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Fahrbericht Nissan X-Trail : Keiner für Dreck und Drehzahlkeller

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Nissan X-Trail vollzieht den Wandel vom kernigen Offroader zum komfortablen SUV mit großem Platzangebot. Aber warum hat er nur diese eingeschränkte Auswahl an Motoren?

          4 Min.

          Nicht gerade behutsam ist Nissan bei der Erneuerung seines X-Trail zur Sache gegangen. Aus dem einst kantigen, knuffigen SUV wurde ein gängiger Großraumkombi, dessen Offroad-Tugenden allenfalls noch in Ansätzen vorhanden sind - und das nur in den wenigen allradgetriebenen Varianten. Das muss nicht dumm sein, schließlich wollen die wenigsten Kunden mit ihrem Gefährt tatsächlich ins Gelände. Ein Allradantrieb steigert Gewicht und Verbrauch. Den meisten liegt mehr an der hohen Sitzposition, dem bequemen Einstieg und dem Gefühl vermeintlicher Sicherheit in der Burg. Vielleicht noch am hohen Zugvermögen, wenn es darum geht, Pferd, Boot oder Caravan in Schlepp zu nehmen.

          Der X-Trail 4 × 4 in der Version Tekna stellt die Spitze des Angebots dar. Für knapp 40.000 Euro gibt es: Vierradantrieb, vollständige Ausstattung, großzügige Platzverhältnisse.

          Modellprogramm

          Das Modellprogramm des Nissan-SUV lässt wenig Auswahlmöglichkeiten, allein über drei Ausstattungsstufen und den Antrieb bekommt der X-Trail Passform. Wer aber etwas anderes sucht als einen Vierzylinder-Turbodieselmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 96 kW (130 PS) Leistung, wird nicht fündig. Die Maschine steckt unter einer breiten, mit Sicken geschärften Motorhaube hinter einem knackigen Kühlergrill, den das markentypische Chrom-V schmückt.

          Die Anmutung der Karosserie ist weicher geworden, mit einer Betonung der Radhäuser, einer verbindenden Dynamiklinie auf den sanft gewölbten Seitenflächen sowie einer Dachlinie mit serienmäßig aufgesetzter Reling, die einen Schuss Esprit dazugibt. Formal hat sich das SUV deutlich dem Qashqai genähert, soll sogar eine Variante des kleineren Bruders ersetzen. Auf Wunsch bekommt der X-Trail eine dritte Sitzreihe ins Heck gestellt, die sich im Kofferraumboden versenken lässt. 800 Euro kosten die beiden zusätzlichen Passagierplätze - das ist der Ersatz für den gestrichenen Qashqai +2.

          Innenraum

          Moderne Welt auch innen: Die Mittelkonsole wird von glatten Flächen dominiert, weit oben und gut im Blick ist der Monitor von Navigation und Bordcomputer eingebaut. Die Skalen der klassischen Rundinstrumente sind einwandfrei ablesbar, ein Zweitdisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser liefert allerlei Eckwerte. Das wohlgestaltete Dreispeichen-Lenkrad mit zahlreichen Tasten und Schaltern erfüllt die Erwartungen hinsichtlich mannigfacher Fernbedienung.

          Die Sitze bieten guten Komfort und trotz der glatten Lederbezüge (Serienausstattung) angemessenen Seitenhalt. Zur Tekna-Ausstattung gehört eine elektrische Verstellmöglichkeit für den Fahrersitz. Tadellos auch das Raumangebot im Fond. Die Rückbank kann asymmetrisch geteilt um 15 Zentimeter in der Längsrichtung verschoben werden, die Neigung der Lehnen ist veränderbar. Das bringt viel Bewegungsfreiheit, die leicht erhöhte Position beschert den Hinterbänklern eine passable Sicht nach vorn, ohne dass Köpfe, Füße oder Knie am Dachhimmel oder an den Vordersitzen anstoßen. Sehr einfach lassen sich die Rücksitzlehnen nach vorne umklappen, fast von allein fallen sie in eine waagerechte Position. Dann vergrößert sich das Laderaumvolumen von 550 auf 1982 Liter. Angenehm beim Beladen: Die Heckklappe des Tekna öffnet elektrisch, der Kofferraumboden ist eben.

          Motor

          Der Vierzylinder, den der Kooperationspartner Renault beisteuert, beginnt sein Werk ohne akustische Auffälligkeiten, schnurrt leise und ohne große Vibrationen los. Leider rastet der erste von sechs Gängen - wie seine Kollegen auch - nicht sonderlich präzise ein. Und dann beginnt für den Fahrer die Lernphase mit einem hubraumschwachen Turbodiesel, der es mit rund 1700 Kilogramm Fahrzeuggewicht zu tun hat. Untertourig mag die Maschine nicht, vorsichtigen Naturen passiert gelegentlich sogar das Missgeschick des Abwürgens. Immerhin springt die Start-Stopp-Automatik in dieser peinlichen Situation bei und bringt die Maschine flugs wieder zum Laufen - meist bemerken die anderen in der Ampelschlange Wartenden das gar nicht. Man gewöhnt sich an: mehr Drehzahl und dazu die Kupplung gefühlvoll kommen lassen - sonst quittiert der X-Trail den Versuch des Anfahrens mit einem Hopser, was wiederum Mitfahrern missfällt.

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