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Fahrbericht Beetle Cabriolet : Yeah, yeah, yeah!

Sie liebt ihn immer noch, den VW Beetle Bild: Hersteller

Ohne den Käfer gäbe es Volkswagen nicht. In der modernen Interpretation des Klassikers gehen folglich immer Nostalgie und Emotion mit auf die Reise.

          4 Min.

          Jetzt ist endlich Sommer, Zeit fürs Cabrio-Fahren. Die kühlen Rechner im Hause Volkswagen haben inzwischen das Angebot für die Freunde des offenen Fahrens auf ein einziges Fahrzeug zusammengestrichen. Nur noch der Beetle darf das Dach ablegen, das Cabriolet ist zudem in Deutschland die einzige Möglichkeit, das Retro-Auto neu zu kaufen, die geschlossene Variante wurde im Frühjahr vom Markt genommen. Ohnehin waren fast drei Viertel aller 2016 in Deutschland abgesetzten Beetle (das waren fast 14 700) Cabriolets. Im Gegensatz zu anderen Retro-Autos wie dem neuen Mini oder dem neuen Fiat 500 ist oder war der Beetle, dessen erste Generation als New Beetle vermarktet wurde, nie so richtig erfolgreich. Eine erste Studie des „Käfer-Nachfolgers“ war im Januar 1994 auf der Auto-Messe in Detroit zu sehen und wurde von Publikum und Presse enthusiastisch gefeiert. Es dauerte dann aber noch vier Jahre, bis der Wagen nach Deutschland kam. Der jetzige Beetle wird seit 2011 verkauft, das Cabriolet seit 2012. Der Beetle II ist wesentlich gelungener als der rundliche „New Beetle“, der aus heutiger Sicht doch ein wenig unbeholfen wirkt.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der mangelnde Erfolg muss nicht wundern, denn der Beetle ist schlichtweg ein unpraktisches Auto, so hübsch die kugelige Käfer-Form auch sein mag, das Platzangebot – vor allem für Gepäck – ist mäßig. So gesehen war die Entscheidung von VW, die unter anderem mit einer Straffung des Modellprogramms begründet wurde, nur konsequent. Und bei einem Cabriolet fallen solche Defizite nicht so sehr ins Gewicht. Das kauft man in aller Regel zum Spaß und nur ganz selten als Erstauto. Fünf Triebwerke stellt VW zur Wahl, zwei Diesel (110 oder 150 PS) sowie drei Benziner (105, 150 oder 220 PS). Der Basis-Benziner kommt schon für moderate 23 100 Euro ins Haus, die Redaktion bewegte einen Dune-Beetle mit 2,0-Liter-Motor und 220 PS, für den 34 300 Euro in der Preisliste stehen.

          Die Dune-Beetle sind eine Art Sondermodell, sie sollen an die amerikanischen Dünen-Buggys der sechziger und siebziger Jahre erinnern. Sie sind wesentlich besser ausgestattet – der 105-PS-Beetle kostet als Dune 28 600 Euro. Unter anderem sind Leichtmetallräder, ein um zehn Millimeter höher gelegtes Fahrwerk, LED-Rückleuchten, Sportsitze vorn, Nebelscheinwerfer, Tempomat, Klimaanlage und Sitzheizung vorn Grundausstattung. Außerdem sind die Stoßfänger in einem anderen Design, schwarze Radlaufverbreitungen sollen Eindruck schinden ebenso wie ein Heckspoiler. Und der Schriftzug „Dune“ auf den Türen unten und im Lenkrad darf nicht fehlen.

          Die dezente Höherlegung steht dem Käfer, pardon Beetle, sehr gut, nur würden wir den Wagen nicht in der Farbe „Sandstorm Yellow“ bestellen. Es gibt noch sieben andere, weniger aufdringliche als dieses Senfgelb. Für zwei Personen hat der Beetle mehr als ausreichend Platz, vier kommen auch unter, nur sitzen sie bei geschlossenem Verdeck hinten ziemlich im Dunklen. Das Armaturenbrett in Wagenfarbe ist klassisch angerichtet. Hier ist noch alles analog, vom optionalen Navi-Bildschirm mal abgesehen. Die hübschen Zusatzinstrumente für Ladedruck, Öltemperatur und das Stoppen der Zeit gehören nicht zum Dune-Paket, sondern VW verlangt dafür 155 Euro Aufpreis.

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