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Fahrtbericht Nissan Qashqai : Geländewagen war gestern, heute ist Crossover

Bei der Bewegungserkennung geht es darum, dass mittels dreier weiterer Kameras (eine vorn und zwei in den Außenspiegeln) beim Parken ein 360-Grad-Rundumbild geschaffen wird. Den Assistenten fürs Fernlicht, die Verkehrszeichenerkennung (funktioniert beides zuverlässig), die Spurhaltekontrolle (nervt mitunter) und die automatische Notbremse (warnt zunächst, bremst von allein, wenn der Fahrer nicht reagiert) kommen schon bei Accenta (2960 Euro Aufpreis) ins Haus.

Nun ist es nicht so, dass die Basis völlig nackt daherkommt. Unter anderem sind elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Klimaanlage, das Reifendruck-Kontrollsystem, Start-Stopp, ein Tempomat und die Zentralverriegelung generell dabei.

Bei Acenta gibt’s dann Schmankerl wie 17-Zoll-Aluflegen, einklappbare, beheizbare Außenspiegel mit integriertem Blinklicht, Sitzheizung, Klimaautomatik, Lederlenkrad, Komfortsitze vorn, sechs statt vier Lautsprecher und noch mehr. Tekna schließlich bringt 19-Zöller, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz (warum nicht auch für den Beifahrer?), eine beheizbare Frontscheibe, ein großes Panorama-Glasdach, das Navigationssystem, LED-Scheinwerfer und noch ein paar Kleinigkeiten.

Innenraum

So fährt man einen Wagen, dessen inneres Auftreten durchaus überrascht. Von Premium zu reden ist vielleicht noch übertrieben, aber uns hat der Innenraum sehr gut gefallen. Das Bedienen fällt leicht; um die Assistenten abzuschalten, muss man allerdings in die Tiefen der Systeme, eigene Knöpfe hierfür gibt es nicht.

Platzangebot

Ablagen sind reichlich vorhanden. Dazu ist Platz für bis zu fünf Passagiere. Nur der Mittelmann hinten muss hart im Nehmen sein: Er sitzt nicht nur leicht erhöht auf dem härtesten Teil der Rückbank, er hat auch noch die zurückgeklappte Armlehne im Kreuz. Dagegen logieren die Passagiere 3 und 4 gut auf wohlkonturiertem Leder und freuen sich über die gute Aussicht auf den Himmel durch das Glasdach. Das ist ein echter Gewinn.

Kofferraum

Der Kofferraum hat ein rechnerisches Volumen von 430 Liter. Mit der einen Hälfte des „Flexi-Board“ (ab Acenta) lässt sich das Abteil vertikal zweiteilen. Liegen beide Boards horizontal, sorgen sie für eine ebene, 1,60 Meter lange Ladefläche nach dem Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbanklehnen. Unter den Brettern ist noch ein 12 Zentimeter tiefes Fach über die gesamte Breite, da kann auch die Laderaumabdeckung verschwinden (aus billiger Pappe, schade). Ganz unten liegt etwas Werkzeug und Tirefit. Ein Notrad hätte stattdessen Platz, wird für den deutschen Markt aber nicht angeboten.

Fahrverhalten

Noch mal zum Fahren mit dem Qashqai: Wie in jedem SUV - Verzeihung, Crossover - genießt man das hohe Sitzen und die bessere Übersicht. Die Servolenkung arbeitet präzise, die Bremsen vorzüglich. Dass die Vorderräder bei forschem Antritt und feuchtem Untergrund zunächst durchdrehen, ist typisch für Fronttriebler. Einflüsse in die Lenkung gibt es aber kaum.

Fahrkomfort

Der Fahrkomfort ist gegenüber dem Vorgängermodell offenbar deutlich besser geworden. Man fühlt sich wohl im Nissan, auch auf schlechten Wegstrecken, nur Querfugen mag er nicht. Dass die Rundenzeiten auf der Nordschleife nicht im Vordergrund der Fahrwerksabstimmung stehen, ist klar. Aber auch das flotte Ausweichmanöver ist kein Problem, ESP (abschaltbar) hat man in der Hinterhand.

Fazit

Nissan ist mit der zweiten Generation des Qashqai ein guter Wurf gelungen. Unser Favorit wäre aber der schwächere Diesel (1,5 Liter Hubraum, 110 PS, 70 Nm mehr Drehmoment). Er ist knapp 2000 Euro teurer. Normverbrauch 3,8 Liter.

Stark: Reichhaltige Ausstattung, viele moderne Assistenzsysteme, Innenraum wirkt erfreulich hochwertig (Ledergestühl 500 Euro extra), Kofferraum aufgeräumt, viel Platz für die Passagiere. Der kleine Motor fühlt sich zunächst wie ein großer an. Außerdem ist er leise.

Schwach: Zu hoher Verbrauch, der niedrige Normverbrauch ist ein Witz. Der Motor ist wenig elastisch. Billige Kofferraumabdeckung.

2×4 statt 4×4: Leider kein Allrad für den Benziner (auch keine Automatik). 4×4 nur für den stärksten Diesel (130 PS, 33 450 Euro als Tekna) .

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 27.450 Euro
Preis des Testwagens 29.150 Euro

Vierzylinder-Ottomotor, Hubraum 1197 Kubikzentimeter, Turbolader, Direkteinspritzung

Leistung 115 PS (85 kW) bei 4500/min, maximales Drehmoment 190 Nm bei 2000/min

Handschaltgetriebe mit sechs Vorwärtsgängen

Antrieb auf die Vorderräder

Länge/Breite/Höhe 4,38/1,81/1,59 Meter

Radstand 2,65, Wendekreis 10,70 Meter

Gewicht 1370, zulässiges Gesamtgewicht 1860, Anhängelast 1200 Kilogramm, Kofferraumvolumen 430 bis 1585 Liter

Reifengröße 225/45 R19

Infotainment Radio-CD-System (Digitalradio) mit sechs Lautsprechern, MP3, 7-Zoll-Farb-Display mit Touchscreen, Navigation, USB-Schnittstelle, iPod-Gateway, Bluetooth, Smartphone-Integration

Assistenzsysteme Hochschaltempfehlung, Geschwindigkeitsregler, aktive Spurkontrolle, Reifendruckkontrolle, Assistenten für Notbremsung, Fernlicht und Spurhaltung, Verkehrszeichenerkennung. Für 650 Euro Aufpreis: Einparkassistent mit Bewegungserkennung und Rückfahrkamera, Müdigkeitswarner, Totwinkelassistent

Verbrauch 7,8 bis 10,0, im Durchschnitt 9,2 Liter Super auf 100 Kilometer, 129 g/km CO2 bei Normverbrauch von 5,6 Liter, Tankinhalt 55 Liter

Höchstgeschwindigkeit 185 km/h, von 0 auf 100 km/h in 10,9, von 50 auf 100 km/h im 4./5./6. Gang in 14,2/20,7/31,1 Sekunden

Versicherungs-Typkl. KH 14 VK 21 TK 19

Garantie drei Jahre (100.000 km), 12 Jahre gegen Durchrostung, Wartung jährlich (30.000 km)

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