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Fahrbericht Opel Astra : Gebremste Raumfahrt

  • -Aktualisiert am

Bild: Helge Jepsen / F.A.Z.

Zu Opel gehört der Kombi wie der Blitz. Im Astra Sports Tourer wirken ein kleiner Diesel und ein großer Laderaum. Auf die Automatik darf verzichtet werden.

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          Mehr Erfahrung im Umgang mit Kombis hat keiner. Sogar etliche Zweitürer-Kombis kamen einst von Opel, vorne mit Dreier-Sitzbank und hinten mit Lieferwagen-Stauraum. Die dann viertürigen Opel Kombis hießen früher Caravan, sie waren komfortable Autos mit vielen Raum- und Alltagstalenten. Im Mittelpunkt der Technik hielt sich vor allem eine Kultur des Fahrens auf, die im Kombi mit dem Blitz im Vergleich zu den Limousinen unter diesem Markenzeichen nicht schlechter war. Deshalb waren diese Caravans nicht selten beliebter als die Limousinen.

          Das ist heute nicht anders, auch wenn der jüngst überarbeitete Opel Astra seit geraumer Zeit Sports Tourer heißt und als wichtigste Neuerung unter der Haube eine kleine Vollaluminium-Box heranführt: Drei Zylinderchen stecken da drin, mit Abgasturbolader ist das ein motorisches, kompaktes Kraftpaket aus Leichtmetall, zwecks Effizienz mit minimaler innerer Reibung, mit Vierventil-Technik, direkter Einspritzung des Dieselkraftstoffs und einer gegenläufig zur Kurbelwelle rotierenden Ausgleichswelle. Ein bewährtes, aber aufwendiges Mittel zur bestmöglichen Beruhigung des sonst technisch bedingt schüttelnden Dreizylindermotors. Und dieser Astra mit Dieselmotor führt noch eine kleine Chemiefabrik mit: Zur Reinigung des Abgases (nicht zu seiner Verminderung) kooperieren ein Oxidations-Katalysator, die Adblue-Einspritzung, der SCR-Katalysator und der Diesel-Partikelfilter.

          Früher, vor 30 Jahren, war der Diesel tatsächlich ein Stinker, aber heute taugt er in modernster Form für manche Großstädte als Luftreiniger, allerdings aufgrund komplizierter Technik. Vor allem soll er ja satte Leistung liefern für den knapp 1,5 Tonnen wiegenden Astra, und das mit mageren 1,5 Liter Hubraum aus den drei Zylindern: Diese haben natürlich nicht den seidigen Lauf eines Reihensechszylinders, leises Zittern und sanfte Vibrationen sind anwesend, sie sind im sensiblen Rückgrat des Fahrers zu spüren. Aber damit lässt es sich leben, der kleine, meist schnurrige Dreizylinder weckt Sympathie beim Fahrer. Mitunter schüttelt sich der Astra ein wenig beim automatischen Starten an der Ampel, doch was ertragen wir nicht alles zur Verbrauchsverringerung.

          Die Wandlerbox reagiert sehr träge

          Sparsames Fahren gehört zu unseren Tugenden, aber bei sehr niedrigen Drehzahlen rüttelt die Maschine doch herum, und es braucht für zügigeres Fahren mitleidloses Gasgeben oder den manuellen Schalteingriff in der brandneuen Neungang-Automatik. Diese ist wie der Motor kein mütterliches PSA-Produkt, sondern konnte den Opel-eigenen Schubladen entnommen werden. Allgemein ist bei den gegenwärtigen Stop-and-Go-Verhältnissen auf deutschen Straßen eine komfortable Automatik von Vorteil. Leider reagiert diese neue Wandlerbox auf Gaspedalbewegungen sehr träge, schnell mal schalten mit dem Akzelerator gelingt selten, und zum Einlegen einer niedrigeren Schaltstufe zum Zwecke zügiger Beschleunigung ist das Gaspedal energisch zu treten. Zudem ist die Automatik in ihren beiden oberen Arbeitsbereichen eindeutig zu konsequent auf niedrige Motortouren und der damit verbundenen, geringeren Leistung ausgelegt.

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