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Fahrtbericht Audi A7 Sportback : Mit der Inspiration sanfter Donauwellen

  • -Aktualisiert am

Für 58.600 Euro gibt es 220 kW (300 PS) eines aufgeladenen Dreiliter-V6 Bild: Hersteller

Der Audi A7 entsagt modischer Bescheidenheit und ist von schwelgerischer Opulenz. Das Coupé mit vier Türen verbindet Design, Komfort und Funktion. Die schwungvolle Kombination wird von Audi als Alternative in der Oberklasse positioniert.

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          Schöne Kombis heißen Avant: So hat Audi einst seine beladungswilligen Derivate der Stufenhecklimousinen beworben. Heute könnte man aus Ingolstadt die selbstbewusste Behauptung vernehmen, schöne Coupés hießen Sportback, selbst wenn sie vier Türen haben. Dafür gibt es vor allem einen Grund: den A7. Er entsagt modischer Bescheidenheit und ist von schwelgerischer Opulenz. Das beginnt mit der Form und führt über den luxuriösen Innenraum bis unter die Motorhaube. In seiner Spitzenversion ist er adäquat motorisiert. Für 58 600 Euro gibt es 220 kW (300 PS) eines aufgeladenen Dreiliter-V6, der zudem mit dem prestigeträchtigen quattro-Kürzel auf den permanenten Allradantrieb hinweist.

          Linien und Formen sorgen gleichzeitig für Eleganz und Dynamik. Dieser Audi könnte auch ein moderner Bentley sein, innerhalb des VW-Konzerns gibt es offenbar keine Schonung. Und mit dem ähnlichen, in der Gestaltung aber weniger harmonisch gelungenen A5 beginnt der Wettbewerb sogar im eigenen Haus. An den Flanken trägt der 4,97 Meter lange A7 ein Trio von Falzen und Sicken, eine davon nennen die Gestalter Tornado-Linie. Dabei prägen doch eher sanfte Donauwellen seine Formen. Gefällig, aber nie beliebig, kauert und räkelt sich das viertürige Coupé auf dem Asphalt.

          Im Innenraum ist der A7 nicht minder schwungvoll gestaltet. Das Armaturenbrett widmet sich ganz dem Fahrer, auf der mit Bedienknöpfen und Tasten überladenen Mittelkonsole darf auch der Copilot mal bei der Navigation (Aufpreis 3500 Euro) oder der Wahl des Unterhaltungsprogramms (6000 Euro) mitmachen, das über die wohlklingenden Bang & Olufsen- Lautsprecher wiedergegeben wird. Wie zarte Stelen fahren die Hochtöner neben der Frontscheibe aus dem Bühnenboden. Gebürstetes Aluminium, Metallrahmen um Instrumententräger und Lüftung, außerdem ein großer Farbmonitor, der mittig auf der Schalttafel hochklappt, sind die sorgfältig ausgewählten Zutaten am Arbeitsplatz des Chauffeurs.

          Aufmerksamkeit fordert der Spoiler am Heck Bilderstrecke
          Aufmerksamkeit fordert der Spoiler am Heck :

          Eine angenehme Position auf dem lederbezogenen Sitz

          Der findet schnell und einfach eine angenehme Position auf dem lederbezogenen (Aufpreis 1400 Euro), beheizten (370 Euro) und elektrisch verstellbaren (1350 Euro) Sitz. Das schicke Multifunktionslenkrad (260 Euro) lässt sich in zwei Ebenen verstellen. Aber egal, wie der Fahrer seinen Stuhl auch rückt, immer bleibt die Übersicht über die Karosserie mäßig. Das schlanke Heckfenster und zu kleine Außenspiegel erlauben nur eingeschränkte Ausblicke nach hinten, die Rückfahrkamera (450 Euro) und die Einparkhilfe (780 Euro) erleichtern das Rangieren, sie sind deshalb wärmstens empfohlene Extras.

          Der Blick nach vorn zeigt die Einspiegelung der Geschwindigkeit oder der Navigationshinweise in die Frontscheibe über ein Head-up-Display (1380 Euro). Das will man zumindest in dieser Klasse nicht mehr missen. Überraschend gut funktioniert der Nachtsichtassistent (2000 Euro), der Fußgänger bei Dunkelheit lange vor dem Fahrer erkennt und auf dem Monitor sichtbar macht. Zur Hand gehen diesem außerdem Spurhaltehilfe, adaptive Tempokontrolle mit Abstandsregelung sowie ein Tot-Winkel-Wächter, die Audi als Pre-Sense Plus für 760 Euro anbietet. Neben den beinahe endlos aufgelisteten Extras gibt es noch ohne Aufpreis viele Ablagemöglichkeiten und eine bequeme Mittelarmlehne.

          Er muss sich um den Pfosten der B-Säule winden

          Vier Türen sind gefragt, wenn es um den Zugang zu den Rücksitzen geht. Aber der A7 soll keine gravitätische Limousine sein, und die Schönheit eines Coupés lebt von einem schlanken Rücken. Deshalb sind die Türen im Fond niedrig und schmal. Wer hier würdevoll einsteigen will, sollte von geschmeidigem Wesen sein. Er muss sich um den Pfosten der B-Säule winden und den Körper in Demutshaltung bringen. Das ist nicht jedermanns Sache. Hocken er oder sie erst mal auf dem konturierten Platz in Reihe zwei, stellt sich Wohlbefinden ein. Sofern der Passagier nicht größer als 1,80 Meter und kein Sitzriese ist. Dann drückt die Dachverkleidung Wellen in die Frisur.

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