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Fahrtbericht BMW 320d : Wer den Hund von der Leine lässt

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Das Dilemma von BMW sind die Kunden. Sie hängen an der Freude am Fahren. Doch die Marke sucht neue Inhalte, ohne die alten zu verlieren. Wegen Knausern mit dem Kraftstoff darf die Lust an Leistung nicht sterben.

          4 Min.

          Mit dem kleinen Dreier ist BMW groß geworden. Dabei ist auch das Auto gewachsen. Aber mit jenem Augenmaß, das anderswo längst verlorengegangen ist. Auch die jüngste Generation hat zugelegt, vor allem in der Länge, man tastete weder die Breite noch die Höhe der klassisch gebildeten Limousine an, da gab es auch keinen Handlungsbedarf.

          Geblieben ist die gute Rundumsicht und die Übersichtlichkeit. Die Münchner Millimeterarbeit sorgte für eine Daumenbreite mehr Knieraum hinten, die Hinterbänkler sitzen mit mild erhöhtem Freiheitsgrad für Schultern und Beine, vorn war es schon immer recht auskömmlich.

          Kofferraum

          Die Dreier-Limousine war noch nie ein Lademonster. Daran hat sich nichts geändert. Immerhin hat das zurückhaltende Wachstum dem Kofferraum zu 20 Liter mehr Stauvolumen auf jetzt 480 Liter verholfen. Seine Öffnung ist ausreichend breit, und man kann die in drei Teile separierte Lehne der Rücksitzbank nach der Entriegelung vom Kofferraum aus locker nach vorn werfen.

          Dann entstehen eine leicht schräge Ladeebene und eine Ladetiefe von etwa 190 Zentimeter. Im Boden gibt es noch Fächer und weitere Staufächer für Krimskrams, aber keinen Gegenstand, der irgendwie einem Reserverad ähnelte.

          Instrumente

          Der Fahrer darf sich wie gewohnt in einem neueren BMW als Entscheidungsträger fühlen. Er ist gut eingebettet in die Bedienebene, Tasten und Schalter fühlen sich gut an, der Dreier ist ein sympathisches Auto geblieben. Der obere Rand vom Volant und die rundliche Hutze für die klar gezeichneten Instrumente sind eine formale Einheit, der Blick des Fahrers ruht gern auf dem großen Tacho (bis 260) und dem adäquaten Drehzahlmesser (rot ab 5500/min).

          Konkurrenz für diese Uhren kommt vom Head-up-Display, das für Tempolimit- und Geschwindigkeitsinformation freudig akzeptiert wird, aber an extrem kalten Tagen nicht immer zuverlässig arbeitete. Die Harmonie des Armaturenträgers wird leider von dem kastenförmigen Bildschirm für Navi- und Infos (Controldisplay) gestört, man kann ihn auch nicht versenken, es sei denn wir hätten doch irgendwo ein Schalterchen dafür übersehen.

          Bedienung

          Weil man sich in einen neuen Dreier nicht einfach reinsetzt und losfährt, vergräbt sich der Fahrer an einem regnerischen Wochenende in die Bedienungsanleitung und surft durch Texte zu Info-, Konfigurations- und Assistenzsystemen, nähert sich der Steptronic-Automatic, spielt mit dem iDrive und dem Eco-Pro-Schalter herum und ruft immer neue, nette Dinge aus dem Innenleben seines Dreiers in die Außenwelt und beschließt dann, sich die Zeit lieber mit Fahren als mit Fummeln zu vertreiben.

          BMW 320d
          BMW 320d : Bild: F.A.Z.

          Konzentriert man sich auf die wichtigen Annehmlichkeiten wie Klimatisierung, Navigationssystem oder Radio, dann ist der BMW eine offene Landschaft der einfachen Bedienung. Allerdings kommt beim Lösen der Handbremse regelmäßig Ärger auf, weil sich der Hebel so eng in die Verkleidung der Mittelkonsole schmiegt, dass man sich bei unachtsamer Betätigung Hand und Finger klemmt. Geduld braucht es beim Schließen der Türen. Meist klappt es erst beim zweiten oder dritten Anlauf, und es entsteht ein unerwartet schepperndes Geräusch.

          Motor

          Zum Starten genügt ein Tastendruck, und der Dieselmotor meldet sich mit der Stimme eines erkälteten Hofhunds zu Wort. Nach Nächten mit 20 Grad minus musste für ein paar Sekunden vorgeglüht werden, aber dann knurrte der Vierzylinder zuverlässig los. Wobei er nach kurzer Anwärmphase zwar rasch für angenehme Temperaturen im Innenraum sorgte, aber nie den etwas gereizt und irgendwie unzufrieden klingenden Tonfall ablegte.

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