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Fahrtbericht Chrysler C 3.5 : Das Selbstbewußtsein leidet unter Leistungsmangel

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Kraftvoll: Chrysler 300 C 3.5 Bild:

Ein Donner hallt durch die Luft. Dafür sorgt Chrysler mit der opulenten Form des neuen Spitzenmodells 300 C. Der Glanz vergangener Jahre wird beschworen, ein mächtiger Kühlergrill signalisiert amerikanisches Selbstbewußtsein in dem von deutschen Managern bestimmten Unternehmen.

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          Ein Donner hallt durch die Luft. Dafür sorgt Chrysler mit der opulenten Form des neuen Spitzenmodells 300 C. Der Glanz vergangener Jahre wird beschworen, ein mächtiger Kühlergrill signalisiert amerikanisches Selbstbewußtsein in dem von deutschen Managern bestimmten Unternehmen. Niedrige Fenster und mächtige Dachsäulen lassen den Eindruck einer Festung entstehen, die sich wehrhaft den Verfechtern eines sozialverträglichen Autodesigns entgegenstellt.

          Neue Wege fährt der 300 C bei der Verteilung seiner Antriebskraft: Chrysler kehrt jetzt auch in der oberen Mittelklasse zum Hinterradantrieb zurück, die vor etwa 20 Jahren begonnene völlige Hingabe an den Frontantrieb wird allmählich von einer differenzierteren Sichtweise abgelöst.

          Knapp 50 000 Euro kostet die Spitzenversion des 300 C, der 5.7 Hemi mit einem 250 kW (340 PS) starken V8, der aus rund 5,7 Liter Hubraum 525 Newtonmeter Drehmoment schöpft. Den fulminanten Auftritt gibt es schon für weniger Geld. Wir waren mit dem 300 C 3.5 unterwegs, der für 38 600 Euro einen V6-Benziner mit immerhin 183 kW (249 PS) bietet.

          Die von außen versprochene Größe hält der Chrysler beim Einsteigen. Die Türen öffnen sich weit, erst nachdem der Zündschlüssel ins Schloß gesteckt wurde, rücken Lenkrad und Fahrersitz, elektrisch angetrieben, in die vorher eingestellte Position. Das bringt den Chauffeur zwar näher ans Volant, aber die tiefe Abdeckung des Armaturenträgers schafft Distanz und ein beeindruckendes Raumgefühl, verringert jedoch die Übersichtlichkeit der Karosserie. Die Ausmaße des Chrysler lassen sich auch wegen der kleinen Fenster von innen kaum abschätzen.

          Die Architektur des Innenraums ist klar gegliedert, glatte und große Flächen, Kunststoff, der sich fein anfühlt, aber in zarter Narbung und tristem Grau weniger gut aussieht, dominieren. Die Lederbezüge der Sitze sind in der gleichen Farbe gehalten, nur die aluminiumfarbenen Einfassungen in der Mittelkonsole und Walnuß-Einlagen an den Türgriffen und am Lenkrad (350 Euro Aufpreis) sorgen für einen optischen Kontrapunkt. Ablagen in üppigem Format, das gefällt nicht nur dem Amerikaner, gibt es reichlich. Das Armaturenbrett ist übersichtlich, die Instrumente sind gut ablesbar, die Bedienung der serienmäßigen Zwei-Zonen-Klimaautomatik und der Audio-Anlage mit CD-Spieler erweist sich als selbsterklärend, wenngleich bisweilen umständlich. Dabei finden sich einige wohlbekannte Details im 300 C. Die Fußfeststellbremse, die Bedienung der Geschwindigkeitsregelanlage und der Kombihebel für Blinker und Scheibenwischer sind alte Freunde aus dem Hause Mercedes-Benz. Für das Glasschiebedach über dem automatisch abblendenden Rückspiegel sind 1150 Euro extra fällig, die Lederausstattung einschließlich Heizung für die vorderen Plätze kostet 1700 Euro Aufpreis.

          Ohne Zuzahlung gibt es die umklappbaren Rücklehnen im Fond des Chrysler, sie erleichtern den Transport sperriger Güter dank der Durchlademöglichkeit. In den sauber verkleideten Kofferraum passen 504 Liter Gepäck, eine hohe Kante behindert das Verstauen schwerer Koffer, die Klappe des Gepäckraums hat keinen Griff, der das Schließen erleichterte.

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