https://www.faz.net/-gya-osmq

Fahrtbericht BMW X3 3.0d Automatik : Bayerische Rechenkunst macht aus drei fast fünf

Fast mit dem Fahrverhalten einer Limousine: BMW X3 Bild:

Zwei Fahrzeuggattungen verkaufen sich zur Zeit besonders gut: Kabrios und Geländewagen. In beiden Feldern mischt BMW kräftig mit, jüngste Kreationen sind das 6er-Cabrio und der X3.

          4 Min.

          Zwei Fahrzeuggattungen verkaufen sich zur Zeit besonders gut: Kabrios und Geländewagen. In beiden Feldern mischt BMW kräftig mit, jüngste Kreationen sind das 6er-Cabrio und der X3. Auf den ersten Blick ist dieser nicht vom großen Bruder X5 zu unterscheiden, obwohl er etwas kürzer, schmaler und niedriger ist. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist das nach oben ansteigende dritte Heckfenster des X3. Stehen die beiden nebeneinander, wird sofort klar, wer der Größere ist. Aber auch, welcher das modernere Auto.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Beim Blick in die Preisliste verwischen sich die Unterschiede. Der Basispreis für den von der Redaktion bewegten X3 mit Dreiliter-Diesel beträgt 40 300 Euro, da ist der X5 mit einem gleich großen, aber etwas stärkeren Triebwerk nur 3950 Euro teurer. Unser Rat: Wem es nicht auf den großen Auftritt ankommt, der greife zum X3, der bietet nämlich auf kleinerer Grundfläche etwas mehr Laderaum (480 statt 465 Liter oder 1560 statt 1550 Liter), und die Abmessungen des Innenraums sind kaum geringer. Allerdings ist ein X5 wesentlich wohnlicher gestaltet. Im X3 wirken vor allem die Materialien (es ist Plastik) im Armaturenbrett-Bereich billig. Und die Griffe der vorderen Türen fassen sich an, als stammten sie von einem Einfach-Auto aus Fernost. Ein 40 000-Euro-Fahrzeug sollte Hochwertigeres bieten. Ein Plus gibt es für die wieder einmal vorbildliche Funktionalität, alle Hebel und Schalter sind optimal plaziert und gut zu erreichen, die Instrumente lassen sich einwandfrei ablesen. Der Schirm für das optionale Navigationssystem verschwindet auf Knopfdruck. Gefallen können die gut konturierten vorderen Sitze, die auch auf Langstrecken sehr bequem sind. Das können wir nach fast 5000 Kilometern zusagen. Dabei erwies sich der X3 als exzellenter Reisewagen mit einer Einschränkung: Die Federung ist viel zu straff. Das ist ein ganz klares Minus für den BMW. Zum Glück sind die (west-)europäischen Autobahnen meist so gut, daß sich das Gehoppel des gesamten Karosseriekörpers in Grenzen hält. BMW sollte sich überlegen, den Wagen neu abzustimmen, so wie es Audi mit dem A3 getan hat.

          Andererseits verdient sich der X3 ein ganz dickes Lob für sein Fahrverhalten. Der X3 benimmt sich nahezu wie ein Personenwagen oder noch besser - eben wie ein BMW. Kurven sind ihm kein Greuel, sondern eine Freude, beängstigend neutral durcheilt er sie mit einer Seitenneigung nahe Null. Die Lenkung ist sehr präzise, und der Wagen macht genau das, was der Fahrer erwartet. Wer nie einen Geländewagen wollte, weil er auf der Landstraße zu wenig Fahrspaß vermittelt, jetzt gibt es einen. Daß der X3 einen Allradantrieb hat, soll nicht unerwähnt bleiben. BMW nennt ihn X-Drive, und er macht seine Sache sehr gut. Man merkt nämlich nichts davon. Die Elektronik entscheidet, wann alle vier Räder angetrieben werden. Beim Anfahren zum Beispiel. Der X-Drive ist auch mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm DSC vernetzt, beide können kommunizieren und verteilen selbst in Kurven die Kraft variabel nach Bedarf.

          Da kann ja kaum noch was schiefgehen. Beeindruckend arbeitet auch die Bremsanlage, die den rund 1,9 Tonnen schweren X3 aus 100 km/h in rund 40 Meter zum Stehen bringt. Und das schafft sie mehrmals hintereinander, ohne zu ermüden. In Fahrt bringt den X3 der schon erwähnte Dieselmotor, wenn man sich nicht für die 2,5-Liter-Ottomaschine (Basispreis 38 100 Euro) oder den Dreiliter-Benziner (40 300 Euro) entschieden hat. Der Diesel liegt mit seiner Leistung (150 kW/204 PS) zwischen den beiden Ottos, die 12 PS weniger oder 27 PS mehr bieten, zeigt aber beim Drehmoment (410 Newtonmeter bei 3000 Umdrehungen in der Minute) beiden die Grenzen von fremdgezündeten Motoren auf.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Robert Habeck und Annalena Baerbock sprechen die Sprache der grünen Neumitglieder.

          Eintrittswelle : Die neuen Grünen

          Anderen Parteien laufen die Mitglieder weg. Aber die Grünen, die gerade in Bielefeld auf ihrem Bundesparteitag zusammenkommen, können sich vor Aufnahmeanträgen kaum retten. Das schafft Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.