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Fahrtbericht Audi A1 : Kühler Ehrgeiz im Reich der Frechdachse

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Audi reklamiert Kultstatus für sein kleinstes Modell. Aber es soll auch Vernunft zeigen und an Technik orientiert sein. Eine Portion Lifestyle gehört dazu. Deswegen gibt es den Dachbogen auch in Kontrastfarbe.

          Ein Audi ist ein Audi, und ein Mini ist kein weißblauer BMW. Diese Erkenntnis begleitet den Auftritt des jüngsten Kindes aus Ingolstadt, das zwar an der Donau gezeugt wurde, aber in Brüssel zur Welt kommt: Der Audi A1 soll sich als munterer und moderner, keinem historischen Vorbild folgender Kleinwagen bewähren.

          Gleichzeitig ist sein wichtigster Gegner schnell definiert. Der Mini ist kein technisches Wunder, aber er hat aus dem Reich der Emotionen alles erhalten, was bisher kein anderer Kleinwagen hatte. Er punktet (wie auch der Fiat 500) vor allem mit Tradition, die der A1 nicht hat.

          Preis
          Für Audi soll der A1 im bewegten Markt der hochwertigen Minis gutes Geld einbringen. Mindestens 15.800 Euro sind für das Basismodell nötig. Dafür gibt es einen Benziner mit 63 kW (86 PS). Für die bislang einzige Dieselversion im Programm, die von einem sehr sparsamen, 77 kW (105 PS) starken 1,6-Liter-Vierzylinder angetrieben wird, verlangt Audi in der gehobenen Ambition-Ausstattung 20.200 Euro. Premium-Qualität und Lifestyle-Anspruch wollen bezahlt sein.

          Design
          Weil der A1 Emotionen und Begehrlichkeiten wecken soll, hat sich Audi unter anderem für einen Dachbogen entschieden, der auf Wunsch für 350 Euro in Kontrastfarbe zur Karosserie lackiert wird. Das kann einen hübschen Akzent setzen, entgleist jedoch, wenn die Signale falsch gestellt werden. Unser A1 hatte im wohlgestalteten Innenraum sogenannte Lüftungsmanschetten, die in der Farbe der Sitzpolster und Textilverkleidungen gehalten waren. Dieser Farbton heißt Saharabeige und passt zum weiß lackierten Dachbogen überhaupt nicht.

          Innenraum
          Besser gefallen haben uns Materialwahl und Farbharmonie im Innenraum. Sie bieten das gewohnt hohe Niveau der Marke, verleihen dem A1 jene Wohnlichkeit, die Klarheit und Kuschelfaktor kombiniert.

          Das Platzangebot vorne ist großzügig bemessen, hinten ist es sehr knapp. Vor allem der Einstieg auf die Bank im Fond fällt schwer. Denn den A1 gibt es ausschließlich mit zwei Türen, und dem eingeschränkten Zugang muss trotz der klapp- und verschiebbaren Vordersitze Tribut in Form gesteigerter Gelenkigkeit gezollt werden. In der zweiten Reihe angekommen, gilt es, den Kopf in Demutshaltung zu neigen.

          Der Zweitürer ist auf den Betrieb mit zwei Passagieren ausgelegt. Wohl deshalb finden sich im Fond neben den beiden Einzelsitzen hakenförmige Taschenhalter, die selbst modisch breite Schulterriemen oder schmale Henkel fest im Griff haben.

          Stauraum
          Die Rückenlehnen können umgeklappt werden, das steigert das Stauvolumen von 270 auf 920 Liter. Unter dem Boden des Kofferraums, dort, wo üblicherweise ein Reserverad untergebracht wird, sitzt beim A1 die Batterie. Nicht etwa, weil unter der Motorhaube dafür kein Platz mehr zu finden war, sondern zur besseren Achslastverteilung.

          Sitze
          Vorne lassen sich die Sportsitze (340 Euro) in Längsrichtung weit verstellen, sie sind serienmäßig mit Stoffbezügen in Mustern bekleidet, die Audi „Zeitgeist“ oder „Herzklopfen“ nennt. Wir ahnen, welche Bilder vor dem Auge des Kunden entstehen sollen. Die Lederausstattungen heißen dagegen einfallslos „Milano“ oder „Feinnappa“ und kosten zwischen 1200 und 3300 Euro. Das Volant wird schlicht Multifunktionslenkrad (290 Euro) genannt und kann in zwei Ebenen justiert werden.

          Die sportliche Sitzposition mit bester Seitenführung wird von der Kontur der Rückenlehne betont, hier drückt ein Polster zwischen den Schulterblättern den Oberkörper in eine auf langer Strecke eher unbequeme Haltung, wenngleich sie aus orthopädischer Sicht korrekt sein mag.

          Instrumente
          Das Cockpit wird von sehr gut ablesbaren Instrumenten geprägt, die einfache Bedienung mit eindeutig gekennzeichneten Hebeln und Tasten führten im A1 schnell zu einem Gefühl der Vertrautheit. Navigationssystem und Radio werden über ein Bedienfeld in der Mitte der Armaturentafel kontrolliert, Zahl und Größe der Ablagen sind eben noch ausreichend.

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