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Fahrbericht Subaru Impreza : Für Freunde der Exotik

  • -Aktualisiert am

Fahrbericht Subaru Impreza 2.0ie Platinum Bild: Helge Jepsen

Mit elektrischem Hilfsantrieb folgt Subaru im neuen Impreza halbherzig der elektrischen Mode. Aber die alten Markenwerte des Allrad-Spezialisten leiden nicht.

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          Seit fast 30 Jahren und über ein halbes Dutzend Generationen hinweg ist der Impreza kein Kompaktwagen wie all die anderen. Dafür gibt es einen guten Grund: Der Impreza ist ein Subaru. Und der relativ kleine, im Export auf den britischen und den amerikanischen Markt fixierte sowie häufig mit Toyota kooperierende Hersteller findet seit je seine Marktchance durch eigenwillige Technik und/oder skurriles Design. Gern erinnern wir uns an das SVX-Coupé mit 3,3-Liter-Sechszylinder-Boxer. Das war 1992.

          Aktuell schnurren alle Motoren in teurer Boxerbauweise, ausschließlich Otto-Vierzylinder, in Verbindung mit permanentem Allradantrieb, und einer stufenlosen Automatik als Alternative zum Sechsgangschalter: Lange Zeit pflegte sich Subaru als die Japan-Marke mit einer großen Modellfamilie, einer kaum überschaubaren Antriebsvielfalt mit bis zu 300 PS, sogar ein Boxer-Diesel war unterwegs. Jedenfalls scheinen die Zeiten der wilden Kerle mit den WRX-STI-Kürzeln im Modellnamen und den frechen Bügelbretter-Spoilern an der Karosserie vorerst vorbei. Denn zurzeit durchfährt Subaru am deutschen Markt eine Phase der bürgerlichen Besinnung auf eine solide und dem elektrifizierten Zeitgeist folgende Motorisierung. Wie schon im Forester und im 2018 gestarteten Typ XV setzt Subaru auch im kompakten Impreza seine sehr milde Form der Hybridisierung ein. Dem unveränderten Zweiliter-Boxer mit 150 PS und direkter Benzineinspritzung geht ein Elektromotor mit 16,7 PS zur Hand. Zum solitären Fahren mit Strom taugt er nur für kaum zwei Kilometer.

          Das war wohl auch nicht die Absicht der Subaru-Techniker, denn vor allem soll die Verbrenner-Elektro-Kombination für einen niedrigeren Verbrauch und für flottere Fahrleistungen sorgen. Aber im Alltag macht sich die Anwesenheit der Kraft aus Strom positiv nur sehr zurückhaltend bemerkbar. Dafür muss dennoch hoher Aufwand getrieben werden: Schlaue Regelelektronik reicht fortwährend selbst kurzfristig anfallende kleine Kraftportionen an die Fahrbatterie weiter, auch Rekuperieren hilft ein wenig, wirklich voll lief der Akku nie, selbst unter Verzicht auf jegliche Anflüge von fahrerischem Temperament. In einem gleitend veränderlichen Wechselspiel wird der Elektromotor als Kraftquelle und die Batterie als Vorratsraum genutzt.

          In einem gleitend veränderlichen Wechselspiel wird der Elektromotor als Kraftquelle und die Batterie als Vorratsraum genutzt. Bilderstrecke
          Fahrbericht : Subaru Impreza

          Davon merkt der Fahrer im Impreza 2.0ie fast nichts, wenn er das anschauliche Display nicht beachtet. Das ist dem Impreza-Eigner der Neuzeit durchaus recht, denn ihm geht es meist um Laufkultur, die gute Laune beim Fahren und um züchtige Trinksitten seines Motors. Vielleicht ist ihm noch die exotische Technik-Kombination wichtig, die es in dieser Form nirgendwo sonst gibt. Und natürlich setzt er auf den traditionell-soliden Subaru-Charakter und den unspektakulären Auftritt des Schrägheckmodells. Zudem versammelt der Impreza seit der jüngsten Überarbeitung eine willige Assistenten-Armada, die kaum noch zu übertreffen ist. Meist wird sie nicht benötigt. Denn tiefer Schwerpunkt, ein ausgewogen tariertes Fahrwerk und der harmonische Allradantrieb sorgen für hohe Fahrsicherheit. Dazu spendiert der Subaru seinen trotz zusätzlicher E-Kraft zur Ruhe und Bedächtigkeit tendierenden Charakter. Davon profitieren meist Fahrer und Verbrauch. Sanfter Tempogewinn und frühes Gaswegnehmen in der Stadt, entspanntes Rollen im Gleitmodus mit 80 bis 100 km/h auf der Landstraße und das Akzeptieren der Autobahn-Richtgeschwindigkeit führten zu knapp sieben Liter für 100 Kilometer.

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