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Fahrtbericht Citroën C4 Picasso HDi 135 : Und wo sitzt Schneewittchen?

  • -Aktualisiert am

Der neue Citroen Picasso Grand, ein Familienauto Bild: Hersteller

Die Liebe zur Familie geht auf Kosten des agilen Fahrens. Was den Citroën C4 Picasso HDi 135 zu einem waschechten Familienauto macht. Oder warum das etwas Andere auch fast das etwas Geniale ist.

          4 Min.

          Der Künstler hat es einfach. Der steht da mit seinem Pinsel voller Farbe und fuchtelt los. Wenn er dann auch noch Pablo P. hieß, dann war es Kunst und teuer. Der Autoingenieur hat es schwerer. Da entwickelt er einen wunderbar avantgardistischen, komfortablen Minivan, der die Leichtigkeit des Seins verkörpert, und dann muss er lesen: Und wo sitzt Schneewittchen?

          Sieben Sitze hat der Citroën C4 Picasso serienmäßig (eine Variante mit fünf Plätzen, die auch noch anders aussieht, ist schon fertig), und damit kann auch die größere Familie etwas anfangen. Zwerge müssen da überhaupt nicht dabei sein, im Gegenteil. Aber wir wollen uns der Reihe nach mit diesem ungewöhnlichen Citroën (schon wieder einer, nach dem eindrucksvollen C6) beschäftigen.

          Setzt Maßstäbe im Segment

          Schon der erste, kleinere Xsara Picasso-Van von Citroën (ihn einzustellen, ist nicht geplant) blieb zwar in der Regel auf der Straße, aber er tanzte formal aus der Reihe. Für manche Kunden war er freilich nicht übermäßig gelungen, sie hatten mitunter Probleme damit, zu erkennen, wo vorn und wo hinten war. Das ist beim neuen C4, der mit dem gleichnamigen älteren Modell technisch wenig gemeinsam hat, besser gelungen. Die keineswegs übermäßig kompakt geratene Karosserie pflegt fließende Linien, die schon ein erster Hinweis auf die ausgeprägten Eigenschaften des Gleitens sind.

          Die wenig kompakte Karosserie pflegt fließende Linien

          Das nehmen bis zu sieben Passagiere gern zur Kenntnis. Denn ein Minivan ist kein Sportwagen, sie erwarten andere Qualitäten: Die Türen öffnen ausreichend weit, der Einstieg gelingt ohne Verrenkungen vorn und in der Mitte, nach hinten bewegt man sich an der Grenze zu einer turnerischen Übung. Die fünf vorderen Sitze sind überaus komfortabel, das hinterste Duo ist spartanischer geraten, Kinder sitzen hier gern, und sie haben ihren Spaß daran. Natürlich gibt es überall Sicherheitsgurte, und Airbags für die passive Sicherheit sind in ausreichender Menge anwesend. Die Zahl der Ablagen ist zu loben, die Verarbeitung und die Wahl der Materialien sind gut gelungen, da setzt dieser C4 beinahe schon Maßstäbe in diesem Marktsegment.

          Glasdach ohne Aufpreis

          Die Überhänge der Karosse sind von ausgewogener Dimensionierung, eine niedrige Gürtellinie sorgt gleichzeitig für Taillierung und Offenheit, denn die Fensterflächen sind großzügig bemessen. Das Dach ruht auf fast filigranen Pfosten, die Übersichtlichkeit nach vorn ist dennoch schlecht, das Auto endet für den Fahrer an der Unterkante der Windschutzscheibe. Sie zieht sich nicht nur weit in das Dach hinein, sondern sorgt durch ihre Positionierung dafür, dass man vorn weit zurückversetzt sitzt und eine weitläufige Landschaft aus Kunststoff und Armaturen entstanden ist. Aber das sieht sehr aufgeräumt aus, zumal es zweifarbig und mit sanftem Schwung serviert wird.

          Hier wird jene lichte Großzügigkeit demonstriert, die den Charakter des C4 Picasso bestimmt. Die Innenraumbreite ist angenehm, in der von uns bewegten Ausstattung gehört ein riesiger Einsatz aus Glas im Dach ohne Aufpreis dazu, leider ist er fix montiert. Die hintersten Sitze kann man im Boden versenken, mit zwei Handgriffen holt man sie wieder heraus, damit hätte auch Schneewittchen keine Schwierigkeiten. Dann gibt es einen Kofferraum, der nur noch etwa 25 Zentimeter tief ist, da muss man geschickt stapeln. Bis zur zweiten Sitzreihe ergibt sich eine Ladetiefe von 100 Zentimeter, bis zu den Vordersitzen sind es 136, in der Breite sind es etwa 140 Zentimeter. So gibt es reichlich Raum, der fein zugänglich ist, die Heckklappe schwingt weit über Stehhöhe hinaus, die Heckscheibe kann man separat öffnen.

          Nichtschalten will gelernt sein

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