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Fahrtbericht Citroën C3 : Der Kleine mit der hohen Stirn

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Rund wie ein Brötchen, munter wie ein Füllen: Der Zweitkleinste aus dem Programm der Franzosen weckt Sympathie. Und jetzt hat er noch etwas, das kein anderer hat und das bringt Übersicht und eine Flut von Licht in den Innenraum.

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          Schon die erste Auflage des C3 aus dem Jahr 2001 konnte man mögen: eher noch runder damals, acht Zentimeter kürzer und, passend motorisiert, auch schon munter wie ein Füllen. Aber er blieb ein Kleinwagen unter vielen, den vor allem kaufte, wer ohnehin einschlägig markentreu war.

          Mit dem Nachfolger, am Markt seit vergangenem November, könnte das anders werden. Und zwar nicht nur wegen der auffälligsten Neuerung unter vielen weniger sichtbaren, die freilich nicht zur Grundausrüstung gehört: der riesigen Frontscheibe, die fast bis in die Mitte des Dachs reicht. Serienmäßig ist sie nur in der Spitzenversion Exclusive, beim mittleren Ausstattungsniveau Tendance kann man sie für 400 Euro als Extra ordern - im Paket mit ein paar anderen eher unnötigen Dingen.

          Die hohe Stirn hat mehrerlei Vorzüge. Zum einen erleichtert sie den Blick auf hoch angebrachte Ampeln, dankenswert hierzulande, wo es die in Frankreich verbreiteten kleinen Rot/Gelb/Grün-Leuchten am Fuß der Masten nicht gibt. Zum Zweiten sorgt sie im Innenraum des C3 für ungewohnte Lichtfülle und Luftigkeit, die man nicht nur an trüben Wintertagen schätzt. Zum Dritten macht sie, ganz generell, den C3 zu einem Farbklecks im Grau der Kleinwagen, und das passt ja auch irgendwie zur Marke.

          Bild: F.A.Z.

          Die Nachteile der Zenith-Windschutzscheibe genannten Verglasung seien auch nicht verschwiegen: Ersatz im Schadenfall ist teurer, und im Sommer öffnet sie der Sonneneinstrahlung Tür und Tor - zumindest wenn man vergessen hat, den zugehörigen verschiebbaren Teil des Dachhimmels nach vorn zu ziehen, der auch die üblichen Klappsonnenblenden trägt. Man muss ihn manuell bewegen, aber das ist wirklich nur ein Griff, der den C3 in ein normales Auto zurückverwandelt: Dann merkt man erst, wie sehr man sich schon an das Oberlicht gewöhnt hat.

          Die zweite Auflage des C3 kann man aber auch aus einem zweiten Grund vor vielen Konkurrenten bevorzugen. Citroën hat sich nämlich alle Mühe gegeben, ihn im Innenraum hübscher zu machen. Da traut man seinen Augen kaum: Man ist von hochwertig wirkenden, gut verarbeiteten Materialien umgeben, jeder Anflug von billig wurde sorgsam vermieden - im Fall unseres Wagens noch unterstützt durch ein spezielles Armaturenbrettdekor, das im Paket mit dem HiFi-/Navigationssystem „MyWay“ (Aufpreis ab 1350 Euro) geliefert wird.

          Darüber freut sich nicht nur der Fahrer, der zudem wieder auf vernünftige, sehr gut ablesbare und beleuchtete Rundinstrumente statt auf den krampfhaft modern gemeinten Digitaltacho des Vorgängers blickt.

          Und allen Insassen kommt zugute, dass sich Citroën auch beim C3 der alten französischen Tugend erinnert hat, Autos mit wahrnehmbarem Federungskomfort auszustatten. Im Vergleich zu den heute in allen Klassen verbreiteten Härtefällen ist das Fahren mit ihm ein Komforterlebnis. Schon das Anfedern gestaltet sich geschmeidig statt hoppelig oder stuckerig, Unebenheiten aller Kaliber werden effizient geschluckt, allenfalls kleine Poltergeräusche können den Eindruck trüben, ein größeres und teureres Modell zu fahren. Wer die heutigen Standards des Nichtkomforts kennt, kann Citroën hier nur loben und ermuntern, auf diesem Weg zu bleiben.

          Erwachsene werden zu Bittstellern

          Als knapp vier Meter langer Viertürer ist der C3 schon ein Auto, an das man gewisse Anforderungen für den Nutzraum stellen darf. Was das Gepäck betrifft, erfüllt er die auch: 300 Liter Grundmaß des Kofferabteils hinter der Heckklappe sind erfreulich viel (VW Polo: 280, Opel Corsa: 285, Ford Fiesta: 295 Liter), allerdings gibt es kein Reserverad, sondern nur ein Reparaturset.

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