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Fahrbericht Smart Fortwo : Kurz und besser

Bild: F.A.Z., Hersteller

Seit bald 20 Jahren bevölkert der Smart die Großstädte dieser Welt. Mit der neuen Generation des Kleinwagens ist er reifer denn je, seine Stärken hat er erhalten: Parken in jeder Lücke und ein winziger Wendekreis.

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          Seine große Schwäche ist endlich ausgemerzt: Der Smart hat jetzt ein einfach zu schaltendes, ganz klassisches manuelles Fünfgang-Getriebe, Dank an Renault. Daimler und der französische Hersteller arbeiten beim Smart zusammen, ohne diese Partnerschaft hätte es die dritte Generation des Stadtwagens wohl nie gegeben, denn Geld verdient hat Daimler mit seinem Zögling Smart noch nie. Wie schon einmal von 2004 bis 2006 ist zudem ein viertüriger und damit viersitziger Smart, Forfour genannt, im Angebot. Dieser wird im Renault-Werk in Slowenien gebaut, zusammen mit seinem technischen Zwilling, dem Renault Twingo.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Ur-Smart, der Fortwo für zwei, kommt nach wie vor aus der Fabrik in Lothringen. An seiner Kürze (2,70 Meter) hat sich nichts geändert, er ist aber zehn Zentimeter breiter geworden. Die äußere Form unterscheidet sich stark von der bisherigen, der Smart III hat jetzt eine Art Fronthaube (der Motor sitzt wieder hinten, auch beim Forfour und dem Twingo), er kommt nicht mehr im One-Box-Design daher.

          Innen gibt es für zwei Menschen erstaunlich viel Platz, die Verarbeitung ist knisterfrei. Der Redaktions-Smart war orange-schwarz lackiert mit einem hellen Innenraum. Der fünfzehnjährige Sohn fand das Interieur viel zu feminin: „Das ist was für Mädchen.“ Schön, hochwertig und ansehnlich war es auf jeden Fall. Aus den Renault-Regalen stammt nicht nur die Schaltbox, auch der Schalthebel, der Warnblink-Schalter, die Hebel am Lenkrad und die Fensterheber-Knöpfe sind Gleichteile. Das stört aber nicht.

          Der aufs Armaturenbrett gesetzte Drehzahlmesser (jetzt mit Analog-Uhr) hat es in den neuen Smart geschafft, er kostet 150 Euro Aufpreis und sitzt links an der A-Säule. Das Zentralinstrument, der einfache und dennoch hübsche Tacho im Halbkreis, lässt sich vom Fahrer gut ablesen. Leider gehört das Kombi-Instrument mit dem kleinen farbigen TFT-Display erst zum Lieferumfang, wenn man sich für eine der drei Ausstattungslinien Passion, Prime oder Proxy entscheidet.

          Ihm fehlen auch einige andere Merkmale

          Das jeweilige Grundmodell (Basispreis mit 61-PS-Motor 10 355 Euro, im Angebot sind noch ein 71-PS-Motor und der gefahrene 90-PS-Turbo) hat einen Einfachtacho und noch nicht einmal eine Radiovorbereitung, sie kostet 120 Euro. Ihm fehlen auch einige andere Merkmale wie die kleine Schublade in der Mittelkonsole, die pfiffige Ablage in der Heckklappe und das Brillenfach für den Fahrer, auch Schminkspiegel in den Sonnenblenden sucht man vergeblich. Passion (Aufpreis 1390 Euro), Prime (1990 Euro) oder gar Proxy (3990 Euro) werten den Smart deutlich auf. Achtung: Erst im Proxy sind eine Audio-Anlage und eine Klimaanlage mit an Bord.

          Auf den zweiten Blick lernt man: Der Smart ist ein wirklich teures Auto und kein Schnäppchen. Das war er noch nie. Er bleibt eine Art Luxus-Stadtflitzer. Natürlich ist er nach wie vor ein Riese, wenn es darum geht, in der kleinsten Lücke zu verschwinden, und der Wendekreis unter sieben Meter ist sensationell. Schon deswegen macht es Spaß, mit ihm zu fahren. Start-Stopp ist auch an Bord, nur nicht im Basismodell. Gewöhnen muss man sich an die im Verhältnis zum Auto sehr großen Türen. Sie öffnen weit, da kann es in engen Parklücken Probleme geben.

          Echte 155 km/h schafft der kleinste aller Daimler

          Mit dem kleinen 90-PS-Turbo-Dreizylinder (0,9 Liter Hubraum) ist der Smart-Pilot keineswegs untermotorisiert. In der Stadt sowieso nicht, und auch nicht auf der großen Fahrt. Echte 155 km/h schafft der kleinste aller Daimler, dann läuft er etwas unsanft in einen Tempobegrenzer. Große Fahrten sind kein Tabu, aber mit dem Federungskomfort ist es immer noch nicht weit her - wie auch bei einem Radstand von 1,87 Meter? Auf der Autobahn fühlt sich der Smart bei Tacho 120 und 3000 Umdrehungen am wohlsten. Wer schneller fährt, muss öfters korrigieren, das Fahrwerk wird etwas nervös, auch Seitenwind mag das Wägelchen überhaupt nicht. Vom Vorhandensein eines Seitenwind-Assistenten (Serie) haben wir nichts bemerkt.

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