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Fahrtbericht Alfa Romeo MiTo : Das süße Gift der Leidenschaft für Rot

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Alfa Romeo MiTo aus dem Hause Fiat ist der erste Alfa für alle und zugleich ein optisches Spektakel. So düst das rote Coupé mit einem agilen Motor und zupackenden, standfesten Bremsen sicher über die Straßen.

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          Der erste Versuch ging ziemlich daneben. Dabei war das Auto beinahe der Streich zweier Genies. Der Österreicher Rudolf Hruska entwickelte, und der Italiener Giorgio Giugiaro zeichnete: der Alfasud war seiner Zeit voraus und führte dennoch (oder deshalb?) zusammen mit seinem Nachfolger Alfa 33 die Marke in die Pleite.

          Fiat breitete die Arme aus, und jetzt folgt der zweite Alfa-Anlauf in dieser Klasse: Der MiTo (Kurzform für Milano und Torino) basiert im technischen Grundkonzept auf dem Fiat Punto und könnte der Alfa für alle werden. Denn die Fiat-Farben werden in ausreichender Menge überdeckt von der Alfa-Attitüde. Und die glänzt rot.

          Auf dem deutschen Markt ist der kleinste Alfa in drei Motor- und mit einer Karosserieversion zu haben. Der in schöner Absicht eng an das Design des in kleiner Auflage für handverlesene Kunden produzierten Alfa 8C gelehnte MiTo-Stil erträgt nur zwei Türen und eine Heckklappe.

          Lizenz zum Tröten

          Die Botschaft ist klar: Wer mehr möchte, der soll sich doch den Fiat Punto kaufen, ein Alfa ist in dieser Klasse eher Coupé als Kalesche. Vom Triebwerk-Trio wird das auf den ersten Blick nicht komplett eingelöst, denn es gibt zwei 1,4-Liter-Benziner und einen Sechzehnhunderter-Diesel.

          Die kleinste Otto-Maschine bietet recht zivile 58 kW (79 PS) und hat nur wegen ihres Norm-Verbrauchs von 5,9 Liter Super die Lizenz zum Tröten. Und der Diesel legt sich zwar mit 88 kW (120 PS) und einem kraftwerkähnlichen Drehmoment von 320 Nm bei 1750/min ins Zeug, aber er bleibt dennoch ein Diesel. Sein Verbrauch im Fahrzyklus liegt bei 4,8 Liter, und das ist ein schönes Wort, aber ein ähnlich durchzugsstarker und sparsamer Benziner wäre uns schon lieber.

          Gut, dass es die vielfältigen Errungenschaften der Elektronik gibt: Ihnen ist die Existenz des von uns gefahrenen 1.4 TB zu verdanken, und diese Maschine ist das richtige Herz für einen Alfa, der auch als MiTo so rot ist wie das Blut der einsamen Büffel in der Campagna, denen wir die Milch für milden Mozzarella verdanken.

          Von innen heraus vibrieren

          D.N.A. nennt sich eine Fahrdynamikregelung, die Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk schärft oder mildert. Je nach Stellung des Schiebeschalters auf dem Mitteltunnel ist der MiTo hitzig und der Fahrer schwitzig oder das Auto ist seidiert und der Fahrer wirkt senil. Diese Wesensänderungen treffen nicht den Kern der Marke, wir waren meist mit Dynamic unterwegs. Ein Alfa muss von innen heraus vibrieren.

          Ein Alfa Romeo muss auch immer ein optisches Spektakel sein. Wenn er das nicht ist – der Alfasud war leider konsequent vernünftig –, fährt er nicht auf der richtigen Spur. Der MiTo ist immer auf der Überholspur unterwegs. Schon im Stand.

          Unübersichtlich wie die italienische Parteienfinanzierung

          Aber bei der Bewertung seiner Eignung für den Alltag des Proleten, da wird er zum Problemfall: Die attraktive Karosserie ist unübersichtlich wie die Finanzierung der Parteien in Italien, der Kofferraum ist zu klein geraten, und die Ladekante liegt sowohl über der Straße als auch über dem Boden des Kofferraums auf einem Niveau, das wir unserem Orthopäden besser verschweigen. Immerhin bewegt sich die Heckklappe über die Stehhöhe hinaus und gibt eine ausreichend dimensionierte Öffnung frei.

          Dahinter wartet klassengerechte Variabilität, Ladefläche und die Rückseite der Banklehnen sind mit Teppichboden verkleidet, das macht einen guten Eindruck. Überhaupt ist die Verarbeitung tadellos, und das Material für Armaturenträger und Verkleidungen wirkt auch dann noch sympathisch, wenn man es anfasst.

          Auf der Rückbank geht es eng zu

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