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Škoda Octavia Scout : Es gibt immer einen Weg jenseits des Asphalts

  • -Aktualisiert am

Škoda Octavia Scout Bild: Škoda

Škoda sucht mit dem neuen Octavia Scout kluge Käufer, denen der etwas stärkere Auftritt lieb und teuer ist. Der sparsame Diesel und das Fahrwerk locken.

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          Der tschechische Held auf deutschen Straßen ist der seit zwanzig Jahren präsente Škoda Octavia, und hier der Limousine weit voraus ist der Combi, ein einst eher schroff gefederter und bieder gezeichneter Lastenträger, jetzt ein geschmeidiger Held der ruhigen Nützlichkeit im Alltag. Jeder Octavia fährt wie der rollende Beweis einer früheren Werbebotschaft: Da weiß man was man hat. Škoda genießt Vertrauen, und der Kunde ist meist kein Schnäppchenjäger. Das hat sich auch mit der jüngsten Renovierung der gesamten Octavia-Baureihe nicht geändert, Škoda kämpft sich nicht mehr mit Dumpingpreisen in den Markt.

          Aber der sensible Kunde könnte beim Karo-Einfach-Combi 1,2 l TSI zugreifen, der Benziner bietet 86 PS (63 kW), wird mit fünf knochigen Vorwärtsgängen geschaltet und kommt mit durchaus erträglichem Sparkomfort für sehr schmale 18 150 Euro. Wahrscheinlich das beste Angebot, allerdings eher für Einsteiger in die Hierarchie der Dienst- oder der Familienwagen, neben den Kinderwagen. In der Mitte des Lebens mit einem Octavia befindet sich der beinahe schon klassische 1,6-Liter-TDI mit 90 PS, ebenfalls mit der Fünfgangbox ausgerüstet und einem Alltagsverbrauch von fünf bis sechs Liter Diesel auf 100 km, ab 21 610 Euro zu haben. Oberster Octavia ist der abgehoben positionierte Octavia L&K, der gemästet ist mit Luxus und von 36 860 Euro an zu haben ist. Diese Version kommt ausschließlich mit dem stärksten Diesel plus 6-Gang-DSG und statt mit Front- mit Allradantrieb, eine Kombination, die auch bei dem jetzt gefahrenen Testwagen mit dem Lockruf der Wildnis ebenfalls dabei ist.

          Der Scout ist nicht nur im Wilden Westen der Fährtenleser und Trail-Entdecker. Bei Škoda pflegt er einen etwas rustikaleren Auftritt und belohnt jene Kunden, die sich der SUV-Woge verweigern. Zudem demonstrierte der Testwagen, was mit Assistenz- und Entertainment-Systemen auch bei Škoda mittlerweile möglich ist. Das geht ins Geld: Bei einem Basispreis des Octavia Combi Scout mit Muskel-Diesel, 6-Gang-DSG und 4×4-Technik von 33 510 Euro ergab sich bei unerschrockener Nutzung der Aufpreisliste ein sehenswerter Endpreis von 47 404 Euro. Doch dieser ist weniger unserem eitlen Komfortbedürfnis geschuldet als vielmehr der Eifrigkeit des Škoda-Testwagenmanagements, das umfassendes Ausprobieren bieten möchte. Gleichzeitig führte der in edlen „Moon-Weiß Perleffekt“-Lack gekleidete Octavia die neue Botschaft heran: Škoda will sich selbstbewusster positionieren, neue Kanten und nicht nur pfiffige, sondern hochwertigere Details braucht die Marke, für 2018/2019 soll ein neuer Octavia geplant sein, der wird die künftige Designlinie tragen.

          Einstweilen aber sind wir noch dem aktuellen Scout-Inhalt auf der Spur. Äußerlich trägt er die üblichen Allwetter-Offroad-Insignien des in Matsch und Modder entschlossen auftretenden Alltagautos. Im Vergleich zum gewohnten Combi wirkt der Scout Combi besonders bei hohem Tempo erwachsener, fährt ruhiger, eine Spur souveräner, aber auch etwas träger auf kurviger Strecke. Allerdings ist das nur ein subjektiver Eindruck. Denn die bewährte 4×4-Technik mit der klugen und flinken Lammellenkupplung sorgt nicht nur für bestmögliche Traktion, was man von einem Scout auch erwarten kann. Sie hilft erfolgreich dabei, die beim frontgetriebenen Octavia im Grenzbereich zu bemerkenden Aufgeregtheiten gar nicht entstehen zu lassen. So ist der 4×4-Scout meist ruhiger und noch weniger nervös unterwegs. Wobei wir glaubten, erst bei wirklich heftiger Kurvenfahrt den stabilisierenden und die Agilität fördernden Einfluss der XDS+-Quersperre spüren zu können. Mit elektronischer Hilfe werden die kurveninneren Räder gebremst, die äußeren werden mit mehr Motormoment versorgt und ziehen das Auto stärker in der Spur bleibend durch die Kurve. Jedenfalls kommt trotz 4×4-Technik wieder die alte Methode des unerschrockenen Gasgebens im Kurvenscheitel zu ihrem Recht.

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