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Fahrtbericht Audi A1 : Aller Anfang ist schwer

Bild: F.A.Z., Hersteller

Mit dem A1 nimmt Audi zum dritten Mal Anlauf im Kleinwagensegment. Audi 50 und A2 gaben nur kurze Gastspiele, doch der A1 scheint den Zeitgeist besser zu treffen und vor einer großen Zukunft zu stehen.

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          Der A1 nimmt konsequent die Zeitströmung auf und zielt auf jene Autofahrer, die ein kleines, aber schickes Auto kaufen wollen. Mini und Fiat 500 machen vor, wie das geht. Dabei kann man dem Audi auf den ersten Blick nicht vorwerfen, er sei überteuert, denn das Einstiegsmodell 1.2 TFSI kostet mit 15.800 Euro nur rund 500 Euro mehr als die Basisversionen von VW Polo oder Mini.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber der kleine Ingolstädter lockt mit einer langen, verführerischen Aufpreisliste und wird schnell zu einem tiefen Groschengrab: Auf 26.285 Euro summierten sich bei unserem Testwagen der Grundpreis von 21.150 Euro und all die netten Zugaben, mit denen er bestückt war.

          Aufpreisliste
          Und dabei wurden die vielen Möglichkeiten für eine weitere optische Aufwertung des Innenraums noch nicht einmal ausgenutzt. Aber der Dachkontrastbogen (350 Euro), das Xenon-Licht (750 Euro) und die LED-Rückleuchten (250 Euro) mussten schon sein, ebenso wie die Klimaanlage (1250 Euro), die generell nicht zur Serienausstattung gehört.

          Wenigstens verwirrt Audi den Kunden nicht mit zu vielen Ausstattungslinien, zwei müssen genügen: Attraction und Ambition. Letztere ist 1250 Euro teurer und bringt unter anderem Nebelscheinwerfer, größere Leichtmetallräder, Sportsitze vorn, ein Lederlenkrad und das Infosystem im Blickfeld des Fahrers zwischen Tacho und Drehzahlmesser mit.

          Bild: F.A.Z.

          Innenraumdesign
          Zugegeben, der A1 macht was her, den VW Polo, mit dem er die technische Basis teilt, stellt er mit seinem dynamischen Design deutlich in den Schatten. Auch der Innenraum ist hochwertiger, aber das Hohelied von Oberklasse-Atmosphäre, das manche Kollegen über den Audi-Neuling singen, können wir nicht ganz nachvollziehen.

          Da fehlt schon noch etwas, so wirkt der aus der oberen Mitte des Armaturenbretts herausklappende Navi-Monitor eckig und eher billig, unser Wagen war schwarz eingerichtet, was wahrscheinlich nicht die optimale Farbe ist, um eine hohe Wertigkeit optisch umzusetzen.

          Auch die vier an sich schönen, runden Luftausströmer in der Armatur, die je nach Gestaltung des Innenraums farblich abgesetzt erscheinen können, fielen in Schwarz/Schwarz nicht sonderlich auf. Funktional gibt es jedoch zunächst nichts zu bemängeln, das Bedienen geschieht intuitiv, und viel Platz ist auf den beiden vorderen Sportsitzen auch. Zudem sind sie sehr bequem.

          Rückbank
          Im Fond ist jedoch Schmalhans Küchenmeister und nicht Johann Lafer. Es mangelt nicht nur an Kopffreiheit, auch die Beine finden nur ein kommodes Plätzchen, wenn Fahrer und Beifahrer ihre Sessel etwas nach vorn schieben. Einen dritten Passagier in der Mitte hat Audi gar nicht erst vorgesehen, stattdessen sind die beiden „Einzelsitze“ von einer nun wirklich billig wirkenden Plastikablage getrennt, in die zwei Vertiefungen für Becher eingelassen sind.

          Die kleinen hinteren Seitenfenster sind starr und nicht zu öffnen. Dass hier das Ein- und Aussteigen beschwerlich ist, liegt bei Zweitürern in der Natur der Sache, uns ärgerte aber immer wieder, dass der nach vorn geklappte Fahrersitz nicht ohne Festhalten in dieser Position blieb. Einen viertürigen A1 hat Audi in Planung, er dürfte an Funktionalität gewinnen und etwas an optischer Dynamik verlieren.

          Kofferraum
          Der Kofferraum ist kleinwagentypisch, 270 Liter müssen für das Nötigste reichen, nach dem Umlegen der Rückbank (asymmetrisch geteilt) steigt das Volumen auf 920 Liter. Um eine ebene Ladefläche zu erhalten, muss jedoch die Sitzfläche senkrecht gestellt werden.

          Unter dem Kofferraumboden wartet kein Reserverad, sondern nur Tirefit, auch die Batterie sitzt hier. Die Rücklichter sind vollständig in die nach oben öffnende Klappe integriert, eine Bauweise, die immer mehr Schule macht (Opel Insignia: Fahrtbericht: Opel Insignia Sports Tourer).

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