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Fahrtbericht Audi A1 Sportback : Kühle Klasse im kleinen Format

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Audi dehnt sich mit dem A1 nach unten und muss sich gedulden. Denn Kult kann man nicht konstruieren, und nicht jedes Auto der Marke ist ein Selbstläufer. Aber vier Türen und straffe Coolness sind ein guter Ansatz.

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          Der kleinste Audi war als Senkrechtstarter geplant und hat sich als Spätstarter erwiesen. Vielleicht hatten die Audi-Auguren mit dem A1 zu deutlich auf eine bestimmte Kundschaft geschielt. Die aber blieb dem bayerisch-britischen Mini sowie dessen Modellvielfalt treu und verschmähte die ausschließlich mit zwei Türen offerierte A1-Offerte.

          Doch nun kommt der A1 als Sportback mit vier Türen und Heckklappe, wendet sich an vernünftige Ästheten und macht schon auf den ersten Blick eine bessere Figur.

          Design

          Weshalb man diesen Eindruck hat, ist nicht einfach zu begründen. Vielleicht sorgen die zusätzlichen Türen mit Griffen und Fugen und leicht modifizierten Proportionen für einen stabiler wirkenden Körperbau. Das Dach streckt sich im Millimeterbereich weiter nach oben, die Heckklappe steht leicht steiler, und in der seitlichen Fensterfront gibt es weiteres, kleines Fenster.

          Das sind winzige Modifikationen, die aber Wirkung zeigen. Denn dieser A1 ist noch immer Premium im Westentaschenformat, wie bisher straff, eine Handbreit zu schmal auf der Hinterhand, aber ein ernsthaftes Auto, das Spaß und Seriosität ohne Biederkeit verspricht.

          Man muss den A1 direkt neben einen Mini positionieren und sich die Zeit für einen prüfenden Blick nehmen: Der Mini wirkt üppig, verliert die Kontrolle über seine weiche Frontpartie, und die Scheinwerfer verleihen ihm eine angeborene Kurzsichtigkeit. Keine Spur von Sportlichkeit. Dagegen ist der A1 fit wie ein junger Turnvater Jahn beim Rhönradfahren auf der grünen Wiese. Er ist überall sehniger, komprimierter und gesünder, ein Müsli-Auto ohne ideologische Verbiesterung. Man darf ihn aber auch mit Birkenstöcken fahren.

          Platzangebot

          Im Vergleich zu dem im März 2010 präsentierten Zweitürer ist der Ende 2011 gestartete Viertürer weder länger noch wirklich geräumiger. Bei unverändertem Radstand von 2,47 Meter (wie im VW Polo) darf man nicht auf Raumwunder hoffen. Immerhin werden zum Entern der Rücksitze nicht mehr Kletterkünste erwartet. Aber eine gewisse Gelenkigkeit schadet auch im Sportback nicht beim Belegen der zweiten Reihe.

          Dort werden von Haus aus nur zwei Sitzgelegenheiten geboten, was trotz der mittig eingerichteten Ablagen ohne Vorteil und deshalb tadelnswert ist. Aber es gibt eine Dreier-Bank als Option, man darf es bei der Bestellung nicht vergessen. Doch auch für ein breitschultriges Duo wird es eng. Vor allem bei der Kopffreiheit und beim Knieraum kneift es hinten.

          Kofferraum

          Aber mit vier Türen lebt es sich einfach lässiger: flugs landet der Einkaufskorb auf dem Rücksitz, flink sind dort Mantel und Schal abgelegt, und fein lässt sich das hölzerne Kistchen mit den sechs Bocksbeutelchen einschieben. Die im Verhältnis ein zu zwei Drittel geteilten Rücksitzlehnen plus Ablagekasten vor dem ausreichend, aber keineswegs üppig dimensionierten Kofferraum kann man mit zwei Handgriffen umklappen, die Abdeckung ist rasch demontiert (wohin mit ihr?), und schon mutiert der Sportback zum kleinen Lifestylekombi mit einer Ladetiefe von etwa 140 Zentimeter.

          Audi A1 2.0 TDI Sportback Bilderstrecke

          Es gibt Zurr-Ösen und ein Netz sowie flache Fächer im Boden, und die bei Audi als Kerntugend definierte Verarbeitungsqualität reicht bis in den Laderaum. Die Freude darüber währt nicht lange: die Ladekante erhebt sich auf unziemliche 66 Zentimeter, und weil der A1 unterhalb der Heckklappe einen kräftigen, quer über die gesamte Breite verlaufenden Wulst ausbildet, muss beim Beladen eine 24 Zentimeter tiefe Brüstung überwunden werden. Schönen Gruß vom Rücken.

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