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Fahrbericht Polestar 1 : Dagoberts Düsentrieb

Bild: Volvo

Wenn die bedächtigen Schweden von Volvo ein Zeichen setzen wollen, regeln sie ihre Autos bei 180 km/h ab. Wollen sie ein Ausrufezeichen setzen, lassen sie Polestar von der Leine.

          4 Min.

          Sie kennen Elon Musk. Aber kennen Sie Thomas Ingenlath? Der ist ein freundlicher Bursche mit auch im Alter von 56 Jahren noch immer spitzbübischem Lächeln, Deutscher, Autodesigner, arbeitet seit 2012 bei Volvo. Alles in allem also geographisch und inhaltlich etwa so weit weg von dem exzentrischen Wirbelwind im Silicon Valley wie ein schwedischer Kombinationskraftwagen von Teslas Space-X-Rakete. Allerdings hat Ingenlath 2017 einen bemerkenswerten Schritt tun dürfen. Nachdem er bewiesen hatte, dass er elegant-edle Autos mit Charakter entwerfen kann, ist er zum Vorsitzenden von Polestar geworden. Die Marke kennen nur Eingefleischte, sie war mal für Volvo so etwas wie AMG für Mercedes oder M für BMW, nur deutlich unsichtbarer.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Dann entschieden sich die Schweden, Polestar inhaltlich umzukrempeln und fortan unter diesem Dach Elektrofahrzeuge der Oberklasse anzusiedeln. Seither macht sich Ingenlath auf den Weg, alles und jeden zu attackieren, erst mal mit der ihm eigenen Ruhe, schon bald mit mehr Auffälligkeit. Und wenn wir uns nicht täuschen, ist auch Tesla ein Ziel. Zeitloser Stil, Coolness, Avantgarde und das Brechen von Konventionen stehen hier wie dort auf der Agenda. Was die junge Polestar-Truppe den aufmüpfigen Amerikanern aber voraus hat, sind die gesammelte Produktionserfahrung und Solidität von Volvo. Das erste Modell, so folgerichtig wie nüchtern Polestar 1 genannt, fühlt sich an wie Dagoberts Tresor mit Daniels Düsentrieb.

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