https://www.faz.net/-gya-z7pv

Fahrtbericht BMW 530d Gran Turismo : Wer wartet wohl auf dieses Heck?

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Hier kommt der Vorbote des neuen 5er. Doch er wird wohl ein Außenseiter bleiben. Warum gibt es ihn dann überhaupt? Übermäßiges Kofferraumvolumen, günstiger Preis oder Übersichtlichkeit sind jedenfalls nicht der Grund.

          4 Min.

          Ja, warum meint BMW, neben den angestammten Kombi Touring noch einen GT stellen zu müssen? Ein Fließheck oberhalb der Mittelklasse – das garantierte bisher am deutschen Markt einen Misserfolg und am amerikanischen zumindest eine Enttäuschung. Zu behaupten (fälschlicherweise), man habe diese Sorte Auto gerade neu erfunden, ist dann nichts anderes als Pfeifen im dunklen Wald: Mercedes-Benz zum Beispiel hat mit dieser Bauweise – R-Klasse – schon nicht reüssiert, von unentwegten Versuchen anderer Marken – etwa Renault – ganz zu schweigen. Nun gut: Neues Spiel, neues Glück. Der 5er GT wird versuchen, seine Nische zu finden.

          Gegen das Schrägheck wäre ja eigentlich gar nichts einzuwenden. Hübscher wird der 5er damit zwar nicht, aber es erleichtert den Ladevorgang, zumal wenn man, wie hier, die Wahl hat, nicht nur den unteren Teil der Heckklappe wie einen Kofferraumdeckel zu öffnen, sondern die ganze einschließlich des Fensters.

          Das Erstgeburtsrecht für diese nicht eben billige Konstruktion gebührt allerdings den Tschechen von Skoda, die das bei ihrem großen Superb schon seit mehr als einem Jahr anbieten. Fragen kann man sich hier wie dort, ob nicht die große Lösung allein schon genügt hätte. Wir haben sie ausschließlich benutzt, zumal unser Wagen die für 690 Euro erhältliche automatische Betätigung hatte – nicht übel angesichts des hohen Gewichts der Klappe.

          Bild: F.A.Z.

          Was sich dahinter auftut, ist eher enttäuschend: 430 Liter Kofferraum kriegt bereits ein kleineres Mittelklasseauto mühelos zusammen. Man kann natürlich die Fondsitzlehnen umklappen. Spätestens dann wird offenbar, ob der 5er GT hinten die übliche Bank oder, wie bei unserem Exemplar, gegen 1950 Euro Aufpreis zwei Einzelsessel hat.

          In diesem Fall steilt dazwischen – wie auch vorn – eine riesige Konsole empor und trennt die Links- von den Rechtssitzenden wie eine Mauer. So kommt es, dass die enorme Breite des Autos von 1,90 Meter, die in engen Parklücken arge Beklemmungen hervorruft, im Innenraum nicht so recht wiederzuerkennen ist.

          Vom Gepäckraum sind die Fondsitze durch ein zusätzliches Schott getrennt, das zur Vergrößerung des Ladevolumens ebenfalls nach vorn klappt. Damit erreicht man bis zu 1650 Liter Volumen. Die Bordkante liegt erfreulich niedrig, und unter dem Kofferraumboden finden sich noch zwei flache, unsichtbare Gelasse für kleinere Gegenstände. Man wird sehen, wie viel der GT in Sachen Laderaum dem künftigen 5er Touring wirklich voraus hat. Der jetzige ist ihm jedenfalls mit 500 bis 1650 Liter überlegen, obwohl er 16 Zentimeter kürzer ist.

          Sportlich-nüchterne perfekte Verarbeitung

          Kaum einen Zweifel gibt es am Fünf-Meter-Auto GT, was das Luxusgefühl im Innenraum betrifft. Vorn wie hinten genießt man echten Oberklasse-Komfort, in allen Dimensionen herrscht Großzügigkeit. Trotz der sehr hohen Schweller steigt man vorn wie hinten bequem ein, muss aber dann mit den reduzierten Fensterflächen der Schrägheckkarosserie leben: Im Fond ist die Aussicht ziemlich beschränkt, und der Fahrer würde beim Rangieren verzweifeln, wenn er nicht den Parkpieper (nur hinten serienmäßig) oder die Rückfahrkamera (420 Euro) hätte. Vom Bug kann er nämlich gar nichts sehen, und die flache Heckscheibe schrumpft aus seinem Blickwinkel zum Sehschlitz. Diese benutzerunfreundliche Form teilt der GT mit dem X6, und das wird ihn auch so manchen Kunden kosten, der den Sinn für Funktionalität noch nicht ganz verloren hat.

          Ihn hat BMW bei den Instrumenten löblich bewiesen: Sie sind tadellos ablesbar und beleuchtet. Hilfreich ist die ständige analoge Reichweitenanzeige – da braucht man die digitale des Bordrechners nicht erst aufzurufen. Auch im GT findet man auf der Konsole den iDrive-Controller für die vielfältigen Funktionen von Navigation, Klimaanlage, Kommunikation und Unterhaltung, mit dem man sich erst einmal anfreunden muss; mancher häufig gebrauchte Aufruf ist immer noch umständlich, aber man gewöhnt sich daran.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Impfgegner demonstrieren im Mai diesen Jahres in Concord im Bundesstaat New Hampshire.

          Delta-Variante : Amerikas Konservative bekommen Angst

          In den Vereinigten Staaten haben viele konservative Politiker und Moderatoren eine Corona-Impfung für unnötig erklärt. Die rapide steigenden Infektionszahlen durch die Delta-Variante scheinen zu einem Umdenken zu führen.
          2,50 Meter hoch, etwa 2,30 Meter breit: So sieht sie aus, die Zelle des Sports

          Lost in Translation (3) : Zelle des Sports

          Einmal live zugeschaut bei den Könnern in Tokio, schon zuckt der Leib. Corona sitzt im Nacken. Doch auch in der Zelle ist Sport möglich. Selbst wenn bei Liegestützen die Ellbogen an der Wand scheuern.
          Medaillen bitte, wir sind Briten: Adam Peaty stürzt sich in die Fluten

          Schwimmen bei Olympia : Rule Britannia

          Adam Peaty macht die Schotten hoch: Tom Dean gewinnt als erster Brite seit Henry Taylor 1908 Freistil-Gold. Und Duncan Scott legt noch Silber dazu. Team GB surft auf einer Erfolgswelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.