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Fahrtbericht Dacia Lodgy TCe 115 : Raumschiff der Renault-Rumänen

Bild: F.A.Z., Dacia

Dacia hat sich längst im deutschen Markt etabliert. Eine wachsende Zahl von Käufern fragt nicht nach dem Image, sondern nach der Leistung. Und die ist bei jedem der rumänischen Autos hoch - der Preise wegen.

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          Für den im Sommer 2012 gestarteten, 4,50 Meter langen Familienwagen Lodgy ruft die Renault-Tochtergesellschaft einen Basispreis von 9990 Euro aus. Das ist zwar ein Lockvogelangebot, doch selbst das von der Redaktion bewegte Topmodell in der Ausstattungslinie „Prestige“ kam nicht über 16 000 Euro hinaus. Und dann ist alles dabei, was die Preisliste hergibt: Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Audio-Anlage mit Navigationssystem, eine dritte Sitzreihe (590 Euro Aufpreis), Metallic-Lackierung (470 Euro) und eine Einparkhilfe hinten. Servolenkung, vier Airbags, ABS und ESP haben alle Lodgy, die fernbediente Zentralverriegelung fehlt lediglich im 9990-Euro-Einsteiger.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Verzichten muss man freilich auf alle modernen Assistenzsysteme, auch einen Tempomaten kann man nicht bestellen. Doch dafür kann der Lodgy mit seinem Raumangebot trumpfen. Gleich mehrere Asse spielt er hier aus: In allen drei Reihen, auch in der letzten, können Erwachsene gut sitzen, der Mittelplatz in der mittleren Reihe ist kein Notbehelf, die Köpfe können hoch getragen werden, der Einstieg ist bequem, das Kofferraumvolumen gigantisch. Ohne die dritte Sitzbank passen bis zum Dach gut 1000 Liter Ladung in den Lodgy, die Ladefläche ist dann 1,20 Meter lang, mindestens 1,10 Meter breit und 1,20 hoch. Maximal sind es gar 2617 Liter, das reicht für jeden studentischen Umzug. Um die zweite Sitzbank auszubauen, muss zum Schraubenschlüssel gegriffen werden. Ist sie zusammengeklappt und senkrecht gestellt, hat der Laderaum eine Länge von 1,80 Meter. Reisen sieben Schwaben im Dacia, bleiben nur 207 Liter Volumen hinter der weit nach oben schwingenden Heckklappe. Man kann nicht alles haben.

          Dacia Lodgy Tce 115

          Ja, wo ist der Haken? Nicht beim Motor, doch dazu kommen wir später. Natürlich darf man kein Ambiente erwarten wie etwa in einem Audi. Alles ist einfach gemacht, die Gepäckraumabdeckung ist furchtbar labbrig, die dritte Bank ein schweres Stück, die nur mit Mühe aus dem Wagen zu wuchten ist. Wer sie bestellt, bekommt außerdem zwei seitliche Ausstell-Fenster hinten und Ablagefächer rechts und links in den Seiten für Passagier 6 und 7. Der Mittelplatz in der Mittel-Bank ist zwar bequem, der Gurt dafür muss jedoch aus der Decke geholt werden. Positiv: Die Seitenfenster der hinteren Türen fahren ganz nach unten. Alle Sitze sind etwas zu weich, wie immer bei Renault.

          Fahrer und Beifahrer schauen auf ein Kunststoff-Armaturenbrett, das nicht völlig ohne Charme ist, so viel Esprit hätten wir gar nicht erwartet. Oben gibt es noch ein praktisches Ablagefach mit Deckel, das Navi ist das gleiche wie beim Renault Clio (und kostet sonst moderate 430 Euro). Das Vorhandensein dieser Einheit hebt die Wertigkeit des Innenraums deutlich an. Die analoge Instrumentierung beschränkt sich auf Tacho und Drehzahlmesser, die unbeleuchtet nicht gut abzulesen sind. Elektrisch mit Bälkchen erfolgt die Tankanzeige. Auch der Wegstreckenzähler ist digital. Fakultativ kann man sich anstelle dessen Daten aus dem Bordcomputer anzeigen lassen. Die Digital-Uhr war in unserem Auto offenbar ausgefallen oder deaktiviert. Offen bleibt, wie warm das Kühlwasser ist oder wie hoch die Außentemperatur.

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