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Fahrbericht Toyota Supra GR : Der Weg zur Sennerin

  • -Aktualisiert am

Bild: Helge Jepsen

Der neue Supra von Toyota ist ein Glücksfall in den schweren Zeiten der SUVs. Er ist ein Sportwagen mit Musik und kleinen Misstönen.

          4 Min.

          Wer heute einen neuen Toyota Supra GR fährt, ist ein Verlorener. Er ist nicht mehr zu erreichen von Bulligkeit und Tröpfchenverbrauch des modernen Diesels. Er will nichts mehr hören vom bequemen Einsteigen und den Vorteilen des höheren Sitzens im Sport Utility Vehicle (SUV). Und hinter jedem Ladevorgang eines Elektroautos verbergen sich für ihn die womöglich dubiose Herkunft des Stroms und die Chemie der massigen Kilogramm ihrer Energiespeicherung. Er ist trotz dieses Verlorenseins ein fröhlicher Mensch. Ein Hans im Glück. Und dafür gibt es viele Gründe.

          Vor etwa 20 Jahren war der Toyota Supra mit Sechszylinder-Reihenmotor der Star im Sportprogramm der ambitionierten japanischen Hersteller. Um den bollerig und brutal fahrenden Supra scharten sich der klingenscharfe Mazda RX mit Kreiskolbenmotor, der exzentrische Subaru SVX mit seinem 3,3-Liter-Boxermotor, der großspurig auftretende Mitsubishi 3000 GT und der wie ein Maßanzug geschnittene Nissan 300 ZX sowie der ingeniös kapriziöse Mittelmotor-Honda NSX: Sie traten als eine Gegenbewegung zum Minivan-Boom auf. Und verschwanden fast alle wieder, weil es ihnen in letzter Konsequenz an der Faszination des bewussten Fahrens mangelte.

          Das könnte sich jetzt ändern, denn die Notwendigkeit einer Rückkehr des Sportwagens für Genießer ist täglich zu erkennen, SUV und Geländewagen feiern 30 Prozent Anteil an den deutschen Neuzulassungen, eine sportliche Gegenbewegung ist angesagt. In der Menge seines Auftritts im Markt hat der Toyota Supra da keine Chance. Aber er könnte Hirne und Herzen bewegen.

          Erlebbare Technikteile von BMW

          Dafür musste eine Allianz der Begeisterten sorgen. Sie fanden sich in den oberen Führungsetagen von Toyota und BMW. Es entstand eine Kooperation von Komplizen. Ihr Ergebnis sind der neue BMW Z4 in der Form eines offenen Sportwagens und ein geschlossenes Sportcoupé, der neue Toyota Supra. Letzteres mit vielen, erlebbaren Technikteilen von BMW und vor allem mit dem Schlag und der Stimme des bayerischen Herzens: das erste Japan-Auto mit dem Jodelruf etwas unterhalb des Gipfelglücks von der Sennerin mit den dicken Zöpfen.

          Im Furor des Supra-Fahrens lebt Hans im Glück. Er hat eine Haube vor sich, die ist wie eine akustische Wundertüte: Von BMW kommt der famose 3,0-Liter-Sechszylinder mit der legendären Reihenanordnung seiner Töpfe. Für Sportwagen ist diese Bauform fast ideal. Weil bei Frontmotor und Hinterradantrieb zwangsläufig aus ästhetischen Gründen eine vorauseilende Haube angesagt ist, gibt es genügend Luft für das relativ schmale, aber im Vergleich zum V6-Motor längere Triebwerk. Und der Abgasturbolader baut sich auch noch ein. Daraus buckeln sich Höchstleistung und Drehmoment auf ein Niveau, das den Sportwagen formt.

          Flinke und dennoch höfliche Automatik

          Mit einem spontan agierenden Charakter in allen Lagen der Leistung, die den Hans am Volant beglücken: Freilich gibt es potentere Zweisitzer mit mehr Karacho. Aber auch mit weniger Kultur. Und vor allem mit weniger Körper in den Regionen des Klanges: Die sexy BMW-Band braust nach dem Start gleich ein bisserl auf, aber ist noch eher verhalten.

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