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Fahrtbericht Chrysler Grand Voyager : Familienpolitik aus der Hauptstadt

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Die spinnen, die Amis. Aber nicht immer. In Gestalt des XXL-Vans mit Bernhardiner-Gemüt bringen sie uns etwas, das uns sonst fehlen würde: Der Grand Voyager von Chrysler ist ein Siebensitzer, der auch bei Vollbesetzung noch genügend Platz für Gepäck im Kofferraum bietet.

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          Es gibt am deutschen Markt eine ganze Menge Vans, die sieben Personen Platz bieten – auf einer mehr oder weniger bequemen dritten Sitzbank, die sich meist mehr oder weniger geschickt im Boden verkriecht, wenn sie nicht gebraucht wird. Doch die meisten von ihnen sind für ihren Anspruch nicht groß genug: Ist man wirklich zu siebt unterwegs, schrumpft der Kofferraum so sehr, dass er nicht mehr urlaubsreisetauglich ist.

          Renaults Grand Espace macht hier eine löbliche, wenn auch immer noch beschränkte Ausnahme, und natürlich VW Multivan und Mercedes Viano, die keine echten Vans, sondern zivilisierte Transporter sind. Aber da ist noch einer, der sich Großfamilien für die Ferienreise anbietet, und er kommt aus dem Land der fetten Autos, aus Amerika.

          Der Voyager vom Stamme Chrysler trägt auch heute noch den Namen, der den ersten Van überhaupt populär machte. Viele Jahre gab es ihn in einer kürzeren und einer längeren Version. Die fünfte Generation, seit dem vorigen Jahr unterwegs, beschränkt sich auf die große Ausführung, und die hat – auf 5,14 Meter Länge, mehr als eine S-Klasse – mit ihrem eindrucksvollen Design wie mit ihrem Nutzraum hierzulande keinen Konkurrenten zu fürchten.

          Perfektes Laderaum-Management

          Das fängt beim schieren Ladevolumen an. Es beträgt selbst bei Siebensitzigkeit noch 638 Liter, gemessen allerdings nach amerikanischem ISO- statt europäischem VDA-Maß. In Wahrheit ist es also ein bisschen weniger, aber 61 Zentimeter Tiefe und rund 1,20 Meter Breite ergeben schon bis zum Abdeckrollo rechnerisch gut 400 Liter, bei dachhoher Beladung fast das Doppelte.

          Noch mehr beeindruckt das perfekte Laderaum-Management, das Chrysler schon 2004 präsentierte. Die Erweiterungs-Kommissare des Unternehmens haben sowohl der dritten als auch der zweiten Sitzreihe (zwei Einzelsessel) beigebracht, sich im Ruhestand praktisch unsichtbar zu machen. Sie falten sich clever zusammen und hinterlassen dabei keine Höcker oder Klüfte, sondern einen völlig glatten und ebenen Boden.

          Für die zweite Reihe muss man dazu Hand anlegen, bei der dritten genügt gegen Aufpreis ein Knopfdruck, weil das serienmäßige Stow-’n’-Go-System die geteilte Bank dann mit elektrischer Hilfe wegbesorgt, wahlweise auch nur die Rücklehne flach legt, damit der Fahrer besser durchs Heckfenster schauen kann. Mit nur noch fünf Sitzen wachsen die Ladelänge auf 133 Zentimeter und der Rauminhalt auf 1936 Liter (ISO) und mit zwei Sitzen, wenn mal wieder ein Umzug ansteht, auf 2,30 Meter und 3296 Liter.

          Drei Klassen in einem Auto

          Nun müssen wir der Großmannssucht des Grand Voyager freilich auch einen Dämpfer aufsetzen. Denn für sieben Erwachsene empfiehlt er sich nicht: Die Sitzbank der dritten Reihe ist bloß 1,10 Meter breit, das reicht nur für zwei große Leute oder drei schmale Kinderpopos. Auch die Lehnenhöhe ist dort knapp.

          Im Gegensatz zu dieser Economy Class reisen die zwei von der zweiten Reihe schon Business auf ihren Sesseln, die sich längs um bis zu zehn Zentimeter verschieben lassen und so den Hinterbänklern etwas mehr Knieraum verschaffen können.

          Die First Class ist natürlich ganz vorn. Hier lassen sich Fahrer und Beifahrer auf rundum bequemen, elektrisch einstellbaren Sitzen nieder, nachdem sie zuvor gravitätisch durch die riesigen Türen hatten einsteigen dürfen. Auch wenn das Glasschiebedach geordert wurde (nur als Bestandteil eines Luxury-Pakets für 2980 Euro, zu dem auch ein DVD-Surround-Radio- und Festplatten-Navigationssystem mit Farbbildschirm, Rückfahrkamera und Bluetooth-Freisprechen sowie abgedunkelte Scheiben im hinteren Teil des Wagens gehören), bleibt genug Luft über den Köpfen.

          Viel Platz um Kinderspielzeug zu verlieren

          Den Zugang zum Fond eröffnen Schiebetüren, die ebenso wie die mächtige Heckklappe elektrisch bewegt werden – so gemächlich allerdings, dass man gern aufs alternative manuelle Verfahren zurückgreift.

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