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Fahrtbericht Audi A3 Cabriolet : So offen kann der Sommer sein

Bild: Hersteller

Bei seinen Cabriolets setzt Audi konsequent auf das klassische Stoffverdeck. Das ist gut so. Der kompakte A3 gewinnt mit und ohne Mütze an Statur und könnte zum Liebling des Sommers werden.

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          Blech oder Stoff? Für manchen Cabriolet-Freund ist das eine schwierige Gewissensfrage. Dabei ist es doch ganz einfach: Das Stoffverdeck ist nicht nur die authentischere Möglichkeit, ein Dach für ein offenes Auto zu schaffen, es eröffnet auch mehr Spielraum für die Designer, weil es sich leichter falten lässt als die komplizierten Stahlhauben. Die Coupé-Cabriolets muten zudem immer etwas technokratisch an, und nichts geht über das Prasseln des Regens auf dem Stoff.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Außerdem stehen moderne Verdecke – der A3 war der beste Beweis dafür – einer Blechkonstruktion in Sachen Wärme- und Geräuschdämmung kaum noch nach. Beim kleinsten Audi, der in seiner offenen Variante seit April auf dem Markt ist, sorgt Zulieferer Edscha für den Wetterschutz. Das „Akustik-Verdeck“ (750 Euro Aufpreis) öffnet in nur zehn Sekunden vollautomatisch auf Knopfdruck, es schließt in zwölf Sekunden.

          Beides funktioniert auch während der Fahrt (bis maximal 30 km/h). Bei Edscha ist man stolz darauf, dass es im A3 Cabriolet bei 140 km/h nur ein Dezibel lauter ist als im herkömmlichen A3. Und mit einer Länge von 2,18 Meter ist das Verdeck nur zwei Zentimeter kürzer als das des Bentley Azure. Es faltet sich Z-förmig zusammen und deckt sich dann sozusagen selbst ab, eine Persenning oder eine Verdeckklappe gibt es nicht. Auch das einfachere Verdeck wird elektrisch befehligt, allerdings muss man bei diesem vor dem Öffnen zwei Bügel am Windschutzscheibenrahmen lösen.

          Platzsparender Stoff

          Natürlich lässt sich Stoff platzsparender zusammenlegen als Blech, offen wie geschlossen bietet der A3 noch einen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 260 Liter, das sind 90 Liter weniger als in der Schrägheck-Limousine.

          Die Öffnung ist aber sehr schmal und niedrig, mit größeren Kisten darf man dem Cabrio nicht kommen. Allerdings kann man die Rückbanklehnen mittig geteilt umlegen, was dann ein Kofferraumvolumen von 674 Liter ergibt.

          Keine Sicht nach hinten

          Der Fond ist eine der großen Stärken des A3 Cabriolets. Wie allgemein bei offenen Autos üblich, ist er auf zwei Personen ausgelegt, und diese sitzen erstaunlich gut. Es gibt hinreichend Beinfreiheit, wenn die vorderen Stühle nur ein wenig nach vorne geschoben sind, und die Kopffreiheit stimmt auch bei „Dach zu“. Dass man dann hinten wenig sieht und sich eingesperrt vorkommt, ist cabriospezifisch.

          Die beiden dicken Überrollbügel, die die Kopfstützen umrahmen, werden gerne als hässlich geschmäht. Wir nehmen sie für die Sicherheit gern in Kauf, allerdings sieht man im Innenspiegel offen wie geschlossen fast gar nichts vom rückwärtigen Verkehr.

          Den sonnigen Morgen bei zehn Grad genießen

          Sonst leistet sich der A3 kaum funktionale Schwächen. Alles ist nahezu perfekt angerichtet, der Qualitätseindruck sehr gut. Nur dass die Sessel nicht wieder in ihre angestammte Position rutschen, nachdem man Passagiere in den Fond hat steigen lassen, ärgert zuweilen. Sehr praktisch ist der Schalter, mit dem man alle vier Seitenfenster gleichzeitig nach unten oder oben fahren kann.

          Bei großer Hitze hat man so am meisten Luft um sich. Ist der Fond besetzt, schwächen dort hochgefahrene Seitenscheiben den sonst starken Wind. Ist man alleine oder zu zweit unterwegs, kann man mit dem kinderleicht zu montierenden Windschott (Serie bei Ambition, sonst 280 Euro) und den Seitenscheiben den Wind fast ganz aus dem Innenraum verbannen. So kann man den sonnigen Morgen bei zehn Grad genießen, ohne zu frieren. Apropos, eine Sitzheizung kostet 330 Euro Aufpreis und ist sogar für die Hinterbänkler erhältlich (235 Euro).

          Fuß aufs Gas und ab die Post

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