https://www.faz.net/-gya-139hs

Fahrtbericht BMW Z4 : Die neuen Kleider sitzen fast perfekt

Bild: F.A.Z., Hersteller

Beim aktuellen Z4 hat BMW dem Stoffdach abgeschworen. Dazu gibt es fließendere Formen und eine Motorhaube bis zum Horizont. Darunter befindet sich ein durchzugsstarker Motor, der den Roadster durch die Kurven gleiten lässt.

          4 Min.

          Spaßautos haben es nicht leicht in diesen Tagen. Doch immer nur von der Krise reden hilft nicht, man solle sich antizyklisch verhalten, lautet doch ein gängiger Ratschlag. Also, nichts wie auf zum BMW-Händler. Der hat einen ganz neuen Sommertraum zu verkaufen, den BMW Z4. Mit der vierten Auflage des BMW-Roadsters (den unvergessenen Z1 mitgerechnet) ist man dort angekommen, wo Mercedes-Benz mit dem SLK schon 1996 angefangen hat, beim Stahldach.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber viel wichtiger als diese vermeintliche Grundsatzentscheidung ist die Abkehr vom kruden Bangle-Design, der Knick in der Seitenlinie ist verschwunden, der Z4 sieht wieder so aus, wie man sich einen Sportwagen vorstellt: ewig lange Motorhaube, kleines Fahrerabteil, kurzes, knackiges Heck. Wie lang die Haube tatsächlich ist, wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sie öffnet.

          In unserem Fall fand sich darunter fein verpackt der Motor des „sDrive 35i“ zwischen den Vorderrädern. Er ist bis auf weiteres die stärkste Kraftquelle im BMW-Roadster. Aus drei Liter Hubraum, verteilt auf sechs Zylinder in Reihe, werden 225 kW (306 PS) geholt.

          Dafür muss man inklusive Mehrwertsteuer 47.450 Euro mitbringen. 0,5 Liter Hubraum und 102 PS weniger gibt es schon für 35.900 Euro. In einer weiteren Variante hat der Sechszylinder ebenfalls drei Liter Hubraum und „nur“ 190 kW (258 PS), diese kostet 42.900 Euro.

          Elektrische Handbremse

          Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Nur für den starken Motor gibt es die Option, die Kraft über ein „7-Gang-Sport-Automatic-Getriebe“ mit Doppelkupplung auf die Hinterräder zu übertragen. Zwei Teilgetriebe mit eigener Kupplung leiten Motorkraft an die Hinterräder.

          Wird zum Beispiel im dritten Gang beschleunigt, ist der vierte schon eingelegt. Das alles funktioniert wunderbar, die Schaltvorgänge sind kaum zu bemerken. Wer will, kann die einzelnen Gänge manuell einlegen (auch mit Tasten am Lenkrad), aber das haben wir schon immer als Spielerei erachtet.

          Ungewohnt ist, dass man für „P“ oben auf den Schalthebel drücken muss, sonst ist die Parkstellung bei einem Automatik-Getriebe immer die vorderste Position des Hebels. Aber daran kann man sich gewöhnen, ebenso wie an die elektrische Handbremse und den Startknopf.

          Den Motor hört man gerne grollen

          Lässt man die 306 Pferde mit voller Kraft losrennen, kann in glatt sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt werden, der Vortrieb endet erst bei 250 km/h. Das Motor grollt schön dumpf und zählt damit zu jenen Maschinen, die man gerne hört, ohne dass man dabei die Geräuschentwicklung als lästig empfindet.

          Dass man bei 306 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h nicht an der Leistung herummäkeln kann, ist eigentlich klar. Allerdings braucht der Doppelturbo - er macht den Unterschied zur 258-PS-Version - beim Start einen kleinen Moment, bis er Druck aufbaut und die Beschleunigung einsetzt.

          Kein Kraftstoffsparwunder

          Und dass man bei 306 PS keine Wunderdinge in Sachen Kraftstoffsparen erwarten kann, ist ebenso klar. Aber man kann, wenn man von Frankfurt nach Zwickau fährt, tatsächlich mit 8,1 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer auskommen - wenn man nicht über die 120er-Marke auf dem Tacho hinaus beschleunigt. Der Motor hat dann wenig zu tun, es liegen maximal 2500 Umdrehungen an: lass doch die anderen eilen.

          Auf dem Rückweg haben wir den Motor dort, wo es erlaubt war, weitgehend ausgefahren, wurden aber auch durch Staus immer wieder gebremst und sind knapp 70 Kilometer auf der Landstraße gewesen. Resultat: 12,6 Liter auf 100, und schon nach 350 gefahrenen Kilometern wird man zum Tanken ermahnt. Forsch gefahren, erweist sich der 55-Liter-Tank als zu klein.

          Weitere Themen

          13 Jahre Dolce Vita

          Fahrbericht Fiat 500 : 13 Jahre Dolce Vita

          Der kleine Fiat ist ein Phänomen. Als Neuauflage 2007 gestartet, verkauft er sich besser denn je. Neue Hybridtechnik soll ihn jetzt fit für die Zukunft machen. Und bald fährt er auch rein elektrisch.

          Topmeldungen

          Milliardenhilfe : Gegenwind für die Lufthansa-Rettung

          Nach langen Verhandlungen einigen sich Bundesregierung und Lufthansa auf ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Brüssel sagen die Pläne aber nicht zu. Kanzlerin Merkel will kämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.