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Fahrbericht Mercedes GLB 250 : Was auf’m Kasten

Bild: Helge Jepsen

GLA, GLB, GLC, GLE, GLS und G. Langsam verliert man die Übersicht im SUV-Angebot von Mercedes-Benz. Der jüngste Spross ist der GLB, und er hat einige bemerkenswerte Tugenden.

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          Jeder dritte verkaufte Mercedes ist ein SUV. Kein Wunder, bei gleich sechs Modellen im Angebot, plus Coupé-Varianten und Maybach GLS. Ja, der G ist noch ein echter Geländewagen, das wissen wir schon. Womit wir beim GLB wären. Der wird mitunter als kleiner G betitelt, und seine kastige Form hebt sich wohltuend von den sonst üblichen, rundlich fließenden SUV-Formen ab. Der neue GLB streckt seine Nase mächtig in den Wind, hat ein beinahe gerade abfallendes Heck und belohnt seine Passagiere daher mit einem für die Klasse sehr guten Raumangebot.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zwar ist die Basis dieselbe wie für den kleineren GLA, doch wurde der Radstand auf 2,83 Meter gestreckt. So ist die Gesamtlänge von 4,63 Meter eigentlich nicht mehr als kompakt zu bezeichnen, und es fehlen nur drei Zentimeter zum schon 2015 gestarteten GLC, der aber demnächst erneuert und dann gewiss größer wird. Der GLA misst in der Länge 4,42 Meter.

          Auf jeden Fall braucht sich im GLB niemand über zu wenig Platz beklagen, die Rückbank ist optional um 14 Zentimeter verschiebbar, die Rückbanklehnen lassen sich achtfach verstellen. Stattliche 570 bis maximal 1805 Liter beträgt das Kofferraumvolumen, und gegen Aufpreis von 1309 Euro wird sogar eine dritte Sitzreihe verbaut, die aber im Testwagen nicht vorhanden war. Etwas leidet dann das Kofferraumvolumen, ohne dritte Reihe findet sich im Boden hinten noch ein relativ großes Staufach. Die Klappe schwingt ausreichend weit nach oben, sie tut dies optional elektrisch, auch auf Befehl aus der Ferne.

          Für Novizen immer ungewohnt

          Die Befehlszentrale vorn im Wagen ist ganz im Stil der neuen Mercedes-MBUX-Zeit. Sie wird von einem zweimal 10,25 Zoll großen Flachbildschirm dominiert, der eine Einheit ist, aber eben in zwei Bereiche aufgeteilt. Rechts befindet sich die Navigations- und Unterhaltungsabteilung, direkt im Sichtfeld des Fahrers die Instrumenteneinheit mit virtuell dargestellten Analog-Instrumenten. Es sind verschiedene Konfigurationen möglich, wie heute üblich. Die gesamte Armatureneinheit mit den drei großen, prominent plazierten, runden Luftausströmern in der Mitte wirkt sehr zukunftsträchtig, das kann schon sehr gefallen. Das Lenkrad lässt sich in der Höhe und Weite verstellen, so dass jeder eine passende Position auf den bequemen Sitzen finden sollte. Für Novizen immer ungewohnt ist der Gangwahlhebel für die Achtgang-Automatik an der Lenksäule. So mancher will die Scheibenwischer betätigen und legt stattdessen den Leerlauf ein.

          Das gesamte Interieur im GLB wirkt hochwertig, allerdings war der Testwagen eine Edition 1, die für 8816 Euro Aufgeld unter anderem 20-Zoll-Räder und eine schöne braune Lederausstattung umfasst. Das empfehlenswerte Panoramadach (1357 Euro) lässt viel Licht in den Wagen. Wer es öffnet, muss bei höheren Geschwindigkeiten jedoch mit mächtig Getöse rechnen.

          Beide Modelle haben nur Frontantrieb

          Was es nicht für den GLB gibt, ist eine Plug-in-Hybrid-Variante. Diese lässt sich mit der Plattform nicht vereinbaren. Sechs Motoren sind im Angebot, drei Diesel und drei Benziner. Alle sind Vierzylinder, wer sechs Töpfe will, muss zum GLC greifen. Der 200er als Einsteiger für 37 746 Euro hat nur 1,3 Liter Hubraum und 163 PS. Das könnte für den 1,7 Tonnen schweren Wagen und höhere Ansprüche doch etwas wenig sein. Als Diesel im 180d sind es sogar nur 116 PS, aber zwei Liter Hubraum und ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmeter statt nur 250 werden sich fülliger anfühlen. Beide Modelle haben nur Frontantrieb.

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