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Fahrtbericht BMW i3 : Für Herrn Fischer und Frau Dr.

Bild: BMW

Den Mut von BMW, den kleinen i3 auf die Straße zu bringen, kann man nicht oft genug loben. Dazu ist der Kleinwagen ein richtig gutes Auto. Allerdings bleibt das Grundproblem vieler E-Mobile: Die Reichweite ist zu gering.

          4 Min.

          Für diesen Artikel haben wir uns vorgenommen, nicht so sehr auf die Elektro-Autos einzuschlagen wie wir es sonst tun (Ausnahme Tesla). Treten wir also unvoreingenommen dem BMW gegenüber. Die Münchner haben viel Gehirnschmalz in das Projekt gesteckt, die Karosserie besteht aus Aluminium und Carbon, der Wagen wiegt trotz der schweren Batterien nur rund 1200 Kilogramm. Über das Äußere lässt sich trefflich streiten, auf jeden Fall ist der i3 ein Gesicht in der Menge und unverwechselbar.

          Das Gesicht in der Menge überzeugt mit inneren Werten

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Steigen wir ein. Alles wirkt luftig und lässig, die Verarbeitungsqualität ist gut, statt des gewohnten BWW-Cockpits finden sich auf der weiten Fläche unter der Windschutzscheibe nur zwei Monitore. Der kleine vor dem Lenkrad informiert über die gefahrene Geschwindigkeit und die Reichweite, der große in der Mitte ist die Navigations-Zentrale. Natürlich hat so ein modernes Auto kein Zündschloss. Der BMW ist startklar, sobald man den Knopf am Schaltknubbel drückt, der aus der Lenksäule ragt. Dafür muss man durchs Lenkrad greifen, das ist etwas unpraktisch. Der Wählhebel für „Vor-Parken-Neutral-Zurück“ liegt dagegen gut in der Hand, man gewöhnt sich schnell daran. Der Innenraum wirkt etwas frugal, aber das kann man mögen. Soll der zweisitzige Fond besetzt werden, wartet der BMW mit einer Überraschung auf: Zwei kleine hintere Türen, die gegenläufig angebracht sind, erleichtern den Einstieg. Trotz einer Gesamtlänge von nur vier Meter ist im Fond gut Platz, sowohl für die Beine als auch für die Köpfe. Der Ärger beginnt beim Ausstieg. Die hinteren Türen lassen sich erst öffnen, wenn auch die jeweils vordere auf ist, und dafür müssen sich Fahrer/Beifahrer auch noch abschnallen. Da wäre es konsequenter (und billiger) gewesen, gleich einen Zweitürer zu konstruieren. Der Kofferraum des i3 hat ein Volumen von 260 Liter (VW Polo 280). Um ihn zu erweitern, lassen sich die Rückbanklehnen mittig geteilt umlegen. Es entsteht eine topfebene Ladefläche von immerhin 1,50 Meter Länge, das rechnerische Ladevolumen steigt auf maximal 1100 Liter. Im Heck unter der kleinen Ladefläche sitzt der E-Motor, der die Hinterräder antreibt. Der i3 ist also ein echter Hecktriebler - wie ein Porsche 911. Übrigens gibt es unter der Fronthaube noch einen kleinen Stauraum. Hier passen (zusammengerollt) zwei Ladekabel hinein. In der Praxis wirft man das Kabel freilich immer in den Kofferraum, der Stromanschluss sitzt hinten rechts.

          BMW i3

          Zum Fahren: Weil auch der i3 ein echter BMW sein soll, hat München nicht weniger als 125 kW (170 PS) für die E-Maschine vorgesehen. Das maximale Drehmoment beträgt 250 Newtonmeter, die bei einem Elektromotor bekanntlich beim ersten Streicheln des Fahrpedals zur Verfügung stehen. Deshalb geht der BMW auch ab wie der Teufel. Er ist in 7,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, da liegt er gleichauf mit dem BMW 320i (1,6- Liter-Turbobenziner, 170 PS). Die Höchstgeschwindigkeit ist jedoch auf 150 km/h limitiert. Schneller wäre möglich, würde aber zu viel Energie kosten.

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