-, Drei- oder Zweisitzer sein. Wie bisher kann man nach dem Entfernen des Mittelsitzes die beiden Außensessel nach innen zentrieren, in Längsrichtung zu verschieben sind alle drei, und die Klapptischchen an den Rückseiten der Vordersitze gibt es selbstverständlich auch noch. Räumt man den Fond gänzlich leer, steht eine Ladefläche von 1,65 Meter Länge zur Verfügung bei einer Breite zwischen den Radkästen von 1,13 Meter und einer Höhe von rund einem Meter. Da geht was rein, 1.850 Liter sind es insgesamt.

          Wunsch des Fahranfängers

          Völlig neu gestaltet hat Renault das Armaturenbrett. Die Instrumente sind mittig angeordnet, so daß jeder Mitfahrer etwas davon hat. Die gefahrene Geschwindigkeit wird digital angezeigt, der Drehzahlmesser ist eine Mischung aus digital und analog und nur sehr schlecht abzulesen. Hat man ein Navigationssystem an Bord (1.850 Euro Aufpreis), muß man sich zum Bedienen immer weit vor über das nicht mehr so flach stehende Lenkrad beugen, weil die Tasten direkt vor dem Schirm sitzen.

          Apropos Bedienung. Von den technischen Möglichkeiten her kann der Scénic mit Oberklasse-Fahrzeugen mithalten. So gibt es nicht nur einen Tempomat (200 Euro Aufpreis), sondern in bestimmten Versionen auch keinen konventionellen Schlüssel. Statt dessen hat man eine Karte, die man nur bei sich tragen muß, dann öffnet sich nach dem ersten Anfassen des stabilen Bügelgriffs die Tür. Leider schließt sich der Scénic nicht automatisch ab, wenn man sich aus dem Umkreis des Wagens entfernt. Da hätte man konsequenter sein sollen. Gestartet wird der Motor per Startknopf.

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