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Fahrbericht Opel Zafira 2.0 : Mütter, vergesst den Zafira nicht

Zu den Größen auf dem Minivan-Sektor gehört seit knapp 18 Jahren der Opel Zafira Bild: Hersteller

Alle Welt kauft lieber SUV als die so furchtbar praktischen Minivans. Warum eigentlich? Wenn es um Raum und Zeit geht, ist ein Zafira die bessere Lösung.

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          Das Familienauto von heute ist ein SUV. Wer Platz braucht und keinen Kombi fahren will, greift zu der eierlegenden Wollmilchsau, mit der sich auf einen Schlag fast alle Bedürfnisse abdecken lassen: Raum, hohes Sitzen, Sicherheit (gefühlt), Allradantrieb. Fast ein Viertel aller Neuzulassungen gehen inzwischen auf SUV, bald haben sie auch noch das Segment der Kompaktklasse überholt. Dagegen sind die vor noch nicht allzu langer Zeit so beliebten Minivans auf dem Rückzug. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden gut 530.000 SUV in Deutschland verkauft, aber nur knapp 200.000 Minivans.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Mutti von heute fährt eben keine Pampers-Bomber mehr, sondern Pseudo-Geländewagen à la VW Tiguan oder Range Rover Evoque. Den Vorteil des in der Regel doch besseren Raumangebots gibt frau offenbar gern auf.

          Zu den Größen auf dem Minivan-Sektor gehört seit knapp 18 Jahren der Opel Zafira. Mehr als 2,7 Millionen Einheiten wurden seit 1999 abgesetzt. Die erste Generation entwickelte Porsche im Auftrag, sie war damals einer der ganz wenigen Lichtblicke, die Opel im Programm hatte.

          Der neue Kompaktvan nähert sich dem kompakten Astra an. Bilderstrecke

          Jetzt fährt die dritte Generation über die Straßen, die sogar schon überarbeitet wurde. Seit September ist der neue Zafira auf dem Markt, der nun nicht mehr den Beinamen Tourer trägt. Oft sind Facelift-Modelle kaum vom Vorgänger zu unterscheiden, hier ist das anders. Der neue Kompaktvan verzichtet auf die bisherigen Bumerangleuchten, nähert sich dem kompakten Astra an und hat zumindest von vorn jetzt einen ganz anderen Auftritt. Innen geht es vor allem um Änderungen am Cockpit, die neue Informationswelt mit Opel Onstar hält Einzug. Bis zu sieben mobile Endgeräte lassen sich mit dem 4G/LTE-W-Lan-Hotspot koppeln, um nur ein Leistungsmerkmal zu nennen. Onstar ist in der besten Ausstattungslinie Innovation (wie im Testwagen), aber auch bei Edition und Active serienmäßig. Nur Käufer der Basismodelle (Selection) zahlen 490 Euro Aufpreis.

          Damit kann man sich die Anschaffung eines Navi-Systems (800 Euro) sparen, sofern man Besitzer eines iPhones (oder eines Android-Geräts) ist. Das iPhone wird flugs per Kabel angeschlossen, und Apple Carplay sorgt nicht nur für Musik, sondern navigiert auch ziemlich zuverlässig. Das Eingeben (Sprechen funktioniert im Prinzip auch) des Ziels mag nicht ganz so komfortabel sein wie sonst gewohnt, zu den weiteren Vorzügen gehört, dass SMS vorgelesen werden, und sprechen kann man die Kurznachricht ebenfalls. Auf einer Fahrt fiel das System hin und wieder aus. Das blieb aber ein singuläres Ereignis.

          750 Euro extra kosten die Sitze sechs und sieben

          Solche Angebote interessieren gewiss eher die jungen Käufer eines Opel Adam oder Corsa, die Mutter schaut viel mehr nach dem Platzangebot und freut sich darüber, dass der noch halbwegs kompakte Zafira (4,66 Meter lang) immer noch ein kleines Raumwunder ist. Außerdem gibt es gegen Aufpreis eine dritte Sitzreihe, ein Angebot, bei dem mehr als die Hälfte der Kunden nicht nein sagen. 750 Euro extra kosten die Sitze sechs und sieben. Liegen diese im Heck flach im Boden, bleibt für fünf Passagiere ein riesiger Kofferraum mit einem Volumen von 710 Liter. Die maximal nutzbare Länge beträgt einen Meter, die Breite ebenfalls. Nach dem Umlegen der zweiten Reihe (die sich auch verschieben lässt) sind es gar rund 1,80 Meter Laderaumlänge (flach), die maximale Kapazität beträgt dann 1860 Liter. Ist die dritte Reihe im Einsatz, schrumpft das Volumen auf 152 Liter. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass bei einer klassischen 2+2-Familie die dritte Reihe so ein halbes Dutzend Mal im Jahr zum Einsatz kommt, wenn Kindergeburtstag ist oder Oma und Opa zu Besuch sind.

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