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Fahrtbericht Citroën C4 : Kompaktklasse auf die sanfte Tour

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der neue Citroën C4 beschwört alte Tugenden der Marke mit moderner Technik. Komfort wird geboten, kleine Schwächen aber auch. Doch ein vorzüglicher Federungskomfort und der sparsame Verbrauch machen ihn für lange Strecken zum idealen Reisebegleiter.

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          Die Zeiten der Stilikonen bei Citroën war vorbei. Die Marke hatte sich nach vielen unverwechselbaren Autos auf konventionelle, ja fast beliebige Formen zurückgezogen. Aber in der jüngsten Vergangenheit beweist man wieder Mut zu Außergewöhnlichem, der DS3 ist ein Beispiel dafür.

          Der Ende 2010 präsentierte, kompakte C4 geht so weit nicht, in seiner Klasse regiert die Ratio und lässt für Träumereien keinen Platz. Aber der Citroën bietet viel Raum, mehr als alle seine Wettbewerber. An Motoren stehen drei Benziner und zwei Selbstzünder zur Wahl. Wir sind jetzt den stärksten Diesel gefahren, der einen Grundpreis von 25.575 Euro hat.

          Design
          Die Form des 4,33 Meter langen Viertürers ist solide und gelungen. Seine Figur ist nicht auf-, aber immerhin anregend. Innen führen die Franzosen die Entspannungsübungen fort, da setzen die Verkleidungen der Mittelkonsole aus Kohlefaser-Imitat und die silbrig glänzenden Intarsien in den Türen und am Armaturenbrett wohltuende Kontrapunkte zum grauen Einerlei.

          Instrumente
          Noch mehr Farbe bringt die Hinterleuchtung der runden Instrumente ins Spiel. Sowohl die Tönung der Skalen als auch die der Zeiger lässt sich ganz nach Gusto variieren, das Spektrum reicht vom zarten Pastellgrün bis zum schummrigen Violett. Der Tacho ist nur schlecht abzulesen, aber das aktuelle Tempo wird auf Wunsch auch in großen digitalen Ziffern zwischen den Rundinstrumenten angezeigt.

          Bild: F.A.Z.

          Panoramadach
          Viel Licht lässt das große, gläserne Panoramadach (als Option, 990 Euro Aufpreis) ins Innere. Brennt die Sonne trotz isolierender Glastönung zu arg auf den Scheitel, kann es mit einem elektrischen Rollo verschlossen werden.

          Bedienung
          Die Bedienung des C4 ist einfach. Schalter und Hebel geben ihre Funktion klar zu erkennen. Selbst die Navigationsanlage lässt sich ohne große Missverständnisse kontrollieren. Nur am Multifunktionslenkrad, dessen Kranz unten leicht abgeflacht und mit einer Aluminiumleiste verziert ist, sind den Designern die Pferde durchgegangen.

          Mehr als ein Dutzend Schalter und Drehsteller finden sich auf dem Pralltopf. Wer Hupen möchte, und hierzu ist ein Druck auf ebendiesen notwendig, suche sich frühzeitig ein freies Plätzchen aus, das er nutzen kann, ohne gleich andere, ebenfalls hier integrierte Funktionen auszulösen.

          Sitze
          Eine bequeme Haltung am zweifach verstellbaren Leder-Lenkrad ist schnell gefunden. Die Sitze - für 1490 Euro Aufpreis mit Leder bezogen und weich gepolstert -, bieten guten Langstreckenkomfort, aber nur wenig Seitenhalt in Kurven. Sie können elektrisch verstellt und beheizt werden, die Bedienelemente hierfür verstecken sich tief unten an den Sitzkonsolen, sie lassen sich allenfalls erahnen.

          Die Memorytasten für die Sitzeinstellung berührt man oft aus Versehen beim Aussteigen, worauf der Sitz beim nächsten Einsteigen garantiert in einer völlig unpassenden Position steht.

          Motor
          Die elektrische Parkbremse des C4 löst sich beim Anfahren von allein, der Zweiliter-Vierzylinderdiesel schnurrt los wie ein sanfter, aber muskulöser Kater vor dem Kaminofen. 110 kW (150 PS) liefert er und stellt ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmeter bei 2000 Umdrehungen in der Minute bereit.

          Das sorgt für erhebliche Durchzugskraft, schon bei weniger als 1600/min spannt der Diesel die Muskeln und beschleunigt den C4 in nur 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dabei wirkt er weder angestrengt, noch lärmt er unnötig, sehr souverän treibt er den Citroën, der aufgrund der schwergewichtigen Extras und der umfangreichen Exclusive-Ausstattung 1430 statt der angegebenen 1340 Kilogramm wiegt, voran.

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