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Fahrtbericht Audi Q5 : Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Allradgetriebene Multifunktionswagen gelten als attraktiv für lange Strecken. Das gilt auch für den Audi Q5. Doch ein hoher Verbrauch und die schlechte Übersichtlichkeit stehen dem perfekten Fahrerlebnis entgegen.

          5 Min.

          Willst du einem Volk das Seefahren lehren, so säe die Frucht der Sehnsucht nach der Ferne. Und wer bei einem Autofahrer die Lust auf das Reisen über weite Distanzen schüren will, der gibt ihm einen Audi Q5.

          Das noch junge Auto aus der Audi-Garage gehört in die so moderne Klasse der SUVs. Fürs Gelände ist es bedingt tauglich, freilich viel zu schade. Die dynamischen Formen der Karosserie, gepaart mit einer fein zusammengestellten und gediegenen Innenausstattung, machen sich auf der Avenue einfach besser als auf dem Acker von Bauer Plaat.

          Der Preis schiebt den Q5 ohnehin ins Rampenlicht der Großstadt. Wenigstens 47.900 Euro muss zahlen, wer mit dem Spitzendiesel der Baureihe das Weite suchen will.

          Erwachsen, wuchtig und gar nicht klein

          Die Länge von 4,63 Meter rangiert den Q5 geschickt in die Lücke im SUV-Programm des Konzerns und seiner Marken. Der Q7 vom gleichen Stamm ist gut 40 Zentimeter länger, der VW Touareg misst immer noch rund 12 Zentimeter mehr, der VW Tiguan ist dagegen nur 4,43 Meter lang, mithin 20 Zentimeter kürzer.

          So wirkt der Cousin Q5 sehr erwachsen, wuchtig und gar nicht klein. Muskulös und agil steht er auf 19 Zoll großen Leichtmetallrädern, trägt seinen mächtigen Kühlergrill ganz im Sinn der Audi-Designer wie ein Wappen selbstbewusst in die Welt und verspricht, dass dahinter ein kräftiges Herz schlägt.

          Übersät von Knöpfen und Drehstellern

          Der Einstieg fällt leicht und gelingt in nahezu aufrechter Haltung, der Innenraum ist in dunklen Farben gehalten, er vermittelt eine gedämpft elegante Atmosphäre. Sanft schimmernde Rahmen zieren die Austrittsöffnungen der Belüftung, die mächtige Mittelkonsole ist von Knöpfen und Drehstellern übersät, gleichwohl verliert der Q5-Chauffeur dank ordentlicher Selbsterklärung und eindeutiger Symbolik im Bedienungs-Dschungel kaum die Orientierung.

          Die Instrumente bieten hohen Standard bei der Ablesbarkeit, Ablagemöglichkeiten finden sich zur Genüge, allein das Raumangebot im Handschuhfach ist aufgrund des dort plazierten CD-Wechslers im Volumen eingeschränkt. Dafür bieten die eher schlank wirkenden Türtaschen überraschend viel Platz, die litergroße Getränkeflasche kann hier mühelos verstaut werden.

          Parken ist Vertrauenssache

          Die Fahrerposition am Volant lässt sich auch ohne elektrische Verstellmöglichkeit (1050 Euro Aufpreis) der wohlgeformten und lederbezogenen Sitze (Lederausstattung 3900 Euro) trefflich einstellen, das Lenkrad kann serienmäßig in axialer und vertikaler Richtung an die passende Stelle gerückt werden.

          Die Außenspiegel sind zwar eigentlich ausreichend groß, störend für den Rückblick ist aber deren ausgeprägter Kragen um die Spiegelfläche. Der verhindert zwar wirksam eine übermäßige Verschmutzung, schränkt aber die Übersicht ein.

          An der mangelt es beim Q5 ohnehin, die Enden der Karosserie sind schwer abzuschätzen, auch durch die Heckscheibe sieht man wenig. Parken ist daher eher Vertrauenssache. Der Vorderwagen schiebt sich wie ein mächtiger Bug in den Hafen der Tiefgarage, die aufmerksamen elektronischen Wächter stimmen das Lied für drei Pfeifer und einen Hilfesuchenden an. Letzterer sitzt am Lenkrad und verliert die Dimensionen des Audi SUV ungewollt aus den Augen. Die Heckkamera, deren Bild ein in korrekter Höhe an der Mittelkonsole positionierter Monitor wiedergibt, hilft etwas. Bisweilen braucht sie aber etwas lange, um sich dienstbereit zu melden.

          Fingerdruck zum Umklappen

          Im Fond geht es derweil sehr entspannt zu. Wer sich für 150 Euro Aufpreis für die „Rückbank plus“ entscheidet, kann diese um zehn Zentimeter in der Länge verschieben. Zum vortrefflichen Raumangebot kommt dann noch eine Mittelarmlehne mit Getränkehaltern dazu.

          Das Umklappen der Lehne zum Zweck der Gepäckraumvergrößerung geschieht mit einem Fingerdruck auf die Taste neben der Sitzfläche, dann fällt sie in fast waagerechte Position. Ein weiterer Druck ist nötig, um sie in der Horizontalen einzurasten, ein abermaliges Drücken lässt sie wieder nach oben schnellen und in der Ursprungsposition arretieren.

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