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Fahrbericht Peugeot 508 : Auf ein Rendezvous mit der Haute Couture

Bild: Peugeot

Peugeot möchte VW einheizen. Mit ihrem aufsehenerregenden Stil sind die Franzosen schon auf bestem Wege und erobern die Herzen. Die Technik benötigt jedoch noch etwas Feinschliff.

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          Wem die ruhmreiche Historie auf dem Weg kostensynergetischer Belanglosigkeit verlorengegangen ist, der muss sich etwas einfallen lassen. „Impress yourself“ schreibt Peugeot Frankreichs nächstem Topmodel auf die blau-weiß-rote Fahne. Tatsächlich beeindruckt der neue 508 erst mal die anderen. Der kommende Testwagen sei ein cooler Peugeot, lautet die Ankündigung an die heimische Jugend, was dieselbe mit der Frage quittiert: Ein cooler Peugeot, seit wann gibt es das denn? Die staunend aufgerissenen Augen haben die Nachwuchskräfte fortan nicht exklusiv, an der Tankstelle erkundigen sich fremde Menschen nach Herkunft und Preis des unbekannten Objekts, im Stau kurbelt ein ausweislich grüner Aufschrift mit Gartenbau beschäftigter Fahrer das Fenster herunter und fragt nach, vorbeiziehende Beifahrer strecken den Daumen in die Höhe. Die Designer haben wohl einen Volltreffer gelandet.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Das fließende Stufenheck mit seinen Anleihen aus der schönen Welt der Coupés fährt als stilistisches Ausrufezeichen hinein in die Insignia-Mondeo-Octavia-Abteilung, vielleicht sogar in die A4-3er-C-Klasse. Eine scharf gezogene Front mit tagfahrleuchtenden und fahrtrichtungsblinkenden Säbelzähnen wird flankiert von eleganten Linien zwischen modellierten Radhäusern, und der Augenschmaus endet in einem kessen Heck, in dessen durchgezogener Lichterkette die Krallen des Tigers zum Abschied winken. Zur Begrüßung übrigens auch, die Franzosen veranstalten begleitend zur ferngelenkten Türentriegelung vorn wie hinten eine Lichterparade, als sei jeden Tag 14. Juli auf den Champs-Elysées. Die Modelleure haben nichts ausgelassen. Am Dach haben sie zwei der Dynamik zuträgliche Bügelfalten eingelassen. Die auf Wunsch elektrisch öffnende Heckklappe hebt die schwarz eingefärbte Scheibe mit an und gibt den über eine arg breite Kante zu befüllenden, aufnahmefreudigen Gepäckraum frei. Die zum Teil abgedunkelten Seitenfenster sind rahmenlos, alles sehr schick. An den Türen ist deswegen freilich gebremste Energie gefragt, werden sie schwungvoll zugeworfen, scheppert es furchteinflößend. Übung macht den Schließmeister.

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