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Fahrtbericht: BMW 120d Cabrio : Für das Leben mit dem offenen Diesel

  • -Aktualisiert am

Für die Reise in die Sommerfrische: BMW 120d Cabrio Bild: Hersteller

Der kleine BMW mit Mütze lockt mit vollendetem Frischluftvergnügen und taugt für Alltag und Urlaub. Bei Fahrten mit geöffnetem Verdeck brummt er kräftig und nicht nervig. Doch leider muss das Gepäck nachkommen.

          4 Min.

          Die Form folgt der Funktion und entbehrt nicht einer gewissen Schönheit. Das 1er-Cabrio von BMW lockt mit vollendetem Frischluftvergnügen und bietet dennoch ein ordentliches Maß an Alltagstauglichkeit. Mit dem kräftigen Dieselmotor folgt es trotz steigender Preise für den öligen Kraftstoff der Tendenz im Cabrio-Geschäft, die Verbrauchswerte bei aller Liebe zum leistungsstarken Motor im Zaum zu halten. Für recht happige 33.500 Euro stellt der BMW-Händler das 120d Cabrio bereit.

          Vier Sitze sollen es sein, damit die engsten Freunde sich nicht durch ständiges Daheimbleibenmüssen immer mehr vom Cabrio-Besitzer entfernen. Das Angebot von zwei einzeln ausgeformten Plätzen im Fond raubt dem kleinsten BMW jegliches Roadster-Gefühl, und seine Flanken wirken steil und hoch wie die Eiger-Nordwand, mehr Dynamik vermitteln Front und Heckansicht. Dann sorgen die wohlgefüllten Radhäuser für dynamische Bulligkeit, 16-Zoll-Räder gibt es serienmäßig, größere Dimensionen auf Wunsch, und sie verleihen dem kompakten Wagen noch mehr Format. Gleichwohl sitzen die Passagiere im 1er-Cabrio hinter hohen Mauern, sind umschlossen von der hohen Gürtellinie. Aus- und Einblicke leiden nur ein bisschen darunter.

          Kräftiges Brummen und kein bisschen nervig

          130 kW (177 PS) liefert der selbstzündende Zweiliter-Vierzylinder unter der vergleichsweise langen Haube. Im BMW-Konzern ist nur der Mini knapper geschnitten, den aber gibt es als Cabriolet nicht mit einem Dieselmotor. 350 Newtonmeter Drehmoment gibt der Diesel im BMW als Spitzenwert bei 1750 Umdrehungen in der Minute ab, das erlaubt in Verbindung mit dem etwas knorrig, aber stets präzise zu schaltenden Sechsganggetriebe ein sehr entspanntes Fahren ohne übermäßig viele oder gar hektische Übersetzungswechsel. Die Souveränität der Durchzugskraft ist ein guter Begleiter auf allen Fahrten, trotz des tadellosen Sprintvermögens des 120d überlässt der der Fahrer hektische Eile gern anderen.

          Doch der kleinste offene BMW ist gewiss kein Schnäppchen

          Bereits um 1600/min baut die Maschine kräftige Leistung auf, dann bleibt ihre Kraftentfaltung bis fast 4000/min weitgehend konstant. Ebenso gleichmäßiges wie vehementes Beschleunigen oder die eilige Tempoaufnahme beim Überholen sind mühelos möglich. Das Arbeitsgeräusch des Diesels ist dabei nicht unangenehm. Selbst bei Fahrten mit geöffnetem Verdeck brummt er kräftig und nicht nervig. In 8,1 Sekunden treibt er das 1510 Kilogramm schwere Cabrio von 0 auf 100 km/h, das sind 0,4 Sekunden mehr als die gleichermaßen motorisierte Limousine in dieser Disziplin benötigt, sie ist rund 50 Kilogramm leichter.

          Gleiten bei moderaten Geschwindigkeiten

          Auch in der Höchstgeschwindigkeit hat die geschlossene Version die Nase um Haaresbreite vorn, sie erlaubt 226 km/h Spitzentempo, das Cabrio bringt es auf 222 km/h. Das ist gewiss kein Manko. Zwar gibt sich der offene Viersitzer auch während forcierter Fahrt keine Blöße bei Geradeauslauf und Seitenwindempfindlichkeit, doch es liegt seine Stärke im Gleiten bei moderaten Geschwindigkeiten. Dabei macht die stramme Verdeckkonstruktion selbst bei Spitzentempo keinen Ärger, sie spannt sich unnachgiebig über den Köpfen der Passagiere und lässt sich von keinem Lüftchen zausen.

          Diese Stoffhaube macht ihre Sache weit besser als die vergangener Cabrio-Generationen bei BMW. Und die aktuelle offene 3er-Reihe hat sich vom textilen Wetterschutz zu- gunsten einer stählernen Konstruktion ohnehin schon verabschiedet. Dass unser 1er-Cabrio dennoch mit lauten Windgeräuschen ein gutes Maß an Zuneigung verspielte, lag an der Dichtung der Frontscheibe, die sich am oberen Rand leicht gelöst hatte und in ein vom Fahrtwind angeregtes Sirren verfiel.

          Die Autobahnhatz macht das kleine Cabrio durstig

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