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Fahrbericht Porsche Macan : Nie war es vernünftiger, Porsche zu fahren

Der Einstandspreis liegt unter 60.000 Euro Bild: Hersteller

Mit dem neuen Macan begibt sich Porsche endgültig auf den Weg zum Massenhersteller. Das SUV macht vieles richtig und begeistert mit seinem Fahrverhalten. Besonders sparsam ist es nicht. Aber teuer.

          Porsche war einmal ein Sportwagenhersteller. Heute sind die Zuffenhauser, denen die Zwangsadoption durch VW offenbar mehr nützt als schadet, Geländewagenbauer, denn 84.204 der 162.145 Porsche, die 2013 verkauft wurden, waren Cayenne. Dieses Groß-SUV war zum Start 2002 belächelt worden, heute muss man fragen, wo Porsche ohne es wäre.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Klassische Sportler (911er, Boxster, Cayman) machen nur noch 34,4 Prozent des Absatzes aus (Panamera nicht vergessen), und dieser Anteil wird noch weiter zurückgehen, wenn der neue Macan hält, was er verspricht. Und warum sollte er nicht? Nie war es einfacher, einen neuen Porsche zu fahren.

          Der Einstandspreis liegt unter 60.000 Euro, die ganze Familie passt an Bord, und dazu sieht der Macan auch noch flott aus. Kein Wunder, dass die Auftragsbücher voll sind und die Fabrik in Leipzig am Anschlag arbeitet. Viele, die schon immer vom Porsche träumten, sich einen „just for fun“ nicht leisten können oder wollen, schlagen jetzt zu.

          Platzangebot

          „Papa fährt Porsche“ ist Trumpf in Kindergarten und Grundschule, und Mami wird das relativ kompakte, 4,68 Meter lange SUV ebenso gern fahren. Für Kinder ist auf der Rückbank wahrlich genug Platz, selbst Erwachsene kommen gut unter, obgleich es für sie schon ein wenig enger wird. Trotz der für einen Geländewagen niedrigen Silhouette ist die Kopffreiheit gut, selbst wenn das große Glas-Schiebedach für 1607 Euro bestellt worden ist.

          Kofferraum

          Für Kinderwagen und Co. steht im Heck ein Kofferraum mit einem ordentlichen Volumen von 500 Liter zur Verfügung, die elektrische Heckklappe ist ein großer Komfortgewinn. Sie schwingt ausreichend weit nach oben.

          Im Kofferraumboden gibt es noch ein flaches Fach (80 × 80 × 18 Zentimeter), eine von vier 12-Volt-Steckdosen und vier stabile Verzurrösen. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 40/20/40 umlegen, so dass auch Skier mittig durchgesteckt werden können. Sie dürfen bis zu 1,75 Meter lang sein. Als Zweisitzer bietet der Macan 1500 Liter Ladevolumen und leider keine Möglichkeit, das Ladegut mit einem horizontalen Trennnetz abzusichern. Das hat Porsche offenbar ebenso vergessen wie eine Warnung, wenn sich die Kinder im Fond abschnallen. Echte Familienautos haben so etwas.

          Ausstattung

          Immerhin sind Isofix-Befestigungspunkte für Kindersitze auf den Außenpositionen im Fond Serienausstattung. Soll auf dem Beifahrersessel ein Kindersitz montiert werden, kostet Isofix 179 Euro extra.

          Auch Seitenairbags im Fond kosten Geld: 369 Euro. 214 Euro werden für Sonnenrollos an den hinteren Seitenscheiben verlangt. Apropos, Porsche versteht es wunderbar, den vielen Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen, auch für Dinge wie Sitzheizung, Fußmatten, Tempomat, echtes Leder auf den Sitzen, Navigationssystem - alles und nichts kostet Aufpreis. Selbst das Schlüsseletui in Leder (113 Euro).

          Kein Wunder, dass der Endpreis unseres Wagens dann doch etwas arg weit weg vom Familienauto-Budget ist. Wobei nicht alles aufpreispflichtig ist, das sei gesagt. Elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Spiegel, Klimaautomatik, Zentralverriegelung sind von Haus aus dabei, ebenso vier Türen, Handschuhfach und Sicherheitsgurte.

          Instrumente

          Selbstverständlich sitzt das Zündschloss links (abermals danke für den Verzicht auf einen Startknopf). In der Mitte der drei Rundinstrumente prangt, typisch Porsche, der große Drehzahlmesser, den analogen Tacho links davon beachtet man kaum, übers Tempo informieren zuverlässig große Ziffern unten im Drehzahlmesser.

          Rechts vorm Tourenzähler kann sich der Pilot fakultativ zehn verschiedene Displays zeigen lassen. Zum Beispiel die Verteilung des Antriebs-Drehmoments oder die Landkarte oder die Navi-Hinweise oder einige Fahrzeugdaten wie die Kühlwassertemperatur und den Füllstand des Tanks.

          Verarbeitung

          Das Interieur (Lederausstattung in unserem Fall) ist hochwertig, die Gestaltung des Armaturenbretts ist gleichsam typisch Porsche mit der wuchtigen Mittelkonsole samt dem großen PDK-Wählhebel und den unzähligen Knöpfen.

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