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Fahrbericht Peugeot 208 : Löwenbaby hat Durst

  • -Aktualisiert am

Peugeot 208 Bild: Helge Jepsen

Peugeot entwickelt sich mehr und mehr zur Designmarke. Nach dem 508 ist auch der neue 208 ein optischer Leckerbissen geworden. Wie steht es aber um seine inneren Werte?

          4 Min.

          Kleinwagen bauen beherrscht Peugeot einfach. Der seit 1983 produzierte, fast schon legendäre 205 war in Deutschland das meistverkaufte Fahrzeug des französischen Herstellers, bis er im Jahr 2007 von seinem Nachfolger 206 überholt wurde. Es folgten die Modelle 207 und 208. Seit November ist die jüngste Generation des kleinen Galliers auf dem deutschen Markt, der wieder auf den Namen 208 hört. Der Neuling ist unserer Meinung nach der schickste Kleinwagen, den Peugeot je auf die Räder gestellt hat. Sein sportliches Design ist an den optisch ebenfalls gelungenen großen Bruder 508 angelehnt. Wie jener zeigt der Kleine die vertikalen Eckzähne als Tagfahrlicht und in den zwei höchsten Ausstattungen die markante Voll-LED-Lichtsignatur mit drei Krallen. Dazu kommen dynamische Proportionen und ein knackiges Heck mit dreigeteilten Rückleuchten.

          Der stets viertürige 208 basiert auf der CMP-Plattform des PSA-Konzerns, auf der auch der neue, geringfügig günstiger eingepreiste Opel Corsa aufbaut. Die Zwillinge unterscheiden sich deutlich im Auftritt. Fünf Ausstattungslinien stehen für den 208 zur Wahl. Ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 75, 101 und 131 PS, ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 102 PS und erstmals eine rein elektrisch angetriebene Variante mit 100 kW (136 PS) bilden die Antriebspalette. Der kleinste Benziner startet bei 15 490 Euro, er muss als Einziger der angebotenen Verbrennungsmotoren ohne Turbo auskommen. Manuelle Klimaanlage, höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorn, Geschwindigkeitsregler und Verkehrszeichenerkennung gehören zur Basisausstattung. Nicht zu vergessen der Spurhalteassistent, der zu jedem Motorstart aufs Neue lahmgelegt werden muss, will man auf seine nervigen Lenkeingriffe verzichten.

          In Deutschland werde der 101 PS starke Ottomotor für mindestens 17.950 Euro die beliebteste Version werden, schätzen die Peugeot-Strategen. In der Redaktion zu Gast war der kraftvollste Benziner in der zweithöchsten Ausstattung GT-Line inklusive schicker Ziernähte, schwarzem Dachhimmel und Ambientebeleuchtung für 25.600 Euro. Er ist generell an eine sanft schaltende Achtstufenautomatik gekoppelt, die für den mittleren Benziner 1600 Euro Aufpreis kostet. Im Gegensatz zu Audi, Nissan oder Renault bietet Peugeot in dieser Fahrzeugklasse noch einen Selbstzünder an, für den mindestens 19.850 Euro zu entrichten sind. Der elektrische E-208 mit einer Reichweite von bis zu 340 Kilometern, auf den bis jetzt schon auch für Peugeot überraschende zehn Prozent aller 208-Bestellungen entfallen, startet mit 30.450 Euro. Nur für ihn ist die höchste Ausstattungslinie GT verfügbar.

          Kofferraum profitiert nicht vom Längenzuwachs

          Mit 4,06 Metern ist der 208 in der Länge um neun Zentimeter gewachsen, er ist drei Zentimeter niedriger als sein Vorgänger, der Radstand blieb mit 2,54 Meter nahezu gleich. Der Kofferraum profitiert nicht vom Längenzuwachs, er ist sogar um 20 auf 265 Liter geschrumpft. Nach dem Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Rückbank können rechnerisch 1106 Liter Gepäck untergebracht werden. Es entsteht aber eine Stufe, die ein doppelter Ladeboden ausgleichen könnte, wenn es ihn denn gäbe. Die Zuladung von 320 Kilogramm ist eher mickerig. Im Fond sitzen zwei auf der für drei zugelassenen Rückbank ordentlich, für Fahrer und Beifahrer ist das Raumangebot gut.

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