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Fahrtbericht Audi Q7 3.0 TDI : Seine Sehnsucht ist die Ferne

  • -Aktualisiert am

Audi Q7 3.0 TDI: Ein Auto wie ein Schiff Bild: Hersteller

Der Audi Q7 3.0 TDI bietet Kraft, Komfort und Platz im Überfluß. Sein mächtiges Bug erinnert an einen Hochseedampfer oder Super-Tanker. Der mächtige Wagen ist auch kaum schwieriger zu manövrieren.

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          Es muß um die Jahrtausendwende gewesen sein, daß Audi-Chef Martin Winterkorn beim Nachdenken über den Q7 das Liedchen vom Schiff, das kommen wird, im Kopf hatte. Ein mächtiger Bug, fast wie die tropfenförmigen Nasen der Hochseedampfer, ein Fahrerplatz wie auf einer Kommandobrücke und genügend Platz für Mannschaft und Fracht dahinter. Zwei gute Entscheidungen haben die Unternehmenslenker nach dieser Vision getroffen. Die erste war, den Q7 tatsächlich zu bauen, weil die Marke trotz 25 Jahren Allrad-Tradition bis dahin in der Klasse der SUVs nicht vertreten war. Die zweite, ihn in den Weiten Kaliforniens vorzustellen. Dort wirkte der 5,09 Meter lange Wagen fast zierlich auf den überbreiten Straßen und im Vergleich zu den Riesen-Pick-ups der Amerikaner. Denn im kleinen Europa muß schon ein routinierter Fahrensmann auf der Brücke stehen, um den Kaventsmann zielsicher zu manövrieren. Die Dieselversion des Q7, der 3.0 TDI mit 171 kW (233 PS), kostet schließlich schon als Grundmodell 48900 Euro. Da schmerzt jeder Kratzer.

          Die Ausstattung des Q7 wird der ersten Klasse gerecht. Feine Lederbezüge, wohin das Auge reicht und das Händchen fühlt, der Audi ist ein fast flauschiges Auto mit seinen tiefen Teppichen und samtigen Verkleidungen. Die Vordersitze sind elektrisch einstellbar, das Lenkrad rückt dank zweier Justierebenen schnell und einfach in eine passende Position. Die erwartete gute Aussicht bleibt jedoch trotz der thronenden Sitzposition aus. Die hohe Fensterlinie, die dem Q7 ein gutes Stück seiner bulligen Form und seinen Insassen ein kuscheliges Gefühl von Sicher- und Geborgenheit beschert, schränkt die Sicht arg ein. Wo der Audi hinten endet, läßt sich noch erahnen, nach vorn nur grob schätzen. Aber Hilfe naht, der Lotse ist in Form eines Park-Assistenten (850 Euro) an Bord. Eine Rückfahrkamera liefert obendrein Bilder aus der Gefahrenzone. Der Sicherheit dient außerdem der Side Assist genannte Helfer (550 Euro Aufpreis) beim Spurwechsel. Er detektiert den toten Winkel neben dem Wagen und zeigt mit orangefarbenen Blinkleuchten kurz hinter den A-Säulen auf Höhe der Außenspiegel an, daß die jeweilige Spur besetzt ist.

          Zu zweit reist es sich königlich

          Übersichtlich und aufgeräumt ist das Armaturenbrett, alle Bedienelemente finden sich an gewohnter Stelle, neu ist nur eine Taste rechts neben dem Monitor des Navigationssystems. Ein Druck darauf läßt das Handschuhfach aufgleiten, was dem Fahrer einen Komfortgewinn verschafft. Denn der Q7 ist nicht nur außen fast zwei Meter breit, der Innenraum hat Ballsaal-Format, und es erforderte schon ein ordentliches Maß an Gelenkigkeit, vom Fahrersitz aus weit nach rechts hinüber zu grätschen, um die Klappe zu öffnen. Geschlossen wird sie auf herkömmliche Weise, also doch noch turnen. Die Raummaße des Q7 sind vorn schon überdurchschnittlich, und im Fond herrscht beinahe noch mehr Großzügigkeit. Zu zweit reist es sich dort königlich, ein dritter Mitfahrer auf der Bank verdrängt die Passagiere immer noch nicht aus dem Adelsstand.

          Ein mächtiger Bug

          Das Q im Namen des Audi-SUV könnte für den permanenten Allradantrieb Quattro stehen, die Ziffer sieben für die höchstmögliche Passagierzahl. Allerdings nur, wenn der Wagen mit der optional angebotenen dritten Sitzreihe für 700 Euro ausgestattet ist. Audi empfiehlt aber die hintersten beiden Sitze nur für Menschen bis 1,60 Meter Körpergröße. Unser Wagen war nicht mit der im Kofferraumboden versenkbaren Bank ausgestattet, hieß aber trotzdem Q7.

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