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Fahrtbericht: Bentley Continental Flying Spur : Die ideale Kombination von Luxus und Sport

Vornehme britische Gediegenheit und deutsche Perfektion Bild: Hersteller

Vornehme britische Gediegenheit und deutsche Perfektion: Der Bentley Continental Flying Spur bietet Kraft im Überfluß aus zwölf Zylindern.

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          Keiner Luxusmarke geht es zur Zeit so gut wie Bentley. Die von VW adoptierte Marke bietet Autos, die gewiß nicht billig, aber auch nicht so teuer sind, daß man sich damit nicht auf die Straße traut. Keine 30 Maybachs (Grundpreis 370 000 Euro) wurden dieses Jahr bisher in Deutschland verkauft, Bentley kommt allein mit dem Continental (inklusive Coupe) auf fast 600 Einheiten. Wer Bentley statt Maybach wählt, spart 200 000 Euro. So kann man das auch sehen. Und wird man wesentlich schlechter bedient?

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der im Sommer in den Markt gestartete Continental Flying Spur ist der Viertürer zum Coupe, die beiden Varianten wurden gemeinsam entwickelt und kommen mit einem turbobeatmeten W12-Motor mit sechs Liter Hubraum und Allradantrieb. Es steckt viel Technik von VW und Audi im Wagen, zudem wird er jetzt auch in der Gläsernen Fabrik in Dresden gebaut. Spötter sagen, der Bentley sei ohnehin nur ein aufgemotzter VW Phaeton. 559 PS muß der Mann am Bentley-Volant bändigen, und er tut das gern. Die größte Überraschung für uns war das leichtfüßige Fahrverhalten des Deutsch-Briten. Er fährt so, als wöge er 1,3 und nicht 2,6 Tonnen. Auch von der immensen Länge (5,31 Meter) spürt man kaum etwas. Fast wie ein Sportwagen frißt der Fliegende Sporn Taunuskurven. Über Bodenwellen fegt er, als wären sie nicht vorhanden. Der Allradantrieb trägt viel zu dieser nahezu unglaublichen Agilität bei.

          Statur eines britischen Landschlosses

          Um das ESP zum Eingreifen zu bewegen, muß man schon wilde Sachen machen. Zum vorzüglichen Fahrwerk (Luftfederung, vierfach einstellbare Dämpfung) gesellt sich der formidable Motor. Kraft ist stets im Überfluß vorhanden. Um die Sportlichkeit zu unterstreichen, können die Stufen der Sechsgang-Automatik (von ZF) mit Schaltpaddeln am Lenkrad eingelegt werden. Auch das klappt prima, zwei Nachteile gibt es: Die Paddel sehen häßlich aus, und das linke stört immer wieder beim Betätigen des Blinkers.

          Ideale Kombination aus Sportwagen und Luxuslimousine
          Ideale Kombination aus Sportwagen und Luxuslimousine : Bild: Hersteller

          Verlassen wir die Landstraße, jedoch nicht ohne vorher die Bremsen zu prüfen: Mehrere Brachial-Stopps übersteht der Continental ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen, der Bremsweg aus 100 km/h ist dem Augenschein nach trotz des hohen Gewichts kürzer als 40 Meter.

          Käufer dieses Autos werden die 169 000 Euro jedoch nicht wegen der Sportwagen-Qualitäten ausgeben, sie nehmen diese als Beigabe und fragen nach der Luxuslimousine im Bentley. Hier ist sie: mehr als drei Meter Radstand, vier nahezu gleich große Türen, Beinfreiheit satt im Fond und eine Inneneinrichtung, die in Leder und Holz nur so schwelgt. Der Continental hat die Statur eines britischen Landschlosses, ohne protzig zu wirken. Von britischem Understatement zeugt das Fehlen eines Bentley-Schriftzugs.

          Auch bei hohem Tempo sehr leise

          Das Reisen sollte eine weitere Stärke einer Luxuslimousine sein. Natürlich enttäuscht der Bentley nicht. Am wunderbar gestalteten Armaturenbrett kann man sich kaum sattsehen. Den Designern ist es nahezu perfekt gelungen, moderne mit klassischen Elementen zu paaren. Die silbernen Zugknöpfe für die Lüftungsdüsen sind eine wahre Wucht. Die klassischen Rundinstrumente sitzen in tiefen Höhlen, verzichten sollte Bentley auf das VW-artige Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser. Schließlich prangt in der Mittelkonsole der große Monitor des Navigationssystems (für 1200 Extra-Euro mit Fernseh-Empfang), der statt des Displays für Bordcomputer, Anzeige des Radiosenders, Reifendruckkontrolle genützt werden könnte. Zwei weitere kleine Rundinstrumente (sonst nur Wassertemperatur- und Tankanzeige, in der Mitte des Armaturenbretts sitzt eine kleine Breitling-Uhr) wären schöner gewesen.

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