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Fahrbericht Opel Corsa E : Bruder Leichtfluss

Bild: Helge Jepsen

Der elektrische Corsa ist ein kleiner Prachtkerl mit wenig Schwächen. Er wuselt um die Ecken und verbraucht nicht viel. Billig ist er nicht.

          4 Min.

          Nach der reinen Farbenlehre steht Grün für eine heile Umwelt, deshalb nennt sich die Öko-Partei so. Dann solle man doch erwarten, dass ein Auto freudig die Rückeroberung des verbrauchten Stroms beim Bremsen mit grünlichem Leuchten anzeigt. Der neue Opel Corsa – in der sechsten Generation erstmals elektrisch angetrieben – sieht das anders: Grün wird im großen Display das Gasgeben unterlegt, was vermutlich den sparsamen Umgang mit der Elektrizität bezeugen soll, Rekuperation findet dagegen in kühlem Stahlblau statt.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wenn sich der Tester an solchen Nichtigkeiten aufhängt, hat er wohl sonst nicht viel zu meckern? Tatsächlich, der Corsa E ist ein höchst gelungener Wurf, er beweist, dass gute Elektroautos nicht aus Amerika kommen müssen. Aber weil wir schon mal bei dem sind, was sich vielleicht verbessern ließe, hier gleich die kurze Mäkelliste: Das Display ist zu stark gekippt, wer nicht schräg darauf blicken möchte, muss den Sitz hochbocken oder einsneunzig groß sein. Immerhin passt solch ein Lulatsch noch unters Dach, hinten ist bei Normalmaß Schluss. Sein linker Fuß ruht auf einer Ablage, die zu knapp bemessen ist. Das Einfädeln ist durch sämtliche Türen beschwerlich, der neue Corsa bleibt mit vier Metern Länge ein Kleinwagen, deshalb ist auch der Kofferraum mäßig. Und wohin nur mit den Ladekabeln? Die Rundumsicht ist eines kompakten Autos unwürdig, wir empfehlen dringend die aufpreispflichtige Kamera. Zu den Feinheiten des elektrischen Fahrens kommen wir noch, an dieser Stelle sei aber angemerkt, dass die Anzeige des Momentanverbrauchs nicht tauglich ist – mit großer Verzögerung und trotzdem zu hektisch. Und wenn wir uns etwas wünschen dürften: Eine Angabe der aktuellen Ladeleistung wäre recht.

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