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Fahrbericht Nissan Qashqai : Das Geheimnis der Cashcow

Nissan Qashqai Bild: Hersteller

Der Nissan Qashqai ist ein Phänomen. Er macht kaum etwas anders als andere SUV seiner Gattung, dennoch ist er in den Zulassungslisten stets ganz vorn. Im Oktober war er in Europa die Nummer zwei hinter dem VW Golf.

          Als Nissan 2007 den Qashqai als Neuheit im Markt der kompakten SUV plazierte, war der Neuling noch schwer einzuschätzen. „Komischer Name, kann man den so verkaufen?“, fragten sich viele skeptisch und wurden rasch eines Besseren belehrt. Schnell wurde der nach dem iranischen Nomadenvolk der Kaschgai benannte Nissan zum Hit mit dem Spitznamen Cashcow, er verkaufte sich viel besser als in den kühnsten Träumen der Produktplaner erhofft. Bisher dato wurden fast 2,3 Millionen Einheiten abgesetzt, und seit die zweite Generation einer Auffrischung unterzogen wurde, geht es weiter aufwärts. Im Oktober war der Qashqai sogar das zweitbeliebteste Auto in Europa. Vor so populären Allerweltsmodellen wie dem Renault Clio oder dem VW Polo. In Finnland, Spanien und Großbritannien erreichte er sogar Platz eins. Nur der VW Golf verkaufte sich europaweit besser.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          In Deutschland ist der Qashqai zumindest das meistverkaufte Import-SUV, gut 22 000 Einheiten gingen dieses Jahr schon weg, besser laufen nur die „Sport Utility Vehicle“ VW Tiguan, Mercedes-Benz GLK, Opel Mokka, BMW X1 und Ford Kuga. Der Kunde macht nichts falsch, wenn er sich für den Nissan entscheidet, erst recht nicht, wenn es um das im Sommer überarbeitete Modell geht, dass 2014 als Qashqai II Premiere hatte. Karosserie, Innenraum, Assistenzsystemen und Infotainment waren die Schwerpunkte der jüngsten Renovierung.

          Neu gestaltet wurden die Frontpartie und die Motorhaube. Der Qashqai trägt jetzt das Familiengesicht à la Micra, LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht gehören bei den Linien Tekna und dem besonders luxuriösen, neu ins Programm aufgenommenen Tekna+ zur Grundausstattung.

          Gleich geblieben ist der Nutzraum. Der Fünfsitzer bietet rechnerisch ein Kofferraumvolumen von 430 Liter, maximal sind es 1585 Liter. Dafür muss man die asymmetrisch geteilten Rückbanklehnen umklappen. Es entsteht eine topfebene, 1,60 Meter lange Ladefläche, dem „Flexi-Board“ sei Dank. Damit lässt sich das Ladeabteil auch vertikal zweiteilen. Unter dem herausnehmbaren Boden befindet sich ein zwölf Zentimeter tiefes Fach über die gesamte Breite, dort kann auch die Laderaumabdeckung verschwinden. Ganz unten liegen etwas Werkzeug und Tirefit. Ein Notrad kostet 80 Euro Aufpreis.

          Über einen deutlich aufgewerteten Innenraum freuen sich jetzt die Passagiere, das unten abgeflachte Lenkrad ist neu (wie im Micra), es nimmt etliche Schalter auf. Eine dickere Dämmung in den Türen und den hinteren Radhäusern sowie dickeres Glas sorgen für mehr Ruhe im Innenraum. Die neue Bose-Anlage, die für Musikgenuss mit acht Lautsprechern sorgen soll, war im Testwagen nicht verbaut. Sie kostet 600 Euro extra und ist für Musikliebhaber eine Überlegung wert, der verbaute Musikspieler wusste nicht zu überzeugen.

          Trotz der Offensive in Sachen Unterhaltung und Assistenz hat Nissan die größte Neuheit auf diesen Gebieten erst für 2018 parat. Dann kommt Pro Pilot, ein System, das im Stau selbst das Fahren übernehmen und die Funktionen des Spurhalteassistenten, des adaptiven Tempomaten und des Stauassistenten vereinen soll. Einen einfachen Tempomaten und einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung hat der Qashqai schon heute, auch liest er Verkehrszeichen und hält die Spur, doch automatisches Einparken, Querverkehrs- und Totwinkelwarner kosten im Paket 1000 Euro Aufpreis. Der „Around View Monitor“ mit 360-Grad-Rundumsicht und Rückfahrkamera ist wiederum Teil der Navigations-Ausstattung und bei Tekna im Preis inbegriffen.

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